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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
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708
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708 Lesage Lesbos

lehrte und ihm auch eine kleine Pension von 600 Livres gab. Da er mit seinen theatrali-schen Arbeiten bei dem Dlleütre srsnyais auf zu große Schwierigkeiten stieß, so schrieb ermeist für die kleinern Theater. SeinOrispin rivsl <Ie so« msitrs" fand außerordentlichenBeifall; ebenso später sein'kmi-caret" (1709), eine bittere Satire gegen die Finanziersdamaliger Zeit. Man bot ihm 100009 Francs, wenn er das Stück nicht zur Aufführungbringe, L. aber ließ sich trotz seiner Armuth davon nicht abhalten. Noch größern Ruhm er-warb sich L. durch seine bis jetzt noch unübertroffenen komischen Nomane. Dahin gehörenDe lliadle doitsiix" (4. Aust, Par. 1707; deutsch, Pforzh. 18-12) und vor AllemOil-I>Ius ile 8snliII<»ne" (2 Bde., Par. >715; 4 Bde., 1735; deutsch, Pforzh. >842). DieIdee zu ersterm gab ihm der span. Noman Vcle; de Euevara'sDI cliubolo eostielo", ohnedaß man ihm eine Nachahmung des span. Originals beimessen kann. Seine spätem Werke,bestehend in Vaudevilles, komischen Opern, Intermezzi, Divertissements, Possen u. s. w.,finden sich in demDlieatie <!« In foirs" und in derCollie bibliotliecpie lies tlieütres".Auch sind noch von IhmDes »venture» <1e Ou^msii «I'^It'urnclis" (2 Bde., Par. 1732),ein trefflich niedrig-komischer Roman nach dem Spanischen des Alaman, und der NomanDe buellelier <Ie 8iv1»msn<i»e" (2 Bde., Par. 1738), der indeß weniger gelungen, zu er-wähnen. In seinem Alter betrübte es ihn sehr, daß zwei seiner Söhne wider seinen WillenSchauspieler wurden; doch verzieh er Beiden, hingerissen von der Künstlerschaft des älte-sten, der als Schauspieler sich Montmenil nannte. In der letzten Zeit seines Lebens em-pfand er einen merkwürdigen Einfluß der Sonne auf seinen Körper. Wenn sie aufstieg,fühlte er sich wohl; wenn aber der Tag sich zu neigen begann, fiel er in einen Zustand derAbspannung, welcher bis zum Wiederanbruche des Tags dauerte. Er starb am 17. Nov.1747. Eine schöne Ausgabe seinerOeuvres cumpietes" erschien in Paris 1830.

Lesage (pseudonym), s. Las Cafes (Graf).

Lesbönax, ein griech. Rhetor im I.Jahrh. n. Chr., wahrscheinlich aus Mitylcneauf Lesbos gebürtig und in der dortigen Nedncrschule gebildet, verfaßte mehre Schriften,von denen nur zwei im Geiste der alten Attiker geschriebene Declamationen oder Kunstre-den, die eine vom korinth. Kriege, die andere ein Aufruf der Athener zum Kriege gegenSparta, auf uns gekommen sind, welche sich in den Sammlungen derOraleres Ai-sec."von Neiske, Bekker und Sauppe befinden und von Orelli (Lpz. 1820) besonders heraus-gegeben worden sind.

Lesbos, eine Insel im Ägeischen Meere, an der asiat. Küste, 12'/- OM. groß,jetzt nach der ehemaligen Hauptstadt Mitylcne auch Metelino und von den TürkenMidilli genannt, in dem nördlichen Winkel des Archipelagus, mit 50000 meist griech.Bewohnern, erhielt der Sage nach ihren Namen von Lesbos, einem Sohne des Lapithes,der auf den Rath des Orakels eine Colonic hierher geführt hatte, die anfangs Pelasgia hieß,und war reich an Marmor und Edelsteinen, an Holz, Getreide, Wein, Oliven und Feigen,die noch gegenwärtig für die vorzüglichsten gelten. Unter den neun ehemals blühenden Städ-ten waren besonders Mitylcne (s.d.), Pyrrha, Methymna, Arisba, Eressus und Antissaberühmt; jetzt zählt man daselbst etwa 120 Flecken und Dörfer. Aus einer unbedeutendenMonarchie erhob sich L. zu einer mächtigen Demokratie und machte hierauf nicht-blos aufdem festen Lande und dem ehemaligen Gebiete von Troja Eroberungen, sondern widerstandauch den Athenern in dem sogenannten stgeischen Kriege. Dann wurde es von Samos unddarauf von den Persern beunruhigt, deren Oberherrschaft es endlich anerkennen mußte, biscs nach der Schlacht bei Mykale im 1.47» v. Chr.das pers. Joch wieder abwarfund AthensBundesgenosse wurde. Während des Peloponnes. Kriegs trennte es sich mehrmals vonAthen, wurde aber immer wieder zum Gehorsam zurückgebracht. Namentlich reizte ein vor-nehmer Bürger von Mitylcne aus Privatrache, indem er diese Stadt eines Bündnisses mitden Spartanern beschuldigte, die Athener zu einem Kampfe gegen die Insel, welcher dieSchleifung der Mauern von Mitylcne, die Wegnahme der Schiffe und Tödtung von tau-send der reichsten Einwohner zur Folge hatte. Außerdem wurde L. mit Ausnahme des Ge-biets von Methymna, das damals gegen Athen die Waffen nicht ergriffen hatte, in 3000Theile zerstückelt, von denen 300 dem Dienste der Götter geweiht, die übrigen aber unteralhen. Bürger verthcilt und von diesen an die alten Eigenthümer verpachtet wurden. Den-