Lenz (Harald Otmar) Leo (Päpste) 685
prjus, dem ec nach der Schlacht bei Pharsalus nach Ägypten folgte, wo ihn die Rache desPtolemäus tödten ließen.
Lenz (Harald Otmar), Lehrer an der Erziehungsanstalt zu Schnepfenthal, geb.ebendaselbst >799, studirte in Leipzig, Göttingen und Berlin, erhielt seine gegenwärtigeStellung, nachdem er als Lehrer in Thorn und Maricnwerder sich kurze Zeit aufgehaltenhatte. Er erwarb sich manches Verdienst um deutsche Naturgeschichte, zumal durch gedul-dige Beobachtung der wenigen in Deutschland einheimischen Schlangenarten. Man ver-dankt ihm manche interessante Bemerkungen über die Lebensart, die Varietäten und dasVorkommen derselben, außerdem über das Gift der gemeinen Viper, gegen welches Chlor,innerlich gegeben, ein treffliches Mittel sein soll. Seine verdienstlichen Forschungen hat erniedergelegt in der „Schlangenkunde" (Gotha 1832); außerdem hat er noch eine „Ge-meinnützige Naturgeschichte" (-1 Bde., Gotha 1833—3»; 2. Aust., Bd. 1—3, 1832—33) und ähnliche populaire Schriften herausgegeben.
Lenz (Jak. Mich. Aeinhold), deutscher Dichter, bekannter als durch eigene Arbeitendurch seine enge Verbindung mit Goethe, war derSohn eines angesehenen Geistlichen in Lief-land, geb.zu Seßwegen am 12. Jan. 1750. Nachdem er in Königsberg studirt und sich kurzeZeit in Berlin aufgehaltcn hatte, ging er 17 71 als Führer eines jungen Adeligen nach Stras-burg. Hier trat er sehr bald in den Kreis ein, dessen Hauptmitglieder der ActuariusSalzmann,Goethe und Jung Skilling waren. Er verfaßte mehre dramatische Dichtungen und ästhe-tisch-kritische Aufsätze; durchgehend aber zeigte sich auch schon die später mehr und mehrüberhand nehmende Excentricität seines ganzen Wesens. Zum vollen Ausbruch kam die-selbe, als L. ein Jahr später in Sesenheim Friederike Brion (Goelhe's Friederike) kennenlernte und von der verzehrendsten, unerwiderten Leidenschaft zu ihr crgiffen wurde. Border geistigen Zerrüttung, die ihn bereits bedrohte, rettete ihn jetzt noch die Beschäftigungmit Plautus und Shakspeare und die thäkige Thcilnahme an einer von Salzmann 1775gegründeten Gesellschaft zur Ausbildung der deutschen Sprache. Am Weimar. Hofe, wo-hin er sich im Frühjahre >776 begab, konnte er trotz Goekhe's, Herdcr's und Wieland'sfreundschaftlichen Bemühungen bei seiner alle Schranken geselliger Formen überspringen-den Ungebundenheit nicht ausdauern. Nach dem Elsaß zurückgekehrt, verfiel er in völligenWahnsinn. Im Jan. >778 kam er im schrecklichsten Zustande zu dem Pfarrer Oberlin nachWaldbach. Da auch ein Aufenthalt bei Schlosser in Emmcndingen keine Heilung brachte,wurde er 1779 von einem Bruder in die Heimat geholt. Von seinen letzten Lebensjahrenwissen wir fast nur, daß er am 23. Mai >792 in Moskau im tiefsten äußern und innernElend starb, doch verließ ihn das Gefühl und der Stolz seines geistigen Neichthums nieganz. Seine „Gesammelten Schriften", die alle einen bedeutenden, aber nicht zur Klarheitund Ordnung durchgedrungenen Geist verrathen und zu den interessantesten Denkmälernder Sturm und Drangperiode der deutschen Literatur gehören, gab Tieck mit einer werth-vollen Einleitung heraus (3 Bde., Berl. >828). Vgl. Stöber, „Der Dichter L. und Frie-derike von Sesenheim" (Bas. 1832).
Lenzen, das alte Lunkini, eine Stadt in der Priegnitz des preuß. Regierungs-bezirks Potsdam, eine halbe Stunde von der Elbe, mit 2660E., ist geschichtlich merkwürdigwegen der Niederlage der Redariec durch die Deutschen unter König Heinrich 1. in dermörderischen Schlacht im I. 929. — Lenz euer Wische heißt die fruchtbare Marsch-gcgend an der Elbe, mit bedeutender Rindvieh- und Pferdezucht.
Leo ist der Name von zwölf röm.Päpsten. — Leo 1. oder der Große (s-d.) regierte336—361; L. II., 682—683, bestätigte das über seinen Vorgänger Honorius, derMo-nothelet gewesen, ausgesprochene Anathema; L.III., 795—816, belohnteKarl den Großenfür die vermehrte Pipin'sche Schenkung dadurch, daß er ihm die weström. Kaiserkrone aufdas Haupt setzte; L. IV., 837—855, war einer der Päpste, bei deren Wahl die kaiserlicheBestätigung bereits umgangen wurde; L. V., erwählt 967, regierte nur 36 Tage; L. VI.,928—929, und Leo VII., 936—939, lebten in den stürmischen Zeiten der Theodora undMarozia; Leo VIII., 963—965, wurde von Kaiser Otto I. statt des lasterhaften Jo-hann's XII. zum Papste gemacht und sprach dem Kaiser und seinen Nachfolgern mittelseiner merkwürdigen Urkunde das Recht zu, den Papst einzusetzen und die Bischöfe zu inve-