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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Lessing (Gotthold Ephraim)

und dieLiteraturbriefe"; außerdem verfaßte er seineFabeln", auch begann er die erst 1772alsEmilie Galotti" vollendeteVirginia". Nachdem er noch 1760 von der königlichenAkademie der Wissenschaften in Berlin zu ihrem Mitglieds gewählt war, ging er als Sc-cretair des Generals Tauenzien, Gouverneurs von Schlesien, nach Breslau. Lheils dieAbsicht, auch einmal die bis dahin stets geflohene Gebundenheit eines bestimmten Berufs,theils der Wunsch, neue, unter Friedrich II. so bedeutende Lebensverhältnisse kennen zulernen, scheinen ihn zu diesem Schritte bewogen zu haben. Die bedeutendste Frucht diesesbis > 765 bestehenden Verhältnisses warL.'s vollendetstes DramaMinna von Barnhelm",nach Gocthe's Urtheildie erste, aus dem bedeutenden Leben gegriffene Thealerproductionvon specifisch temporairem Gehalt, die deswegen auch eine nie zu berechnende Wirkung that".Der Aufenthalt in Breslau verstrich fast ohne alle Verbindung mit den ältern Freundenin einer reichen Abwechselung angestrengter Thätigkeit und des angeregtesten geselligenLebens; daß aber letzteres, namentlich das ihm oft zum Vorwurf gemachte Hazardspielnie die Oberhand gewann, bewies L. selbst am schlagendsten dadurch, daß er 1766 zurÜberraschung auch seiner nächsten Freunde sein MeisterwerkLaokoon, oder über die Gren-zen der Poesie und Malerei" erscheinen ließ. Dieses Werk, auch in stilistischer Beziehungunbedingt classisch, hat bis auf den heutigen Tag den nachhaltigsten Einfluß auf die Kritiksowol der redenden als der bildenden Künste, ja auf Geist und Richtung der gesammtcnAlterthumswiffenschaft geübt. Damit gingen nahe zusammen mehre kleine Abhandlungen,unter denen dieWie die Alten den Tod gebildet" (1760) oben ansteht. Diese Richtungvon L.'s Thätigkeit führte etwas später seinen Streit mit dem eben so eitlen und anmaß-lichen als ungründlichen Klotz (s-d.) herbei, der mit des letztem wissenschaftlicher Ver-nichtung endete. Nach zwei in Berlin unzufrieden verlebten Jahren folgte L. einer Ein-ladung nach Hamburg, um an der dort beabsichtigten Herstellung des Theaters sich zubetheiligen; aber die Unfähigkeit der Unternehmer und die Uneinigkeit der Schauspielervereitelten seine großen Plane, denen wir seine unübertroffeneDramaturgie" (2 Bde-,1768) verdanken, ein Werk, welches auf seinem Gebiete, namentlich in dem Kampfe gegendie franz. und für die engl. Schaubühne ebenso bedeutend wirkte als derLaokoon"auf dem seinigen. Noch weniger als jenes theatralische Unternehmen glückte der mit I. I.C. Bode (s.d.) entworfene Plan einer Buchhandlung für Gelehrte, wozu L. das praktischeund ökonomische Geschick durchaus nicht besaß. Mit seiner Lage in Hamburg höchst unzu-frieden, gerieth er auf den Gedanken, nach Italien zu gehen, sich dort nach Winckclmann'sVorgang festzusetzen und nur noch über archäologische und Kunstgegcnstände lateinisch zuschreiben. Glücklicherweise hielt ihn hiervon ein Ruf des Erbprinzen Ferdinand von Braun-schwcig ab, der ihn an die Spitze der Bibliothek in Wolfenbüttel stellte,mehr damit L. dieBibliothek, als daß die Bibliothek ihn nutze". Im Apr. >770 trat er dieses Amt an, nach-dem er noch in Hamburg eine Verbindung mit einer trefflichen Frau, der Witwe König,geknüpft hatte, die er im Herbst >776 heirathetc, aber schon nach kaum anderthalb Jahrenim Wochenbett verlor. In Wolfenbüttel beschäftigte er sich fast ausschließend mit Ausbeu-tung der dortigen literarischen Schätze; gleich anfangs that er einen bedeutenden Fund anderlange verloren geglaubten Schrift des Berengar von Tours (s.d.) über die Abend-mahlslehre gegen Lanfranc. In den I. >774 und 1778 gab er dieWolfenbüttelschenFragmente eines Ungenannten" heraus, als deren Verfasser erst später H.S. ReimaruS(s. d.) bekannt wurde,amd gerieth so auf den Boden theologischer Kämpfe. Gleich entferntvon einem blinden Wortglauben wie von der seichten Aufklärerei jener Tage wurde ereiner der Hauptdegründer einer freien theologischen Wissenschaft; er selbst aber hatte nurLeiden und Kämpfe davon. Sein Hauptgcgner, der orthodoxe Pastor Joh. Melch. Götze(s.d.) in Hamburg veranlaßte L.'s geistvollenAntigötze". Mit derCensur hatte er in Folgederselben Veranlassung mancherlei Kämpfe zu bestehen; ihr verdanken wir aber auch seinenNathan der Weise" (1780), der L.'s Glaubensbekenntniß in vollendeter poetischer Formenthält. In Verbindung stehen damitErnst und Falk, Gespräche über die Freimaurerei",(1778). Seine letzte literarische Arbeit warDie Erziehung des Menschengeschlechts"(l 7 8V), welche den Keim zu Herder's und allen spätem Werken über Philosophie der Geschich-te enthält; ein neuererVersuch, ihm die Autorschaft dieses Werkes abzusprechen, ist durchaus