Lennep Lenoir 683
breitende» Schriften nennen wir feine nach den Proceßackcn gearbeitete „blistoire deäcuime d'^rc" (2 Bde., Par. 1753—54); „Uistoire <>e I» pliilosnpliie liermetigue"(3 Bdc., Par. >742); „Netliode pnur etudier le geogrupliie" (19 Bde., Par. >716;4. Auch, 1768); „Ue'tlindo ponr etudier I'üistoire" (Par. 1713; 12 Bdc., >735;beste Auch von Dronct, 15 Bdc., 1772); „'l'kddettes ciirniinlogikiiies Ne I'Iii-itoire uni-verselle" (Par. 1744; neue Auch, 2 Bde., 1778), und von seinen Untcrrichtsschriften die„6e»grapllie des enfuns" (Par. 1736; 15. Auch, 1817).
Lennep (Joh. Dan. van), ein namhafter Holland. Philolog, gcb. 1724 zn Leuwar-den, erhielt zu Franeker und später zu Leyden seine wissenschaftliche Bildung, wurde 1752Professor der alten Sprachen zu Groningen und zuletzt zuFraneker, wo er 1771 starb. Inseiner Ausgabe des KoluthuS (Leuward. >747 ; neuer Abdruck von Schäfer, Lpz. >823),sowie in der von Valckcnaer vollendeten Bearbeitung der „bPistolue" des Phalaris(2 Bdc., Gröning. 1777, 4.; neuer Abdruck von Schäfer, Lpz. >823) vermißt man beiaußerordentlicher Belesenheit und Gelehrsamkeit die gehörige Kürze in der Darstellung,während das aus seinen Vorlesungen von Scheid heraußgcgebcne „LHmologieum linguuegraec." (2Bdc., lltr. >796) reich an sonderbaren Hypothesen ist. — Zu derselben Familiegehört Dav. Jak. van L-, geb. am >5.Juli >774 zu Amsterdam, welcher anfangs dieRechtswissenschaften studirtc, später der Philologie sich widmete und 1799 eine Stelle amAthenäum seiner Vaterstadt erhielt, die er bald darauf mit der Professur dcr Bcredtsamkcitan der Universität zu Leyden vertauschte. Auch zeichnete er sich seit 1838 als Mitglied derStände durch seine Reden aus. Unter seinen in exegetischer Hinsicht sehr werthvollen Ar-beiten erwähnen wir die Vollendung der von de Bosch begonnenen Ausgabe der „^ntlm-logia graeca" (5 Bde., Utr. 1795—1822), die Bearbeitung der „Hcrvidcn" des Ovid(Amst. >897; 2. Ausl., >812) und der „Theogonic" des Hcsiod (Amst. >843), desglei-chen die in holländ. Versen verfaßte Übersetzung der „Werke und Tage" des Hesiod (Amst.>823). — Des Letztem Sohn, Jak. van L., gcb. zn Amsterdam am25.März >892, em-pfing seine Bildung thcils in seiner Vaterstadt, theils in Leyden, wo er die Rechte studirtc.Vor Allem indcß zog ihn die Dichtkunst an und schon seine „Akademischen Idyllen" fandenallgemeinen Beifall. Einen insbesondere ergiebigen ihm angemessenen Stofffand er in denLegenden undSagen scincsAatcrlandes, die er höchstpoetisch aufzufassen und in den gefäl-ligsten Formen wicderzugcbcn wußte. Hierher gehören seine drei größer« Dichtungen „UetI>u)« ter l.eede en Xdegild", „äaenkkl en kertliu" und „De strisd med Vluundere»".Eine deutsche Übersetzung seiner „Hollands romantische Geschichte" lieferte Lcrz (Bd. > —11, Aachen >849—43). Die politischen Ereignisse des I. >839 begeisterten ihn zu einerMenge höchst populair gewordener Gedichte. Von seinen Romanen gehören mehre, wie„l)e Iloos von Delcumu" (Amst. 1837; deutsch, 3 Bde., Aachen 1837) und „DimrlemsVerlossing", zu dem Besten, was die holländ. Literatur in diesem Fache aufzuweiscn hak.
Lenoir (Alex.), einer der gelehrtesten Antiquare Frankreichs, geb. zu Paris am 26.Dcc. >761, machte seine Studien km Collegium Mazarin, dann auf der Kunstakademie zuParis und widmete sich später unter des Hofmalers Doyen Leitung der Malerei. Wäh-rend der Revolution, als roher Vandalismus viele der schönsten, in Kloster» und Palästenaufbcwahrtcn Kunstwerke zu vernichten ansing, machte L. dem damaligen Maire von Pa-ris, Vailly, den Vorschlag, die gefährdeten Kunstschätze in ein großes Nativnalmuscum zuvereinigen. Mit der Ausführung dieses Ulltcrnchmcnscheauftragt, durchreiste er zu diesemZwecke ganz Frankreich, rettete, selbst zuweilen mit Lebensgefahr, was zu retten war, undbrachte so das berühmte Museum der franz. Kunstdenkmalc in der Straße des ketits-^u-gustins zusammen. Als nach der Restauration 1816 dieses Nationalmuseum, welches L.unter dem Titel „lAusee des monumens sruiiy." (8 Bdc., Par. 1899—22) beschrieb, auf-gelöst und das darin Gesammelte den frühcrn Besitzern zurückgcgcbcn wurde, ward er zumAufseher der Kunstschätze der Kathedrale von St.-Dcnis ernannt und starb zu Paris am19. Juni 1839. Von seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen „lilssnis sur les lnerogl)'-plies des Lg)'ptiens" (4 Bdc., Par. I 899—22), „llistnire des UI ts eil b'i'unce, jirnnveepur les monumens" (Par. 1811,4.) und „Otiservutions zur lu peintnre sur verre et surses diüerons procedes" (Par. 1824).