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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Leipzig

August und seiner Nachfolger, Christians I. und II., die kryptocalvinistischen Händelüber die Stadt. Obschon Johann Georg I. der Stadt mit ganz besonderer Huld zuge-than war, die er ihr durch eine Menge Privilegien bewies, so vernichtete doch das Un-glück, welches sie im Dreißigjährigen Kriege traf, wo sie wiederholt (1631, 1632,1633, 1637 und 16-12) belagert und genommen und von den Kaiserlichen wie vonden Schweden mit gleicher Härte behandelt wurde, ihren Wohlstand gänzlich, zu dem sie sichin der nachfolgenden langen Ruhe nur langsam wieder zu erheben vermochte. Große Gärtenwurden nun in der Vorstadt angelegt und auch die Lindenalleen aufdenWallenangepflanzk.

Seit der Mitte des I7.Zahrh. fing der Buchhandel an, sich von Frankfurt am Main mehrund mehr nach L. zu wenden. Im 1.1690 fand daselbst die Münzconferenz statt, die an derStelle des Zinnischen den leipziger M ü nzfuß (s. d.) annahm. Die Einwanderung vieler >franz. Flüchtlinge in L. in Folge der Aufhebung des Edicts von Nantes veranlaßte 1767die Begründung einer reformirten Kirche. König Friedrich August ertheilte 1701 und1711 dem Rathe die ansehnlichsten Privilegien, der, wie er dafür sich dem Könige sehrwillfährig bewies, zugleich auch das Wohl der Stadt durch zweckmäßige Einrichtungenförderte. Prächtige Privatgebäude stiegen unter Frudrich August's 1. Negierung emporund die Stadt gewann ein ganz anderes Ansehen. Der Siebenjährige Krieg war wiedervon den traurigsten Folgen für L. begleitet; nicht nur, daß es von Friedrich dem Gro-ßen mit schweren Contributionen belegt wurde, noch viel nachtheiligere Wirkungen hatten !

für die Stadt die Münzwirren, welche durch die Massen von Ephraim, Jtzig und Comp., i

den Pächtern der leipziger Münze, geschlagenen schlechten Geldes veranlaßt wurden. L- '

hatte vor dem Kriege 20792 E., im I. 1763 zählte cs 26352. Jndeß auch von den Lasten !

dieses Kriegs erholte sich L. in der Zeit des nachfolgenden Friedens durch Betriebsamkeit ^

und glückliche Conjecturen sehr bald wieder. Die Messe gewann immer mehr an Bedeu- ^

tung, die Stadt erweiterte sich, und es wurde >781 der Anfang gemacht, die Festungs- »

werke abzutragen. Große Verdienste um die Stadt in jeder Beziehung erwarb sich der ^

Bürgermeister Müller (s. d.). Der Krieg von 1806 und was sich daran knüpfte, gabdem Handel in L. eine ganz andere Richtung. Abgesehen von der Beschlagnahme der engl.Waaren, die mit 7 Mill. Francs wieder erkauft werden mußten, hoben die Messen sichwährend der folgenden Jahre bedeutend. Nach der Schlacht bei Jena rückte am > 8. Oct.der Marschall Davoust in L. ein, verließ indeß die Stadt schon am nächsten Tage. Hieraufwurde der General Macon, der am > 0. Oct. verwundet in L. anlangte, Commandant derStadt, starb aber bereits am 27. Oct. und wurde auf das feierlichste begraben. Zu Endedes I. 1807 wählte der Fürst von Isenburg L. zuür Organisationsplatz eines Corps Frei-williger. Im Kriege von >809 wurde es am 22. Juni von den Östreichern und am 26. Junivon einem Corps Braunschweiger besetzt, das eine Kontribution erhob. Mit großem Ge-pränge beging die Universität im selbigen Jahre das Jubiläum ihres 400jährigen Beste-hens. Die größten Leiden brachte über L. der franz.-russ. Krieg. Ungeheure Scharen franz-und mit Frankreich verbündeter Kriegsvölker gingen seit dem März >812 durch die Stadt,die den Einquartierungen fast erlag. Am 3 l. März >813 wurde sie zuerst von Kosackenund andern ruff. Truppen besetzt, die aber, bis auf eine geringe Besatzung, am 30. Apr,wieder abzogen, worauf am 2. Mai, nach der Schlacht bei Lützen, ein Corps Franzosen un-ter General Lauriston die Stadt besetzte, dem am 4. Mai das Corps des Marschalls Neyfolgte. Seitdem hatte L. bis zur Völkerschlacht ununterbrochen franz. Besatzung. GroßenSchrecken verbreitete der franz. Befehlshaber, Herzog von Padua, über die Stadt, alser am 21. Juni dieselbe in Belagerungszustand erklärte, die Ablieferung aller Waffen unddie Errichtung einer Bürgergarde von 8000 M. befahl, die den Wachdienst in der Stadtverrichten mußte und erst unter dem russ. Gouvernement aufgelöst wurde. Am I I. Julierschien Napoleon in L., musterte Nachmittags das Militair auf dem Markte, worauf am17. Juli der Belagerungszustand aufgehoben wurde. Nachdem der Herzog von Paduadie Stadt verlassen, langte am 29. Sept. Marmont mit seinem Corps daselbst an und eswurde nun die Stadt möglichst verpallisadirt. Am > >. Oct. trafAugereau ein und am 14.Napoleon mit dem Könige von Sachsen, doch nahm Ersterer sein Hauptquartier in Reud-nitz. Die Völkerschlacht vom 16.—18. Oct. brachte furchtbare Schreckenstage über die