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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
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675
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Leisewitz 675

der bei Tagesanbruch am 19. Oct. stattfand. Kaum bemerkteist die Verbündeten, daß dieFranzosen ihre Stellungen verlassen, so trafen sie auch Anstalten, in L. von allen Seiteneinzudringcn. Die Preußen warfen sich in die grimmaische Vorstadt, wo es aufdemStein-wege zu einem harten Kampfe mit den franz. Truppen kam; erst als es ihnen gelungen,durch mehre aufs Feld führende Garten zu dringen, vermochten sie sich im grimmaischenThore zu behaupten. Ebenso standhaft wurde das nach Schönfcld führende Hinterthor ver-theidigt, bis es den Preußen gelang, durch das daneben befindliche sogenannte blinde Thorcinzudringen. Nuss. Jäger erstürmten das Gcrberthor, was Blücher am Tage vorher ver-geblich versucht hatte. Er hatte sich auf die Anhöhen von Möckern und Eutritzsch gezogenund Uorck's Corps nach der Saale entsendet, um den Rückzug der Franzosen in der Flankezu beunruhigen. Ein anschauliches Bild von der greuelvollen Verwirrung dieses Rückzugsdurch die Stadt und ihre nächsten Umgebungen zu entwerfen, ist fast unmöglich. Mit je-dem Augenblicke stieg die Unordnung der Fliehenden, und als durch eine Übereilung die ein-zige Brücke über die Elster am Nanstädtcr Thore zu zeitig gesprengt worden war, ging dieFlucht in wilde Verzweiflung über. Kurz vorher hatte Napoleon selbst, nachdem er vondem König von Sachsen und dessen Familie Abschied genommen, nur mit Mühe und aufUmwegen diese Brücke gewonnen. Allein 15—20000 M- in geschloffener Ordnung, mehrals 200 Stück Geschütz und zahlloses Gepäck blieben diesseit der Elster und vermehrten dieTrophäen der Sieger. Zwar versuchten Poniatowski's und Macdonald's Hcldenscharcnüber die schmalen Brücken der Pleiße zu entkommen und dann, von neuem wieder durchdie Elster gehemmt, eine Laufbrücke hinter dem Reichcnbach'schen Garten zu schlagen. Al-lein sie genügte nicht für die Masse, die sich hinüberdrängte. Der größte Theil ertrank inden Fluten der Pleiße oder in der Elster, in welcher letztem auch Poniatowski seinen Todfgnd; die meisten Übrigen sanken unter den Streichen der Sieger. Nach und nach erloschder Widerstand; die bad. Truppen konnten die innere Stadt nicht mehr halten und die ver-bündeten Monarchen zogen an der Spitze ihrer Krieger ein. Die Masse der um L. zurSchlacht versammelten Truppen betrug gegen 500000 M., von denen 310000 aus dieVerbündeten und 176000 M. auf Napoleon kamen. Den Verlust der Franzosen an Ge-fangenen, Tobten und Verwundeten hat man aufOOOOoM. geschätzt, darunter gegen 3000Offiziere; ferner wurden 300 Kanonen erobert und eine unermeßliche Menge Gepäck er-beutet. Den Verbündeten soll die Schlacht bei L. gegen 45000 M. gekostet haben, nämlich8000 Östreicher, 21740 Russen, 14950 Preußen und 300 Schweden. An Napolcon'sNiederlage bei L. knüpften sich Folgen von welthistorischer Bedeutung und insbesonderefür Sachsen (s. d.) an. Den besten Plan der Schlacht 'bei L. lieferte der sächs. MajorFriedr. Aster. An die Schlacht selbst erinnert zur Zeit kein anderes Denkmal als ein ein-facher Stein auf der Höhe hinter dem Thonberge; dem Fürsten von Schwarzenberg errich-teten 1838 in der Nähe von Meusdorf dessen Söhne ein Denkmal; das erste Eindrin-gen der Verbündeten in die äußern Vorstädte wurde >845 durch ein anspruchlvses Denk-malin der Nähe der Milchinscl bezeichnet. Auch bildete sich >843 in L. ein Verein zurFeier des 19. Oct., der die Aufgabe sich gestellt hat, das Gedächtniß dieser Völkerschlachtin möglichst treuer Überlieferung der Nachwelt zu erhalten und alle auf dieselbe bezüglichenSchriftdenkmale zu sammeln. Vgl. Odelebcn, „Napoleon's Feldzug in Sachsen im I.1813" (Dresd. 1816) und Janj, „Denkwürdigkeiten der großen Völker - undBesreiungs-schlacht bei L." (Heft 1, Lpz. 1845).

Leisewitz (Joh. Ant.), deutscher Trauerspieldichter, geb. zu Hannover am 1. Mai>752, studirte in Göttingcn die Rechte und kam hier mit den meisten Mitgliedern des göt-tingcr Dichterbundes in freundschaftlichen und literarischen Verkehr. Er wurde 1777Landschaftssecretair in Brannschweig, 1790 Hofrath bei der geheimen Kanzlei, >801 Geh.Justizralh, 1805 Präsident des Obersanitätscollegiums, und starb zu Braunschweig am10. Sept. 1806. Als Staatsdiencr erwarb er sich durch seine mit der strengsten Recht-schaffenheit verbundene und durch die gründlichsten Einsichten geleitete Thätigkeit ausge-zeichnete Verdienste. Als Schriftsteller hat er sich durch ein einziges, aber höchst schätzba-res, in Lessing's Art geschriebenes Trauerspiel „Julius von Tarent" (Lpz. >776) einen