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Lemberg Lemgo
Lemberg, poln. Lwow, die Hauptstadt des vstr. Königreichs Galizien, am BachePeltew, in einem engen Kessel von Hügeln umschlossen, zählt mit den vier Vorstädten63000 E-, darunter über 25300 Juden. Die Stadt ist größtentheils neu und gut gebautund vortrefflich gepflastert, hat 23 Kirchen, neun Kloster und ein sehr schönes Rathhaus.Sie ist der Sitz dcö Gubcrniums, des galizischcn Appellationsgcrichts, des Gcneralcom-mandos und vieler anderer Behörden, eines katholischen, eines gricch. unirten und einesarmen. Erzbischofs, eines evangelischen Superintendenten und eines Obcrlandesrabbiners.Die daselbst 1783 gestiftete Universität (Xlma kraneiscea) wurde 1817 wiederhergestellt,zählt 35 Professoren, gegen 1300 Studirendc und hat eine öffentliche Bibliothek. Außerdembesteht daselbst das berühmtevonOssolinski (s.d.)gegründeteJnstitutmit einer besondersfür die poln. Literatur sehr wichtigen Bibliothek von 35000 Bänden, vielen Handschriftenund Medaillen, ferner eine ständische Akademie mit einem landwirthschaftlichen Muster-Hofe, ein röm.- und ein griech.-katholischcS Seminar, zwei Gymnasien, eine Realschule, eindeutsches und ein vom Grafen Skarbek ncucrrichtetes poln. Theater. In der Dominica-nerkirche ist das von Thorwaldsen gearbeitete herrliche Denkmal der Gräfin Dunin Bor-kowska sehcnswerth. Die Industrie der Stadt hat in neuern Zeiten bedeutend gewonnen,gleich dem Commissions- und Spcditionshandcl, der sich gänzlich in den Händen der Judenbefindet und besonders während der großen heil. Drcikönigsmesse sehr lebhaft ist. L. wurdevon Leo oder Lew, Fürsten von Halicz, 1250 gegründet und erhob sich, nachdem Halicz, diefrühere Hauptstadt des Landes, von den Tataren verwüstet worden war. Im I. >338wurde es von Kasimir dem Großen erobert und war nun die Hauptstadt der poln. ProvinzRus, bis cs durch die erste Thcilung Polens 1772 an Ostreich siel.
Lemercier (Nepomucene Louis), ein reichbegabtcr franz. Dichter und genialer Dra-matiker, welcher lange vor der ncuromantischen Schule die wunderlichen Gesetze der franz.Dramaturgie zu verletzen wagte, wurde in Paris am 21. Apr. >773 geboren. Noch nichtl 5 Jahre alt, trat er mit seiner ersten Tragödie „lVIelöagre" auf, welche gefiel und guteHoffnungen von ihm erregte. Größern Beifall fand indeß sein „I.evite <!'Ls>I»ai»i", der1705 zur Aufführung kam. Nachdem er seine Studien beendigt, entschied er sich ganz fürdie literarische Laufbahn. Unter seinen Tragödien steht „Xgamemnon" (>706), worin erdie Gesetze der classischcn Dramaturgie beobachtete, am höchsten; in den folgenden „Oplüs"(1798), „lsule et Oroveie" (1803), „Dainlouin emperour" (1808), „I.a ckemence tleeiisrle« Vl" (geschrieben 1806, gedruckt 1813), deren Aufführung die Censur verbot;„I?reckögoncke et Lrunellaut" (1816), „«üüarlemagae" (1818), „<7Iovis" (1820),„I.nuis IX en Lgppte" (1821) und „(.es inart^rs cke 8ouli" (1825) erlaubte er sichmanche Neuerungen, weshalb sic nicht gefielen. Die berühmteste seiner historischen Komö-dien ist „kinto" (1800), die erst 1833 aufgeführt werden konnte und eine ungemeine Auf-regung hervorbrachte; nächst ihr sind zu erwähnen „Lidreiieu ou Ia)ournee ckes cku^es",die 1803—28 unter ministeriellem Siegel lag; „Idnstradsme ou la comeckis grecgue"(1808) und „Oürist. Olomll" (1800). Unter seinen übrigen Lustspielen, die kein großesGlück machten, nennen wir nur „I.s c«rruj>teur" (1822), welchem die köstliche Tragiko-mödie „Dame Onsure, ou I» cnrriiptrice" (besonders gedruckt >826) vorangcstellt ist.Auch schrieb er ein Drama „kidiarck lll et ckeanno 8t>ore" (1823) und die Melodramen„ib.es ckeux Kilos speetres" (1827) und „Ii.es serts polonais" (1830). Auch die Zahl sei-ner epischen und didaktischen Gedichte ist groß; unter ihnen zeichnen sich aus die philoso-phische Satire „l.a Lanüppocrisiacke" in 20 Gesängen (Par. 1819—32), „I.'^tlantiackeou la tbeogonie nervtomenne" in sechs Gesängen (Par. 1813), „Ii.es sges frany." in 15Gesängen (Par. 1803) und „il.es cInuits ireroigues lies montsgnarcks et matelots grecs,track. en vor« srany." (2 Bde., Par. 1823—25). Einige seiner politischen und andereBroschüren übergehend, nennen Wir noch seinen Roman „Xlminty, ou Io mariage sacri-köge" (Par. 1833) und den „(iiiours snalxtigue cle litterature generale" (3 Bde., Par.1817). Er wurde 1810 Mitglied des Instituts und starb zu Paris am 8. Juni 1830.
Lemgo, Stadt im Fürstenthum Lippe-Detmold, an der Bega, mit 3800 E., warfrüher bedeutender und gehörte zur Hansa. Unter den öffentlichen Gebäuden sind die bei-den fürstlichen Häuser, der Annenhof und der Lippenhof, zu erwähnen. Die Stadt hat ein