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Leo l. Leo X.
stiren; L. IX., 1049—54, vorher Bischof von Toul, wurde in Worms gewählt und begannauf Hildebrand's Nach den Kampf gegen Simonie und Ehe der Geistlichkeit durch zahl-reiche Visitationssynoden; Leo X. ff. d.) regierte 1513—21; Leo XI., gewählt 1605,starb schon nach 27 Tagen; Leo XII. (s. d.) regierte >823—29.
Leo I. oder der Große, Papst 440—461, nach Einigen in Nom, nach Andern inToscana geboren, wurde von den Päpsten Cölestinus I. und Sixtus III. in wichtigen An-gelegenheiten zu Rache gezogen und 410 des Letztern Nachfolger auf dem heiligen Stuhle.Er war der erste Papst, welcher die Idee des röm. Primats klar erfaßt hatte und, begünstigtdurch mancherlei Umstände sowie durch das Gesetz Valentinian's III. vom I. 445, zu reali-siren strebte. In dem langwierigen Streite über die Naturen in Christo zeigte er dogma-tischen Scharfsinn und Takt; sein „Brief an Flavian, Bischof von Konstantinopel" ent-schied aus dem Concil zu Chalcedon (s. d.), und überhaupt übten seine Schriften auf dieabendländische Dogmatik großen Einfluß. Als im I. 451 Attila (s d.) Nom bedrohte,wählte der Kaiser Valentinian lll. ihn zu seinem Gesandten, um mit Attila über den Friedenzu unterhandeln, den er auch zu Stande brachte. Als jedoch 455 der Vandale GcnserichRom überfiel und es plündern ließ, vermochte er von diesem weiter nichts zu erlangen, alsdaß kein Mord begangen, die Stadt nicht angezündet wurde und die drei vornehmstenKirchen »»geplündert blieben. Er starb im I. 461. Seine Werke, die in 06 Predigten,41 Briefen und einigen Abhandlungen bestehen, wurden am besten zu Venedig (3 Bde.,1755—57) hcrausgegeben. Vgl. Arendt, „Leo der Große und seine Zeit" (Mainz 1835).
LeoX., Papst 1513—21, geb.zuFlorenz1475, hieß eigentlich Giovanni von Mediciund war der zweite Sohn Lorenzo's von Medici. Er erhielt in seinem siebenten Jahre die Ton-sur, studirte unter der Leitung desChalkondylas undPolizian die Schriften der alten Philo-sophen und wurde schon 1488 zum Cardinal ernannt, trat jedoch erst 1402 als Mitglied desheiligen Collegiums ein. Da er sich der Wahl Alexander's VI. zum Papste widersetzt hatte,vertauschte er Nom mit Florenz, bis die Vertreibung seiner Familie ihn nöthigte, nach Bo-logna zu flüchten. Im 1.1400 besuchte er Venedig, Deutschland und Frankreich, dann kehrteer nach Rom zurück, wo er den Vergnügungen einer ausgesuchten Gesellschaft lebte und sichbesonders mit Musik und schöner Literatur beschäftigte. Erst 1505 begann seine Thcilnahmcan den öffentlichen Angelegenheiten. Vom Papst Julius II. wurde er zum Statthaltervon Perugia ernannt und > 511 unter dem Titel eines Legaten von Bologna an die Spitzedes päpstlichen Heers in der heiligen Ligue wider Frankreich gestellt. In der Schlacht vonRavenna, im I. 1512, wurde er von den Franzosen gefangen. Nach seiner Freilassungkehrte er nach Bologna zurück, wo er als Legat die Verwaltung übernahm. Hierauf wirkteer kräftig mit zur Wiederherstellung der Mediceer und blieb in Florenz, bis Julius' II. Todihn nach Nom rief, wo er 1513 unter dem Namen Leo X. den päpstlichen Stuhl bestieg.Sofort ernannte er zwei der vorzüglichsten Schriftsteller seiner Zeit, Bcmbo und Sadolet,zu päpstlichen Secretaircn. Seiner auswärtigen Politik gelang cs, die Verhältnisse mitFrankreich friedlicher zu gestalten und Ludwig Xll. sogar dahin zu bringen, daß er im Dec.1513 dem Lateranconcilium beitrat. Nun wandte er seine ganze Sorgfalt auf Förderungder Literatur und der Wissenschaften.. Er stellte die Universität zu Nom wieder her, stattetesie mit Gütern und Freiheiten aus und berief die ausgezeichnetsten Männer zu Lehrern,gründete unter des JanoS Laskaris Leitung ein eignes Collegium zur Herausgabe gricch.Schriftsteller und lud die Besitzer alter Handschriften in allen Ländern ein, sie ihm zur Be-kanntmachung mitzutheilen, in Folge dessen auch die fünf ersten Bücher der „Annalen"des Tacitus zum Vorschein kamen. Um ein Bündniß zwischen Frankreich, Spanien undOstreich zu hindern, begünstigte er die Aussöhnung der Könige von England und Frankreichund gab sich aus Rücksicht aus seine Nepoten den Schein, selbst Ludwig's XII. Plan aufMailand zu befördern. Dennoch drohte neuer Krieg mit Frankreich, als nach Ludwig's XII.Tode Franz I. >515 den Thron bestiegen hatte. Allein L. schloß mit dem jungen Königezu Viterbo schnell Frieden und beredete ihn bald darauf bei einer Zusammenkunft in Bo-logna zur Aufhebung der pragmatischen Sanktion, sowie zur Abschließung eines Con-cordats, durch welches die Früchte des kostnitzer und baselcr Concils für Frankreich verlorengingen. Um die Macht seines Hauses zu vergrößern, benutzte er 1516 einen Vorwand,