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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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676 Leiönig Lekain

bleibenden Ruhm erworben. Dasselbe Mistrauen in die eigene Kraft, vermöge dessen eralle Auffoderungen, auf der rühmlichst betretenen Bahn fortzuschreiten, unbeachtet ließ,scheint ihn auch bestimmt zu haben, die Handschrift einer fast vollendeten Geschichte desDreißigjährigen Kriegs zu vernichten.

Lersnig, eine kleine Stadt in dem Kreisdlrectionsbezirke Leipzig an der freibergerMulde, mit etwa 4700 E., darunter namentlich viele Tuchmacher, Leinweber und Schuh-macher, kommt schon sehr frühzeitig unter den Hwoznic vor und gehörte seit 1085 denGrafen von Groitzsch, bis es um 1158 wieder an Kaiser Friedrich I. kam, der nun hierBurggrafen einsetzte, die zugleich Herren von Strehla undPenig waren und zu Ende desI2.Jahrh. das Kloster Buch an der Mulde stifteten. Nachdem die Burggrafen schon 1365um ein Geringes die Burg an die Markgrafen von Meißen hatten überlassen müssen, was ^

sie indeß nicht hinderte, den burggräflichen Titel fortzuführcn, zumal da sie noch immer j

die Schirmrechte in L. behielten, wurden üe >153 vollends aller ihrer Rechte auf L. ver-lustig, weil sie dem Herzoge Wilhelm gegen den Markgrafen Friedrich den Sanftmüthigenbeigestanden hatten. Vgl. Kamprad, „Beschreibung der Städte L. und Kolditz" (Leisn.1753, 1.) und Schellenberg, „Chronik der Stadt L." (Heft I—5, Leisn. >812—31).

Leiste (InAuen) nennt man die Rinne, welche an der vordern Seite des menschlichenKörpers den Unterleib von dem Oberschenkel trennt, und Leistengegend (regio ingui-nsliü) diese Partie in Verbindung mit den umliegenden Theilen. Zn mehr als einer Hin-sicht ist diese Gegend für den Anatomen und Chirurgen wichtig, indem sich hier die Leisten-drüsen, der Leisten ring, der Leistenkanal und mehre andere Theile und Stellenfinden, welche theils durch ihren Bau, theils durch die Unregelmäßigkeiten, wie z. B. dieLeistenbrüche (lierniae inFuinslos), die daselbst Vorkommen, merkwürdig sind. Fernerbezeichnet man durch Leiste auch eine längere, aufeinem Knochen sich hinziehende Erhöhung.

Leistenwein, s. Frankenweine und Würzburg.

Leitaccord kann im weitern Sinne jeder Septimenaccord heißen; vorzugsweise aber swird der auf der fünften Stufe (Dominante) der Tonart liegende so genannt.

Leiter und Leiterfähigkeit» s. El ektricität.

Leitereigen heißen alle Töne der natürlichen (diatonischen) Tonleiter, die also in je-der Tonart die blose Vorzeichnung ergibt, woui jedoch noch die erhöhte Siebente in der §Mvlltonleiter zu rechnen ist.

Leitmeritz oder Leutmcritz, die zum Theil noch befestigte Hauptstadt des gleich»«,migen Kreises im Königreich Böhmen, am rechten Ufer der Elbe, über welche eine großeBrücke führt, in einer an Wein und Getreide reichen, romantischen Gegend, mit 4-100 E.,ist der Sitz eines Bischofs und hat eine prächtige Kathedrale und elf andere Kirchen, eintheologisches Seminar und ein Gymnasium. Die Bewohner fertigen Strohwaaren undtreiben Schiffahrt, Lachsfang in der Elbe, Wein- und Obstbau.

Leitton (lat. Subsemitonünn moili, franz. Note sensible) heißt ausschließend diesiebente Stufe der Dur - und Molltonleiter, aber nur, wo ihr ein Streben nach Auflösungin die Octave des Grundtons inwohnt, also hauptsächlich, wo sic als große Terzie des Leit-accords, allenfalls auch, wo sie als Vorhalt vor der Octave des Grundtons auftritt. In al-len andern Fällen wird sie mit Unrecht so genannt. !

Lekain (Henri Louis), einer der berühmtesten tragischen Schauspieler, geb. am 14.

Apr. 1728 zu Paris, widmete sich anfangs demBerufe seines Vaters, welcher Goldschmiedwar, genoß aber dabei den Unterricht im College Mazarin, wo er bei den Schauspielen,welche die Schüler zu Ende des Schuljahrs aufführten, das Geschäft des Soufflirens über-nahm. Als nach dem Frieden von 1748 die gesellige Unterhaltung in Paris neues Lebenerhielt, verband sich L. mit einigen jungen Leuten zu einem Privattheater, das bald Aufsc-hen erregte. Hier sah ihn >750 Voltaire, der entzückt über L.'s Spiel sich dessen annahm.Zwar rieth er L. anfangs ab, Schauspieler zu werden, da aber dieser hierzu fest entschlossenwar, so nahm er ihn in sein Haus, ließ ihn nebst dessen Freunden auf seinem Privattheaterspielen und unterzog sich mit Eifer der weitern Ausbildung desselben. Nach sechs Mona-ten erlangte er für ihn die Erlaubniß, auf dem Ueütre kranysis auszutreten. Ungeachtetdes großen Beifalls aber, den sich L. hierbei erwarb, wurde er doch erst nach anderthalb Iah-