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Lessiiig (Gotthold Ephraim)
zu Paris am 6.Mai > 834. Bon ihm erschienen „Observation? sur In Liberia et leKain-<setn>tkea" (2 Bdc., Par. 1790). — Sein Sohn Ferdinand de L. war seit 1839 Gene»ralconsnl zu Barcelona und zeigte hier seit > 8 lI eine außerordentliche, gegen die Regent'schaft Espartcro's gerichtete Tätigkeit. Seine Feinde beschuldigten ihn sogar, daß er denAufstand im Nov. 1842 angezettclt und die verhängnißvollc Krisis, in welche Spaniendarüber verfiel, herbeigeführt habe. Man glaubte, die franz. Negierung würde das Beneh-men ihres Agenten mißbilligen, allein L. empfing bald nachher den Orden der Ehrenlegion.Im Aug. 1844 wurde er auf das Gerücht, der Vicekönig Mehemcd Ali von Ägypten habeseine Negierung nicdergelegt, an Lavalckte'S Stelle als Gencralconsul nach Alexandriengeschickt. — Mathieu, Graf de L-, ein Verwandter der Vorigen, gcb. 1774, wurde1792 franz. Geschäftsträger in Marokko, 1799 Cvnsul zu Cadix, dann in Ägypten und18»6 zu Livorno. Im I. 1808 wurde er Präsident des Jonischen Senats, und als Napo^leon l 815 von Elba zurückkehrte, erhob ihn derselbe zum Grafen und ernannte ihn zumPräfecten des Departements Cantal. Ludwig XVlll. gab ihm 1817 eine diplomatischeSendung nach Marokko; 1827 aber erhielt er das Gcneralconsulat in Syrien, später daszu Tunis, wo er am 28. Dec. 1832 starb.
LesslNg (Gotthold Ephraim), derReformator der deutschen Nationalliteratur und desgeistigen Lebens in Deutschland überhaupt, war am 22. Jan. I 729 zu Kamenz in der sächs.Oberlausitz geboren, wo sein Vater erster Prediger war. Der erste Unterricht, den der regsameKnabe durch seinen ernsten und gelehrten, streng lutherisch-orthodoxen Vater erhielt, warhauptsächlich religiösen Inhalts; durch einen spärern Hauslehrer Mylius knüpfte sich dieVerbindung mit dessen seiner Zeit als Freigeist viel genanntem Bruder au. Von der Stadt-schule in Kamenz kam er1741 auf die Fürstenschule zu Meißen; hier brachte er fünfJahre zu,schon damals große Selbständigkeit in eifrigen, frei gewählten Studien vcrrathend; Pie altenSprachen und Mathematik waren seine Hauptbeschäftigung, neben welcher jedoch auch diedeutsche Dichtkunst schon berücksichtigt wurde. Im I. I746 bezog er die Universität zuLeipzig;statt jedoch nach dem Willen seiner Altern Theologie zu studiren, fand er blos an Erncsti'sVorlesungen Gefallen; außerdem beschäftigte er sich mit den verschiedensten Wissenschaften.,Er suchte durch Leibesübungen seine körperliche Kraft und Gewandtheit zu erhöhen, machteBekanntschaft mit Schauspielern, namentlich mit der berühmten Schauspieldirectorin N e u-ber (s. d.), die seinen „Jungen Gelehrten" auf die Bühne brachte, und nahm Theil an derästhetischen Wochenschrift „Ermunterungen". Eine dauernde Freundschaft schloß er mitC- F. Weiße (s. d.). Aus dieser Zeit stammt neben mehren Dramen die Mehrzahl seinerkleinen anakreontischen Gedichte, obwol er selbst weder von Liebe noch von Wein viel zugenießen hatte. Die Unzufriedenheit der strengen Ältern mit dieser Lebensweise vcranlaßteeine kurze Rückkehr nach Kamen;. Nach nochmaligem, durch mancherlei Unannehmlichkeitenverleidetem Aufenthalte in Leipzig folgte er >7 50 seinem Freunde Mylius nach Berlin.Hier ließ er seine „Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters" erscheinen und seineGedichte unter dem Titel „Kleinigkeiten". Doch »och in demselben Jahre ging er nach demWunsche seiner Ältern nach Wittenberg, wo er mit einem jüngern Bruder studirtc undMagister wurde. In diese Zeit fallen mehre seiner Übersetzungen, z. B. von des SpaniersHuartc „Prüfung der Köpfe"; ferner eine Kritik der „Mcssiade" und zahlreiche gelehrteSammlungen. Seit 1753 wieder in Berlin, redigirte er den gelehrten Theil der „VossischenZeitung", und ließ seine „Kleinen Schriften" (2 Bdc.) und die „Theatralische Bibliothek",(2 Stück) erscheinen. Während eines streng zurückgezogenen Äusenthalts in Potsdam imI. 1755 vollendete er sein Trauerspiel „Miß Sara Sampson", mit welchem er nicht nurdas bürgerliche Drama in Deutschland einführtc, sondern dem deutschen, bisher ganz vonfranz. Mustern abhängigen Drama überhaupt eine ganz neue Bahn anwies. Der Plan,mit einem leipziger Kaufmanne eine große Reise zu unternehmen, wurde der Kriegsunruhcnwegen nur bis Holland ausgeführt; durch einen unangenehmen Proceß mußte er die Er-füllung der von seinem Begleiter eingegangcnen Verpflichtungen erzwingen. Von da anbis 1760 lebte er theils in Leipzig, theils in Berlin und trat mit E. v. Kleist und Gleim,später mit Namler, Fr. Nicolai und Moses Mendelssohn in enge Verbindung. In Ge-meinschaft mit den beiden Letztem begann er die „Bibliothek der schönen Wissenschaften"