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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
709
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Lesche Lesenrethoben 769

noch erholten sich die Städte auf L. bald wieder. Die Lesbicr selbst waren im Alterthumcihrer Ausschweifungen wegen übel berüchtigt, standen aber zugleich in dem Rufe der fein-stcu Lebensart und hoher Geistesbildung. Besonders berühmt war die lesbische Schule derMusik, deren Ursprung man mit der Sage von Orpheus in Verbindung setzte, und vor Al-len zeichneten sich darin Arion von Methymna und Terpander von Antissa aus, sowie un-ter den lyrischen Dichtern Alcaus und Sappho als die vornehmsten genannt werden. Auchwurden die Weisen und Philosophen Pittakus, Theophrast und Thcophanes und der Ge-schichtschreiber Hcllanikus hier geboren, und auswärtige Gelehrte wählten sie zu ihremAufenthaltsorte, wie Epikur und Aristoteles, welche eine Zeit lang Vorlesungen daselbsthielten. Vgl. Plehn,I^esümcormn über" (Bert. I82ü)und Zander,Beiträge zurKundcder Insel L." (Hamb. 1827, 4.). Die Hauptstadt der Insel ist gegenwärtig Castro mitI NVOO E., zwei Häfen und zwei Kastellen, sowie mit nicht unbedeutendem Schiffbau undSechandel. Bei Mctelino, dem alten Mitylene, finden sich mehre Überreste alter Denkmäler.

Lesche hieß in Griechenland ein öffentliches Gebäude mit einer Halle, worin müßigeLeute, thcils um sich zu unterhalten, theilS um Geschäfte abzumachen, zusammenkamcn,Einzelne wol auch übernachteten, dessen Besuch aber von der anständigen Volksclasse inder Regel vermieden wurde. (S. Gasthäuser.) Besonders wichtig für die Kunst undberühmt durch die von Polygnotns (s-d.) ausgeführtcn Wandgemälde war die Lescheder Knidier, welche sich innerhalb, der Mauer des Tempelhofs zu Delphi befand.

Lesemethodcn. Die Art und Weise, wie dem Anfangsschüler die mechanische Lese-fertigkeit angeeignet wird, erlaubt mehrfache Abänderungen, die sich auf drei wesentlich ver-schiedene Leselchrartcn zurückführe» lassen, nämlich ans die sogenannte Wort-, Syllabir-nnd Elemcntirmcthvde. Bei der Wortmcthode werden dem Schüler Wörter so langevorgclcsen, bis er durch Nachsprcchcn und Lesen sic richtig aussprechen und selbst lesen kann.Es wird dabei dem Lernenden allein überlassen, nach und nach die Ähnlichkeiten in den Be-standtheilen der Wörter und deren Aussprache zu abstrahiren und so allmälig zu der Fer-tigkeit zu gelangen, auch solche Wörter selbständig richtig zu lesen, die ihm nicht vorher vor-gesprochen und vorgclcsen wurden. Die Sy ll a bi rm eth od c beruht anfdemsclbenGrund-satze, nur daß bei ihr der Anfänger zunächst im Lesen bloser Silben geübt wird. Diese bei-den Leselchrartcn sind verwerflich, weil sie, gar zu mechanisch, dem Kinde nicht Anregunggenug zur Selbstthätigkeit geben. Deshalb haben sie auch niemals Verbreitung erhalten.DieElementirmethode ist die angemessenste. Siebringt die einzelnen Buchstaben undderen Laute zur Anschauung, ist schon im Alterthumc gebraucht worden, hat zu Ende desvorigen und im Anfänge des gegenwärtigen Jahrhunderts mehrfache Modifikationen undVerbesserungen erfahren und ist entweder Buchstabir- oder Lautirmethode. Jenehat von den ältesten Zeiten bis fast zu Ende des 18. Jahrh. allein geherrscht, wenn auchschon seit dem l v. Jahrh. Zweifel an der Vortrefflichkeit derselben laut wurden. Die Lautir-odec Lautmcthodc ist hauptsächlich durch L. Hoffmann, Stcphani (s. d-), Olivicr, Krug(s. d.), Zeller, Pöhlmann, Graser (s. d.) u. A. ausgebildet und verbreitet worden, aber inverschiedenen Modifikationen. Sic beruht darauf, daß der Lernende angcleitct wird, Formund Laut der Buchstaben aufzufassen und durch Hervorbringung der einzelnen Laute undSchalle (Lautiren), woraus die Silben und Wörter bestehen, diese lesen zu lernen. Diehauptsächlichsten Modifikationen derselben bestehen darin, daß entweder jeder Konsonantohne Zusatz eines Hülfsvocals mit dem ihm eigenthümlichen Laute in völliger Reinheit an-gegeben (Stephani), oder daß den Consonantcn, um sie hörbar zu machen, ein kurzes e beider Aussprache beigcfügt wird (Olivier), oder daß die Consonantcn selbständig gar nicht hör-bar gemacht, vielmehr nur als Mundstellungen betrachtet und nur in Verbindung mit denVocalen ausgesprochen werden (Graser). Die von Krug und Zeller herrührenden Modifi-cakionen der Lautmethode unterscheiden sich von der Stephani'schen nur durch die strengeAufeinanderfolge der Übungen und durch die Benennung der Buchstaben nach den bei ih-rer Aussprache thätigen Sprechwerkzeugen, und sind als Künsteleien wieder in Vergessen-heit gerathen. Ob bei der Lautmcthodc dem Schüler die Namen der Buchstaben und dannerst der Laut, oder der letztere allein gegeben werde, ist keine das Wesen der Lautmethode be^treffende Frage, jedoch scheint Letzteres vorzuziehen. Dagegen führt die häufig versuchte