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Leipzig (Schlachten)
dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen hingehalten, seit dem Falle Magdeburgs sichgenöthigt gesehen, in dem festen Lager bei Werben, der Macht Lilly's gegenüber, stehen zu 'bleiben, bis ihm das am l. Sept. Ui3l mit Sachsen gcschloffeneBündniß eine ungehemm-tere Verfolgung seiner Pläne gestattete. Er verließ hierauf sein Lager, vereinigte sich nachseinem Übergänge über die Elbe mit den Sachsen bei Düben und rückte gegen L. vor, woLilly nach Eroberung der Stadt zwischen Eutritzsch und Möckern ein durch dieParde linksund die Elster rechts gedecktes Lager bezogen hatte. Beider Strcitkräste waren ziemlichgleich, nur daß das sächs. Hülfßcorps meist aus neu angeworbenen Mannschaften bestandund überdies schlecht angeführt war. Während Gustav Adolf und derKurfürstzum Schla-gen fest entschlossen waren, schien Lilly eine Schlacht vermeiden zu wollen, bis er noch mehre jHülfstruppen an sich gezogen. Allein in einem Kriegsrathe, der in der Wohnung des Tod- >tengräbers in L. gehalten wurde, bestimmte der kühne raschere Pappenheim den greisen, be-dächtigen Feldherrn zum Angriff. Er rückte demnach dem Feinde entgegen und nahm eineAufstellung zwischen Scehausen und Breitenfeld, sodaß der rechte Flügel unter Fürstenbergsich an jenes Dorf anlehnte, der linke unter Pappenheim durch eine Schwenkung sich bisnach Breitenfeld erstreckte, nach welchem Orte die Schlacht auch oft benannt wird. DieHöhen von Wiederitzsch, mit Geschütz besetzt, deckten da, wo die Straße von Delitzsch nach L.vorbeiführt, das Centrum, das unter dem unmittelbaren Befehle des Oberfeldherrn selbststand; eine Stellung, die, obwol für den Anfang Schutz gewährend, den Truppen Lilly'sjedes Vorrücken unmöglick machte, wenn sie nicht unter ihre eigenen Kugeln gerathen woll-ten. Parallel mit dem linken Flügel lief die Straße nach Halle, bei Seehauscn die dübenerStraße hin. Der Loberbach, der sich damals durch sumpfige Wiesen wand, schied die feind-lichen Parteien. Gustav Adolf versuchte schon am 6. Sept. Abends denselben bei Schölkauzu überschreiten; doch Pappenheim's schwere Reiterei trieb wiederholt den schweb. Vortrabzurück, sodaß der Übergang erst am 7. Sept. früh mit vereinter Kraft bewerkstelligt werden j
konnte. Beinahe gleichzeitig gingen auch die Sachsen bei Hohenossig über den Loberbach. "
Schnell war nun die Schlachtordnung formirt. Die Sachsen, die den linken Flügel bilde- -ten, nahmen, durch einen bedeutenden Zwischenraum von den Schweden getrennt, ihreStellung, Göbschelwih im Rücken, Seehausen in der Fronte, in einer geraden Linie bis andie dübener Straße; die schweb. Infanterie, in zwei Treffen getheilt, bildete daß Cckitrum ^und den rechten Flügel und war, von beiden Seiten mit Cavalerie umgeben, so geordnet,daß die Artillerie vor der Fronte auf einer kleinen Anhöhe stand, während in den Zwischen-räumen der Cavalerie Musketierabtheilungen eingeschoben waren. Auch war die Infan-terie in lauter kleine, leicht bewegliche Haufen getheilt. Indem sich nun in der Ebene nachPodelwitz und Göbschelwiß zu die schweb.-sächs. Massen zu entfalten begannen, warfsich Pappenheim der rechten Colonnc der Schweden in wiederholten Angriffen ungestümentgegen, wurde aber jedesmal zurückgctrieben. Endlich zog er sich fechtend durch Podelwitz,das er in Brand steckte, worauf 6<>on M. Fußvolk vom linken Flügel ihm zur Unterstützungheranrückten. Doch sobald dasselbe sich zeigte, öffneten die schweb. Dragoner, welche Podel-witz auf beiden Seiten umgangen hatten, ihre Geschwader und gaben den hinter ihnen ge-stellten Musketieren Raum, ein wirksames Feuer auf die kaiserlichen Kürassiere zu richten, ^die, hierdurch geschreckt, sogleich davonjagten und das dem Angriff der Schweden prcisgc-gcbene Fußvolk bald in ihre Flucht hineinzogen. Vergebens war jedes Bemühen, noch ein-mal sich zu sammeln, die Mehrzahl floh, von Baner's Dragonern verfolgt und von dem ^Hauptcorps abgeschnitten, über Breitenfeld und Lindenthal nach Merseburg. Unterdessenhatte das Kanonenfeuer am Centrum hin fast zwei Stunden ununterbrochen ohne Entschei-dung gewährt. Ein heftiger Wind wehrte von Abend und trieb aus den frisch geackertenausgedorrken Feldern dicke Wolken von Staub und Pulverdampf den Schweden entgegen. iDies bewog den König, durch eine möglichst rasche Schwenkung eine in mehrfacher Hin-sicht vortheilhaftere Aufstellung zu erlangen. Lilly, mit der Absicht, diesen günstigen Au- lgenblick zu benutzen, warf sich mit aller Gewalt auf das Centrum und den linken Flügelder Schweden; allein das heftige Feuer der schwed. Artillerie, das nicht erwidert werdenkonnte, weil die feindlichen Kanonen durch das Vorrücken der Infanterie maskirt waren,zwangen ihn, in seine Linien zurückzugehen. Jetzt ließ Lilly seinen rechten Flügel Vorgehen