7l>2 Leos Lepelletier
Rathsbibliothekar in Stralsund. Im I. >784 erhielt er die ihm versprochene Stelle zu sei
Upsala. Als bald nachher der König Gustav III. sein Drama „Helmfeld" in eine Oper de
umgestaltct zu sehe» wünschte, unterzog sich L. dieser Arbeit zur größten Zufriedenheit des di
Königs und kam dadurch seit >786 in dessen nähere Umgebung. Er wurde Mitglied der ' uineuerrichteten schwed. Akademie, >787 Bibliothekar zu Drottningholm, >789 Secretair I
des Königs und > 79» als Gesellschafter desselben nach Finnland berufen. Nach Gustav's lll. ti>
Ermordung unter der vormundschaftlichen Regierung jakobinischer Grundsätze wegen vor he
Gericht gestellt, fand er es für gerathen, als er hier freigesprochen war, sich nach Linköping m
zurückzuziehen, bis der junge König Gustav IV. Adolf die Negierung angetreten, der ihm D
>798 zum Kanzleirath erhob. Nach der Revolution von >899 wurde er in den Adel- P
stand erhoben und >818 Staatssecretair. Doch alle diese Auszeichnungen konnten bc
ihm keinen Trost für schwere häusliche Leiden geben. Die Reizbarkeit und heftige Ge> m
müthsstimmung seiner Frau und seine eigne Leidenschaftlichkeit führten fortwährend Stö- se>
rungen der häuslichen Ruhe herbei. Seine Frau verfiel endlich in Schwermuth, die in rü
völlige Apathie überging; auch er wurde von dieser Krankheit befallen, erblindete seit >822 ju
völlig, und als seine Frau gestorben, folgte er ihr wenige Monate darauf, im Nov. l 829, T
im Tode nach. L. hat sich, mit Ausnahme des Epos, fast in allen Dichtungsarten versucht. in
Er war der Hauptvertreter der franz. Geschmacksrichtung und wurde deshalb hart von der vc
Gegenpartei angegriffen, ließ sich jedoch wenig in literarische Streitigkeiten ein. Nach Kell- ih
gren's (s.d.) Tode stand er ohne Nebenbuhler da, und seine Trauerspiele „Oden" hl 79V) > lc
und „Virginia" (>799) stehen noch gegenwärtig in hohemAnsehen. Er selbst veranstaltete ^ Neine Sammlung seiner Schriften (3 Bde., Stockh. >81-1), welche nach seinem Tode um m
drei Bände (Stockh. > 831 —33) vervollständigt wurde. ai
Leos, ein attischer Heros, opferte einem Orakel zufolge zur Nettuug des Vaterlan- ^ ei;des seine Töchter, die Leoiden, Praxithea, Theope, Eubule, welche zu Athen auf demMarkte ein Heiligthum hatten. 1 A
Leotychldes, König von Sparta, aus der Familie des Prokles, regierte nach dem al
Sturze des Demaratus seit 491 v. Ehr. zugleich mit Kleomenes (s. d.) und dann mit H
Leonidas (s. d.). Er trug wesentlich zum Seesiege über die Perser bei M ykal e (s. d.) Sim I. 479 v. Ehr. bei, wurde aber bei einem gegen die wortbrüchigen Thessalier unternom- I si,menen Zuge der Bestechlichkeit angeklagt und endete, nachdem er 22 Jahre dem Staate Ogedient hatte, 4 66 v. Ehr. zu Tegea im Exil. di
Lepanto, Stadt und Eparchie in der griech. Provinz Atollen, von den Türken Ai- 4!
n abekti genannt, das alte Naupaktos, in dessen Nähe eine der Venus geweihte Grotte lü
sich befand, in welcher heirathslustige Witwen die Göttin um einen zweiten Ehemann an- ti,
flehten, liegt am Meerbusen gleiches Namens, der durch die Schlösser Morea- und Rome- de
li-Kapak (die sogenannten kleinen Dardanellen, dem Nhion und Antirhion der Alten ent- tii
sprechend) in der Meerenge an seinem Eingänge aus dem Meerbusen von Patras verthei- de
digt wird und von da an zwischen Morea und dem Festlande bis zur Landenge von Korinth v<
sich hinzieht. Die Stadt ist befestigt, der Sitz eines griech. Erzbischofs und hat gegen b<
2999 E. und einen Hafen. Bei L. siel am 7. Oct. >57l die Seeschlacht zwischen den le
Türken und der ital.-span. Flotte unter Don Juan d'Austria (s. d.) vor. Die türk. . di
Flotte bestand aus 259 Galeeren, 79 Fregatten und Brigantinen; die ital.-spanische aus , 4
219 Galeeren, 23 Transportschiffen und 6 Galeassen. Noch vereinigten sich mit der span. I
Hauptflotte eine von den Venetianern gesandte Hülfsflotille und einige päpstliche Galeeren. rc
Der Sieg entschied sich für die Christen. Die Türken verloren an > 59 Schiffe; > 39 da- si
von wurden im Triumph nach Messina geführt, die übrigen vernichtet. Mehr als l 59V9 zc
wurden in der Schlacht getödtet und 5999 christliche Sklaven in Freiheit gesetzt. Doch gauch die Christen verloren über 5999 M. an Tobten und Verwundeten. ü
Lepelletier (Louis Michel), Graf von Saint-Fargeau, Generaladvocat und , lc
Präsident des Parlaments zu Paris, geb. am 29. Mai >769, wurde l78S vom Adel von E
Paris zur Versammlung der Eeneralstaaten gesendet, wo er sich, obschon außerordentlich n
reich, der beginnenden Staatsumwälzung leidenschaftlich ergeben zeigte. Nach Verein!- n
gung der drei Stände zur Nationalversammlung erklärte er sich im Juni 1799 für die Ab- ii