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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
669
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Leipzig (Schlachten) 669

Stadt. Nach der Gefangennahme des Königs von Sachsen in L.s Mauern wurde der ruff.Fürst Ncpnin Eeneralgouverncur von Sachsen und der Oberst Prendel Stadtkomman-dant in L. Nachdem die Verwüstungen des Kriegs durch die Fürsorge des Stadtrathsmöglichst schnell getilgt waren und der König in sein Erbland zurückgekehrt war, erholte auch° L. sich sehr bald wieder von den Drangsalen, die es bestanden. Man sorgte nicht nur fürdie äußere Verschönerung der Stadt, man versuchte auch hier und da den Anfoderungender Zeit einige Zugeständnisse zu machen und errichtete unter Anderm 1817 die Commun-repräsentantschaft. Unter der allgemeinsten Theilnahmc wurde in gedachtem Jahre dasJubelfest der vor 300 Jahren durch Luther begonnenen Reformation gefeiert. Dagegenfreilich gingen unter störenden Einflüssen der Handel und der Wohlstand der Stadt immermehr zurück. So erschien das Jahr 1830, wo bei der Jubelfeier der vor 300 Jahren über-gebenen augsburger Confession ängstliche Policeimaßregeln gegen die Studirenden zu gro-ßen Störungen der Ruhe Veranlassung gaben und eine gereizte Stimmung zunächst gegendie Police!, dann auch gegen die Verfassung und Verwaltung des Raths u.s.w. erzeugten,die am l. Sept. in offenen Tumult übergingen, der sich mehr oder weniger bald über dasganze Land verbreitete. (S. Sachsen.) Abgesehen von den für das Land im Allgemeinenwoh lthätigen Reformen, welche diese Ereignisse herbeiführten, wurde, was insbesondere L. an-betrifft, zunächst die Communalgarde begründet und die Police! reorganisier und am 5.Apr.die alte städtische Negierung aufgelöst und durch einen neuen, von den provisorischen Com-munrepräsentanten gewählten Magistrat erseht, worauf am 0. Oct. auch die neuen Stadt-verordneten an die Stelle der bisherigen Communrepräsentanten traten. Inzwischen hatteein höckst geringfügiger Umstand, nämlich die Verlegung des Wachlocals der Communal-garde eine solche Aufregung hervorgerufen, daß es am 30. Aug. 1831 zu einem förmlichenAufstande kam, der indeß durch das Einschreiten des Militairs, wobei mehre Personen dasLeben verloren, bald gedämpft wurde. Allmalig beruhigt, von der Cholera verschont, nahmL. seit dem Anschlüsse Sachsens an den deutschen Zollverein im I. 1833 und in Folge derAnlegung von Eisenbahnen einen höher« Aufschwung als jemals.- Handel und Gewerbeblühten, viele zweckmäßige Einrichtungen wurden gemacht, die Einwohnerzahl mehrte sichbedeutend und die Stadt verschönerte sich nicht nur, sondern erweiterte sich schnell durchneue Anbauc außerhalb der Vorstädte, ja selbst über das Weichbild hinaus. Es wurde1830 das Jubelfest der vor 300 Jahren in L- eingeführten Reformation und 18-10 dasJubelfest der vor -100 Jahren erfundenen Buchdruckerkunst unter den größten Feierlichkei-ten begangen. Vgl. Gretschel, „Kirchliche Zustände L.s" (Lpz. 1830), desselben „Be-schreibung der Feierlichkeiten des Säcularfestes der Einführung der Kirchenreformationin L." (Lpz. 1830) und Kade, „Die vierte Säcularfeier der Buchdruckerkunst in L." (Lpz.1811, -t.). Eine durch die Maßregeln gegen die auch in L. von der röm.-katholischen Kirchesich ausscheidendcn Deutsch-Katholiken, sowie durch eine Bekanntmachung der in LvsnAelicisbeauftragten Minister in Beziehung auf den Symbolzwang der protestantischen Kirchehervorgerufene Misstimmung der Bürger ließ es am 12. Aug. 1815 bei der Anwesenheitdes Prinzen Johann zu einem Auflaufe des nieder« Volks kommen, das bei ruhigem Ge-währen zu groben Ausschweifungen überging, die endlich das Einschreiten des Militairsnöthig zu machen schienen, welches so schnell zum äußersten Mittel des Feuerns verschritt,daß mehre, wie man annehmen darf, unschuldige Personen auf der Stelle blieben, anderein Folge der erhaltenen Wunden starben, wodurch hinwiederum die Stadt in die größteAufregung versetzt wurde, die aber das gemessene Einschreiten der Communalgarde be-schwichtigte. Vgl. außer den Chroniken von Schneider (Lpz. 1631,1.), Heydenreich (Lpz.1651,1.) und Vogel (Lpz. 1711; 2. Ausl., 1752, Fol.) Leonhardi, „Geschichte und Be-schreibung der Stadt L." (Lpz. 1700), Gretschel, „Beiträge zur Geschichte L.s" (Lpz.>836), Dolz, „Versuch einer Geschichte L.s" (Lpz. 1818) und Große, „Geschichte derStadt L." (2 Bde., Lpz. 1810—12).

Zweimal wurde auf den Ebenen um L. das Geschick Deutschlands durch die Waffenentschieden: am 7. Sept. >631 und am 18. Oct. 1813. Auch das Treffen am 2. Nov.1612 war in seinen Folgen nicht unbedeutend. Anlangend die erste Schlacht, so hatte derKönig Gustav Adolf von Schweden, durch die schwankenden langen Unterhandlungen mi