720 Leuchteilberg Leuchtcnberg (Eugen, Herzog von)
rungsbezirks Breslau in der prcuß. Provinz Schlesien, am rechten Ufer der Oder, derenAbt einer der ersten Stände des Fürstcnthums Wohlau war, wurde im I. >053 durchKasimir I-, König von Polen und Herzog von Schlesien, gestiftet und dem Benedictincror-den gewidmet, von Herzog Boleslaw aber >175 mit Cistcrciensermönchen aus dem KlosterPforta in Sachsen besetzt. Das prächtige, ein schönes Viereck bildende Abteigebäude, inseiner jetzigen Gestalt aus den I. 1684—1720 hcrrührend, umfaßt den mehr durch Prachtund Schönheit seiner Verhältnisse, als durch den Kunstwerth seiner Frescomalereien undBildhauerarbeiten ausgezeichneten Fürstensaal nebst der Klosterkirche, die reich an Denk,mälern hier bestatteter Fürsten und Prälaten, sowie an Gemälden des kunstreichen Will-man ist. Nach der Aufhebung des Klosters im I. I8l0 wurde ein Domainenamt, >817ein königliches Provinziallandgestüt von 80 Hengsten und l830 eine Provinzialirrenan-stalt hierher verlegt. Das neben dem Kloster liegende Dorf-L. mit lvov E. und Städ -tel-L. mit 500 E. hat sehr ergiebige Weinberge.
Leuchtenberg, eine Standesherrschaft von 4 lüM. mit 6000 E., in der bair. Ober-Pfalz, zum alten Nordgau gehörig, mit dem Städtchen Pfreimdt als Hauptort, war frühereine gefürstete Landgrasschaft mit Sitz und Stimme auf dem Reichstage und hat ihrenNamen von dem alten Bergschloffe Leuchtcnberg im gleichnamigen Flecken, dem Stamm-sitze der Landgrafen von L., die 1646 mit Adam Maximilian im Mannsstamme erloschen.Obschon nun bereits > 502 der Herzog Heinrich von Mecklenburg auf die Hälfte der Land-grafschaft durch den Kaiser Maximilian 1. die Anwartschaft erhalten hatte, so wurde doch1647 der Herzog Albrecht, als der Gemahl der Schwester des letzten Landgrafen, mit derganzen Landgrafschaft belehnt, die er indcß nachher an seinen Bruder, den KurfürstenMaximilian von Baiern, abtrat, der sie seinem zweitgeboxencn Sohne Maximilian Philippüberließ. Als dieser 1707, während der Kurfürst von Baiern in der Neichsacht war, kin-derlos verstarb, wurde der Fürst von Bamberg mit der Landgrafschaft beliehen, die indeß1714 wieder an Kurbaiern kam. Nach dem Tode des letzten Kurfürsten von Baiern im I.1777 entstand ein Streit, in dem der Kaiser Joseph die Landgrasschaft für ein eröffnetcSNeichslehen erklärte; doch behauptete sich Baiern im Besitz derselben. Der König vonBaiern, Maximilian Joseph, trat sie >817 nebst einem Theile des Fürstenthums Eich-sted t (s. d.), zusammen 10/« IHM. mit 24000 E-, an seinen Schwiegersohn, EugenBeauharnais, den ehemaligen Vicekönig von Italien, ab, der nun den Titel Herzog vonLeuchtenberg und Fürst von Eichstedt annahm und für diese Besitzung der Krone Baierndie 5 Mill. Francs überließ, welche das Königreich beider Sicilicn ihm als Entschädigungfür seine Dotation in Neapel zahlte. Dem Herzoge wurde, sowie seinen Nachfolgern inder Standesherrschaft nach dem Rechte der Erstgeburt, das Prädicat Königliche Hoheit, denübrigen Mitgliedern der Familie der Titel Fürsten und Fürstinnen von L. mit dem Prä-dikate Durchlaucht zugestanden. Auch erhielt das Haus L. den Rang unmittelbar nach denGliedern der königlichen Familie und für den Fall des Erlöschens des bair. Mannsstammesdie Rechte der Nachfolge; dagegen sollen beim Erlöschen jener deren Besitzungen, gegenErstattung von 2,320312 Fl. an den leuchtcnberg. Weiberstamm, wieder an Baiern fallen.
Leuchtenberg (Eugen, Herzog von) und Fürst von Eichstädt, zur Zeit desfranz. Kaiserreichs Vicekönig von Italien, geb. am 3. Sept. 1781, war derSohn des I7V4guillotinirten Vicomte Beauharnais (s. d.) und der Josephine Lascher de la Pagerie,der nachherigen Kaiserin der Franzosen. Eugen folgte dem Vater jm Alter von zwölf Jah-ren zur Nhemarmee, ging nach dessen Tode zum General Hoche und wohnte nach der Ver-heirathung seiner Mutter mit Bonaparte den Feldzügen in Italien und der Expedition nachÄgypten bei. Ex stieg schnell zu den höchsten militairischen Ehren empor und wurde 1805,nach Errichtung des Kaiserthrons, zum franz. Prinzen und Vicekönig von Italien erhoben.Nach Beendigung des östr. Feldzugs von 1805, in welchem er sich auszcichnete, vermählteihn der Kaiser am 14. Jan. 1806 mit der Prinzessin Auguste von Baiern; ein Jahr dar-auf ernannte er ihn zum Prinzen von Venedig und adoptirte ihn als Sohn und Erben desKönigreichs Italien. Obschon des Vicekönigs politische Gewalt sehr beschränkt, seine Lageziemlich schwierig war, mußten dieJtaliener doch seine Einsicht und Mäßigung anerkennen.Im Feldzuge von 180d vermochte er anfangs gegen den Erzherzog Johann von Öskreich