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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
701
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Leopold (Prinz von Brarmschweig) Leopold (Karl Gustaf af) 701

1802 erfolgten Tode seinesVaters, unter der Leitung seiner geistreichen Mutter, Pauline(s. d.), die während seiner Minderjährigkeit regierte, sorgfältig erzogen und unterrichtet.Im 1.1814 bezog er mit seinem Bruder Friedrich die Universität zu Eöttingen, und181819 bereiste er die Schweiz und Italien. Nachdem er sich am 23.Apr. 1820 mit derPrinzessin Emilie von Schwarzburg-Sondershausen, geb. am 23. Apr. 1800 , vermählthatte, übernahm er am 4. Juni die Regierung, die er im Geiste seiner Mutter fortführte.Er verbesserte die Policeiverwaltung, verminderte die Abgaben, beförderte die Landescultur,ordnete den Staatshauehalt nach den Grundsätzen besonnener Sparsamkeit und sorgte mitUmsicht für die Bedürfnisse derKirchcn und Schulen. Die Residenz Detmold verdankt ihmnamentlich den Bau eines Theaters und eine öffentliche Bibliothek und der Badeort Mein-berg seine Anlagen. Das beiweitem wichtigste Geschenk aber, welches er dem Lande machte, -war die landständische Verfassung von >830. (S. Lippe-Detmold.) Er ist^erccht undhuman, vorsichtig und selbständig in der Wahl seiner Näthe und ein musterhafter Familien-vater. Seine Hofhaltung ist einfach und nicht kostspielig, sein Lieblingsvergnügen ist Jagd,ausgezeichnet sein Marstall. Die fürstlichen Kinder sind der Erbprinz Paul Friedrich EmilLeopold, geb. am 1. Sept. 1821; Luise, geb. 1822, Äbtissin der Stifter Kappel undLemgo; Woldemar, geb. 1824; Friederike, geb. 1825; Friedrich, geb. 1827;Hermann, geb. 1829; Alexander, geb. 1831, undPauline, geb. 1834. DerBruder des Fürsten, der Prinz Friedrich, geb. >797, ist in ausländischen Kriegsdiensten.

Leopold (Maximilian Julius), Prinz von Braunschweig, jüngster Sohn desHerzogs Karl von Braunschweig und Bruder des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand, geb.zu Wolfenbüttel am 10. Oct. 1752, genoß eine treffliche Erziehung unter Anleitung desnachmaligen Abts Jerusalem und machte in Strasburg seine akademischen Studien. InLessing's Begleitung bereiste er sodann Italien. Als Neffe Friedrich's des Großen wurde er1770 Chef eines Infanterieregiments zu Frankfurt an der Oder, wo er nach beendigtembair. Erbfolgckriege, den er mitmachte, seit 1779 seinen bleibenden Aufenthalt nahm.Durch seine Herzensgüte, werkthätige Theilnahme für Alles, was das öffentliche Wohlerheischte, und seine Bereitwilligkeit zur Linderung jedweder Noth seiner ärmer» Brüdererwarb er sich in Frankfurt die allgemeinste Verehrung. Eine durchaus edle, leicht erregbareNatur, setzte er sich indeß keck über die Schranken der Convenienz hinweg, was ihm wieder-holt strengen Tadel von Seiten Friedrich's des Großen zuzog. Hauptsächlich ihm und seinemRegiment hatte man 1780 die Erhaltung der Dämme zu danken, wodurch die Vorstädte vorder Überschwemmung gerettet wurden. Gleiche Thätigkeit zeigte er bei mehren Feuersbrün-sten, welche in dieser Zeit die Stadt betrafen. Auch stiftete er in Frankfurt eine Schule fürarmeKinder derSoldaten seines Regiments, die noch gegenwärtig besteht. Beim Aufgangedes Eises ertrank er am 27. Apr. 1785 in den Fluten der Oder noch innerhalb derDamm-vorstadt von Frankfurt am rechten Ufer des Stromes. Die Sage läßt ihn als Opfer derMenschenliebe fallen, als er bemüht war, in einem Kahn die von Wasserfluten und Eis-schollen bedrohten Bewohner der untern Dammvorsiadt zu retten, und ein Monument vonStein mit seinem Standbild am rechten Oderufer auf dem Damm erinnert noch gegen-wärtig an sein heldenmüthiges Unternehmen. Dagegen hat G. W. Keßler in Raumer'sHistorischem Taschenbuche" (Neue Folge, Jahrg. 5, Lpz. 1844) nach Aussagen vonÄugenjeugen und aus andern Umständen nachgcwiesen, daß an gedachtem Tage gar Nie-mand in Gefahr und zu retten war, daß der Prinz vielmehr in einer Anwandlung von Ver-wegenheit mit zwei Leuten seines Regiments den Versuch gemacht habe, auf einem Kahnedurch die Lücke der eingestürzten Brücke, durch die der Strom mit furchtbarer Gewalt sickstürzte, hindurchuifahren, und daß er hierbei seinen Tod gefunden.

Leopold (Karl Gustaf af), schweb. Dichter, geb. zu Stockholm 1 750, kam als Kindnach Norrköping, wohin sein Vater versetzt wurde, und erhielt hier durch einen Franzosen sei-nen ersten Unterricht, besuchte dann die Schule zu Söderköping und seit 177 3 die Universitätzu Upsala, die er aber seiner dürftigen Umstände wegen bald wieder verlassen mußte. NachNorrköping zurückgekehrt, lernte ihn der Professor Liden kennen und bestimmte ihn zum künf-tigen Aufseher der Bibliothek, die er der Universität zu Upsala geschenkt hatte. L. ging nun1781 nach Greifswald, wo er als Doctor der Philosophie promovirte, und wurde 1782