704 I/kM Lepsius (Karl Rich.)
seiner Gemahlin Junia, einer Schwester des M. Brutus, gezeugt hatte, gegen das Lebendes Octavian nach der Schlacht bei Actium anzetlelte und dafür mit dem Tode büßte, haueer keinen Theil genommen.
I/epra, s. Aussatz.
LepslUs (Karl Pet.), ein ausgezeichneter Kenner der mittelalterlichen Baukunst undgeschätzter kritischer Forscher auf verschiedenen Gebieten der deutschen Alterthümer, geb. znNaumburg an der Saale am 2. Juni 1775, besuchte die dasige gelehrte Schule und stu-dirte die Rechte in Leipzig und in Jena (1793—96), worauf er in Naumburg Advocatund 1798 Mitglied des Magistrats wurde. In letzterer Eigenschaft erwarb er sich bei denKricgsdrangsalen, welche die franz. Invasion im Oct. 1800 überNaumburg brachte, großeVerdienste um seine Vaterstadt. Nach seiner Ernennung zum königlich sächs. Finanzpro-curator für den thüring. Kreis im I. >810 gab er die Magistratsstelle auf und beabsich-tigte, sich blos der juristischen Praxis zu widmen. Nach der lützner Schlacht aber und vorund nach der Schlacht bei Leipzig sah er sich wieder zur Vertretung der Interessen Raum-burgs veranlaßt, die er zuerst in Naumburg selbst, dann nach seiner Anstellung bei demGeneralgouvernement in Leipzig mit vieler Umsicht wahrnahm. Bei der Verlegung ge-nannter Behörde nach Dresden wurde er Mitglied des für den thüring. Kreis bestelltenCcntralhülfsausschusses und führte von 18 l 4— 16 dessen Direktorium. Nachdem Naum-burg an Preußen übergegangen war, wurde er zuerst 1816 Director des Jnquisitoriats,vertauschte aber 1817 diese Stelle mit der eines Landraths des Kreises Naumburg. Zu-nehmende Kränklichkeit bewog ihn, 1841 um seine Entlassung aus dem Staatsdienste einzu-kommen, die ihm unter Beilegung des Titels eines Gch.Negicrungsraths bewilligt wurde.Seitdem lebt er seinen historisch-antiquarischen und archäologischen Forschungen; namentlichbeschäftigt ihn der Druck seiner urkundlichen „Geschichte der Bischöfe des Hochstifts Naum-burg vor der Reformation", eines für deutsche Specialgeschichte wichtigen Werks, indemes die Ergebnisse vieljähriger Sammlungen und gelehrter Forschungen enthalten wird.Von seinen frühcrn Arbeiten nennen wir die kleine Schrift „Über die Sage von den Hus-siten vor Naumburg" (Zeih I8I I) und die Beschreibung des „Moritzklosters in Naum-bürg" (Naumb. 1835); ferner die „Beschreibungen der Schlösser Rudelsburg und Saal-eck" (Naumb. 1824) und der „Stadtkirche und Schloßkapelle zu Freiburg" (Lpz. >839,Fol.); dann die zwei Lieferungen „Sphragistischer Fragmente" und die beiden Haupt-werke „Über das Alterthum und die Stifter des Doms zu Naumburg" (Naumb. 1822)und „Über den Dom zu Naumburg" (Lpz. 1841, Fol.). Ein besonderes Verdienst hat ersich durch die 1820 bewirkte Stiftung des Thüring.-sächs. Vereins erworben. Er unterzogsich drei Jahre lang der Leitung desselben, besorgte die Geschäftsführung und schrieb diedrei ersten Jahresberichte, bis der Verein 1823 nach Halle verlegt wurde.
LepslUs (Karl Rich.), der Sohn des Vorigen, geb. zu Naumburg an der Saale am24. Dec. 1811, empfing die erste Bildung im ritterlichen Hause und dann von 1823 —28in der Landesschule Pforte. Er studirte Philologie in Leipzig, dann in Göttingen und be-gann schon hier die nachher in Berlin unter Bopp fortgesetzten Studien der vergleichendenSprachkunde. Im I. 1833 erwarb er sich durch Vertheidigung der Abhandlung „ve ta-inilis Lugubiois" in Berlin die philosophische Doctorwürde, und 1834 begab er sich, nachdem Erscheinen seiner „Paläographie als Mittel der Sprachforschung" (Berl. >834;2. Ausl., Lpz. 1842), zur weitern Betreibung seiner linguistischen und archäologischen Ar-beiten nach Paris, wo ihm die Empfehlung Alex, von Humboldt's die beste Aufnahme beiden franz. Gelehrten bereitete. Von hier ging er 1835 nach Italien. Den Winter verlebte erin Turin und Pisa und kam erst im Apr. 1836 nach Nom, wo er mit Bunsen, dem dama-ligen preuß. Gesandten, in die engste Verbindung trat, sich dem archäologischen Instituteanschloß und seine eigenen Studien vorzugsweise den Alterthümern Ägyptens zuwendcte.Große Äufmerksamkeit erregten schon seine „4,ettrs » Nr. Roselliin snr I'slpbsbet lnörogl)-xbiyue" (Nom 1837) und die folgenden, in den Abhandlungen des archäologischen Institutsgedruckten Schriften über mehre ägypt. Kunstdenkmäler; von bedeutenden,: Umfange war,,Das Todtenbuch der Ägyptier"(Lpz. 1842) aus einemhieroglyphischen Papyrus in Turin.Mitten unter diesen Arbeiten hatte er dem franz. Institute zwei Abhandlungen, die eine