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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Leipzig (Schlachten)

und mit heftigem Ungestüm die Sachsen angreifen. Diese hielten jedoch, mit alleiniger Aus-nahme von vier alten Regimentern, kaum den ersten Schuß aus und suchten in wilder Eiledie Straße nach Eilcnburg zu gewinnen. Da sie den linken Flügel gebildethattcn, so konnte,die beträchtliche Verminderung der Streitkräfte ungerechnet, dieser Umstand leicht die gänz-liche Niederlage der Schweden nach sich ziehen. Auch glaubte Tilly in der That hierdurchdie Schlacht gewonnen zu haben und schickte bereits einen Eilboten mit der Nachricht deserrungenen Sieges nach Wien. Allein Gustav Adolf hakte die Möglichkeit meines solchenEreignisses in seine Berechnungen ausgenommen; er entsendete aus dem Centrum, wasvon Truppen entbehrlich war, rasch nach dem bedrohetcn Punkte, auf welchem nun GustavHorn mit den Schweden einen Haken bildete, wodurch ein Aufrollen oder Umgehen der Li-nie verhindert wurde. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich die Überlegenheit der zweckmäßigergeordneten und besser geübten schweb. Bataillone, die in Verbindung mit den leichten leder-nen Kanonen, durch ihre raschen Bewegungen bald das Treffen herstellten und dem Feindedie gewonnenen Vortheile wieder entrissen. Unterdessen hatte auf dem schweb, rechten Flü-gel Baner, den Sieg überPappenheim verfolgend, immer niehr Terrain gewonnen, er hatteauf den Höhen von Wiederitzsch die hier aufgepflanzte kaiserliche Hauptbatterie gewonnenund erschien nun im Rücken Tilly's. Auf der Flanke das Feuer des Geschützes und vonvorn den fürchterlichen Andrang der Schweden, wurden die Kaiserlichen aus einer Stellungin die andere gedrängt und suchten endlich ihr Heil in der Flucht. Nur Tilly, der in eigenerPerson noch vier Regimenter Wallonen ins Treffen führte, hielt sich noch und versuchte voneinem kleinen Gehölze aus, das einige hundert Schritte von der gewonnenen Batterie ent-fernt lag, diese wieder zu erstürmen. Allein jede Anstrengung war vergebens und jene ta-pfere Schar, die zugleich den Rückzug deckte, war bereits auf 600 M. geschmolzen, als dieNacht dem blutigen Kampfe ein Ende machte. Tilly, von der Gefangenschaft nur durch dieEntschlossenheit des Herzogs Nudolfvon Sachsen-Lauenburg errettet und mit mehren Wun-den bedeckt, erreichte in der Nacht Halle und ging dann nach Halberstadt, wo er mit Pap-penhcim die Überreste der zerstreuten Scharen wieder sammelte. Vier Stunden hatte dieeigentliche Schlacht gewährt; von Tilly's Heer, 35—40000 M. stark, waren mehr als3000 gefangen und 8000 getödtct worden, unter ihnen eine große Anzahl höherer Offiziere.Außerdem fielen 66 Fahnen, 42 Standarten, 28 Kanonen und jämmtliche Bagage in dieHände der Sieger. Das schweb. Heer, das kaum 26000 Streiter zählte, hatte etwa 3500M. verloren, worunter allein 2000 Sachsen. Mitten unter den Tobten und Verwundetenwarf Gustav Adolf nach der Schlacht sich auf die Knie und pries den Herrn der Heerscha-ren für den verliehenen Sieg; dann stieg er zu Pferde und eilte von Regiment zu Regi-ment, um seinen Kriegern für die bewiesene Tapferkeit zu danken. Er selbst war währendder Schlacht überall, wo die Gefahr am größten, mit Rath und That stets gegenwärtig ge-wesen. Dieser Tag unterbrach zuerst die lange Reihe der Siege, welche Ferdinand undMaximilian von Baiern durch Tilly über die Evangelischen davongetragen; mit ihm gingder Glaube an dieses Feldherrn Unbesiegbarkeit, gingen alle Früchte seiner srühern Siegeverloren und Heiterkeit und Waffenglück kehrten seitdem nicht mehr zu ihm zurück. DemProtestantismus im nördlichen Deutschland war nun die Fortdauer gesichert, und der Wegins südliche Deutschland den Schweden nach allen Seiten hin geöffnet. Ein Monument,bestehend in einem einfachen Würfel, mit der Inschrift: „Glaubensfreiheit für die Weltrettete bei Brcitenfeld Gustav Adolf, Christ und Held. Am 7. Sept. I63l", auf dem höch-sten Punkte des Schlachtfeldes, von acht Fichten umgeben, bezeichnet die Stelle der Schlacht.Vgl. „Erinnerung an die Schlacht bei Breitenfcld und deren Feier 1831" (Lpz. >831).

Elf Jahre später, am 2. Nov. >642, schlug an derselben Stelle Torstenson die kaiser-lich-sächs. Truppen unter dem Erzherzog Leopold Wilhelm und Piccolomini. Torstenson,an die Spitze der schweb. Armee gestellt, hatte das seit Bane'r's Tode verwilderte Heer wie-der zur Ordnung gebracht, die Östreicher zum Rückzüge aus Niedersachsen genöthigt unddrang nun durch das Brandenburgische nach Schlesien, das er größtentheils eroberte, nahmin Mähren die wichtige Stadt Olmütz und bedrohte Wien. Aber von der unter Piccolo-mini und Leopold gesammelten kaiserlichen Hauptmacht zurückgedrängt, wendete er sich, daer in dem von zweiHeeren ausgesaugten Schlesien sich nicht mehr halten konnte, plötzlich