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ren Mitglied dieser Bühne. L.'s Zeitgenossen, die ihn in seinen glänzendsten Leistungen sahen,und nicht, wieMarmontel, feindselig gegen ihn gesinnt waren, rühmen einstimmig das tiefeStudium, das er in allen Thcilcn seiner Kunst zeigte, sein richtiges Urtheil und vor Allemdie rege Empfänglichkeit seines Gefühls. Bis ans Ende seiner Laufbahn überstimmte dieBewunderung den Neid. Das Gebcrdenspiel, worin er Meister war, erhöhte die Tau-schung. Er war die Seele der Bühne, sobald er auftcat, und seine gemessene Deklamationgab den Mitspiclenden den Ton an. Voltaire nannte ihn den einzigen wahrhaft tragischenSchauspieler. Er genoß im Leben hohe Achtung, wozu sein edles Wesen nicht weniger alsseine Kunstgaben beitrug. Den höchsten Beifall erntete er in seiner letzten Darstellung alsVendvme in Voltaire's „.4cielniel«". Ein entzündliches Fieber brachte ihm 1778 einenschnellen Tod. Vgl. Talma, „kdellc-xinn.? s„r I.. et »,,r Part tbeütral" (Par. 1825), derauch L.'s „5I«mvires" hcrausgab.
Lelöwcl (Joachim), einer der einflußreichsten Schriftsteller Polens in neuerer Zeit,gcb. am 21. März >786 zu Warschau, stammte aus der erst im >8. Jahrh. nach Poleneingewanderten Familie der Lölhövel. Er machte in dem 6»>lsgium nodilium der Pia-risten daselbst seinen Schulcursus, studirce dann in Wilna und wurde 1869 Lehrer der Ge-schichte am Lyccum zu Krzemieniec in Wolhynien. Nachdem der russ.Feldzug ihn in seinerliterarischen Thatigkeit unterbrochen hatte, erhielt er >814 eine Anstellung bei der Univer-sität zu Wilna, worauf er l 8 > 6 Professor der Geschichte an der neuerrichteten Universitätzu Warschau und Custos der Nationalbibliothek wurde. Sehr bald an dieselbe Professurnach Wilna zurückberufen, erwarb er sich allgemeine Achtung, wurde aber, geheimer Ver-bindungen verdächtig, 182 > seiner Stelle entsetzt. Darauf zum Deputirten an dem war-schauer Landtage gewählt, wurde er durch Wort und Schrift einer der Hauptbefördererder pvln. Revolution von 1836. An ihn schloß sich der Kreis von Jünglingen an, durchwelche die Revolution zumAusbruch kam. Gleich nach demselben war er einer derAbgeordne-ten an den Großfürsten Konstantin, eines der ersten Mitglieder der Vollziehungsbchörde undStellvertreter des Cultusministers in der provisorischen Negierung. Unzufrieden mit demDictator Chlopicki, da er diesem entgegen an die Stelle des Nationalconvents eine volks-thümlichc Negierung gestellt wissen wollte, suchte er im Vereine mit Andern den Dictatorzu stürzen und wurde, als Chlopicki die Diktatur niedcrgelegt, zum Mitglied der National-regicrung erwählt. Zugleich blieb er Präsident des patriotisch-demokratischen Clubs, wo-durch er sich aber in den Verdacht eines zweideutigen Charakters setzte. Als die Polen un-terlagen, wandertc er unter fremdem Namen durch Deutschland nach Belgien und von danach Paris, wo er eifrigst auf die Wiedergeburt Polens hinarbeitete, bis gegen Ende desI. 1832 auf Anregung des russ. Gesandten ihm der fernere Aufenthalt daselbst versagtwurde. Mit Bewilligung des Ministeriums und unter der Bedingung, nicht nach Pariszu kommen, begab er sich auf Lafayette's Landsitz Lagrange, wurde aber im März >833wegen angeblich verletzten Versprechens verhaftet und sodann aus Frankreich verwiesen.Hierauf ging er nach Brüssel, wo er gegenwärtig an der neuerrichleten Universität Vor-träge hält. Die Zahl seiner Schriften, die meist von tiefen Forschungen zeugen, ist außeror-dentlich groß. Dieselben beziehen sich hauptsächlich auf alte Geographie und Geschichte,Altindien, Karthago, die altnord. Mythologie, sowie auf poln. Geschichte und Literatur.Die wichtigern sind „D-üese palski" (Marsch. >829), eine Geschichte Polens, welche zu-nächst nur für die Jugend verfaßt scheint, aber an die Erinnerungen der Vorzeit anknü-pfend die ernstesten Mahnungen für die Gegenwart enthält und mächtig gewirkt hat, fort-gesetzt in der,DoIs!ea nürsürisigl:» siy" (Brüss. 1843), enthaltend dieGeschichte der letztenRevolution; ferner „Sprach- und Verfassungsdenkmalc von Polen und Masovien im 13.,14. und 15. Jahrh." (Marsch. 1824, 4.); „Altere poln. Bibliographie" (2Bde., Marsch.1823—26); „Geschichte Polens unter Stanislaw August" (deutsch von Drake, Braunschw.1831); „Über Pythcas" (deutsch, Lpz. 1838); „Kleinere Schriften geographisch-histori-schen Inhalts" (deutsch von Neu, Lpz. 1836); „lVumismatigne <Iu ninz-en age" (2 Bde.,Par. >836, mit Atlas); „bitmle» numisimitigims" (Brüss. >846) und „GesammelteSchriften" (Pos. 1844).
Lemanischer See, s. Genfersee.