Leipzig 667
litz und Markkleeberg; Raschwitz, Ötzsch und Zöbigker; Schleußig, Groß - und Kleinzscho-cher, Knauthain und Eythra mit Park; Lindenau, Plagwitz und Schönau; Leutsch, dieBürgeraue im Rosenthale, Ehrenberg und Bölitz. Vgl. Gretschel, „L. und seine Umge-bungen" (2. Auch, Lpz. 1836).
König Heinrich I. soll am Zusammenflüsse der Pleiße und Parde eine Burgwart an-gelegt, und sie mag die Veranlassung gegeben haben, daß sich hier, an der Stelle des jetzigenNaundörfchen, im Laufe der Zeit eine Anzahl Menschen, zunächst, wie es scheint, nament-lich Fischer, ansiedelten. Den Namen soll der Ort von IH, oder lüpa haben, welches imSlawischen soviel als Linde bedeutet. Erst im I. l»I5 wird derselbe und zwar als Stadterwähnt, worunter man sich jedoch weiter nichts als einen befestigten Ort zu denken hat.Hundert Jahre später soll der Markgraf Konrad L. zur Stadt erhoben haben, die KaiserHeinrich il. dem Bischof von Merseburg geschenkt habe. Unter Markgraf Otto dem Nei-chen (1156—80), der der Stadt die Jubilate- und Michaelismesse gegeben haben soll, hobsich L. immer mehr, sodaß es bereits 5—6066 E. zählte. Desto mehr hatte es unter Diet-rich dem Bedrängten (l lS7—1221) zu leiden, der, im I. 1216 zu einem nachtheiligenVergleiche mit der Stadt genöthigt, sich zwei Jahre nachher durch List derselben bemächtigteund um die Bürger im Zaum zu halten, drei feste Schlösser anlegen ließ, von denen sich diePleißenburg, wenigstens dem Namen nach, wenn auch nicht mehr an der ursprünglichenStelle, erhalten hat. Schon unter Markgraf Heinrich dem Erlauchten (1221—63) fingL. an, sich als Handelsstadt zu regen. Unter seinem Nachfolger, Dietrich von Landsberg(1263—83) blühten bereits Handel und Gewerbe. Unter Diezmann, der, einer später»Sage zufolge, 1367 in der Thomaskirche ermordet wurde, und dessen Bruder Friedrichdem Gebissenen, nahmen die leipziger Bürger den rühmlichsten Theil an dem Kampfe der-j selben gegen den Markgrafen von Brandenburg im I. 1262 und gegen den König Adolf
- von Nassau im I. 1367. Im Laufe des 14. Jahrh., wo auch der dasige Schöppenstuhl zu
größerm Ansehen im Auslande gelangte, entwickelte die Stadt ihre innern Kräfte mehr undmehr, während sie zugleich nach außen sich vergrößerte und ihr Besitzthum und ihre Rechtevermehrte. Schon zu Anfänge des 15. Jahrh. scheint die eigentliche Stadt ihren noch ge-^ genwärtigen Umfang gehabt zu haben und schon jetzt nahm sie Theil am Welthandel. Daswichtigste Ereigniß für sie in dieser Zeit war die Begründung der Universität, die seitdemnicht wenig zu ihrem Ruf und Aufblühen beigetragcn hat. Der Hussitenkrieg und der Bru-derkrieg brachten der Stadt den Vortheil, daß sich der Handel immer mehr unter ihre schü-tzenden Mauern flüchtete. Auch erhielt sie 1-156 noch eine dritte Messe, die Neujahrmesse.Nach der Theilung Sachsens im I. 1-185, wo L. der Albertinischen Linie zufiel, nahm esin Folge der durch die Gunst seiner Fürsten, des Kaisers und Papstes erlangten zahlreichenPrivilegien und Rechte einen immer höher« Aufschwung. Es wurde 1483 das Oberhof-gericht daselbst fester begründet, durch Kaiser Maximilian der Stadt 1567 das Stapel-und Niederlagsrecht und durch Kaiser Karl V. 1521 die Meßfreiheit in unbedingterm Maßeals früher zu Theil. Das 1516 in der alten Pleißenburg zwischen Luther, Eck und Karl-stadt gehaltene sogenannte Leipziger Colloquium leistete der weitern Verbreitung der reiner»! evangelischen Lehre ungemeinen Vorschub, vbschon namentlich die Lehrer der Universitätf zum Theil mit großer Erbitterung sich derselben widersetzten. Der Herzog Georg der Bär-tige glaubte die neue Lehre mit dem Schwerte ausrotten zu können; mehre Bürger wurdenenthauptet, viele schimpflich aus der Stadt verwiesen; doch schon 1537 sah er sich veranlaßt,dem Rathe zu gestatten, die Güter der von den Mönchen verlassenen Klöster an sich zu kau-fen, und kaum war er gestorben, als unter seinem Bruder Heinrich dem Frommen 1539 dieEinführung der Reformation rasch in 8. vor sich ging, der jedoch die Universität erst spätersich anschloß. Im Schmalkaldischen Kriege hatte L. 1547 die Belagerung durch den Kur-fürsten Johann Friedrich zu erdulden, bei der die Vorstädte gänzlich eingeäschert wurden.Dafür widmete der neue Kurfürst Moritz wie der Stadt selbst, ss insbesondere der Univer-sität eine besondere Sorgfalt. Die Festung wurde verstärkt, der Bau der neuen Pleißen-burg begonnen, ein Consistvrium >556 errichtet, und bald sah man auch die Vorstädte wie-der aus der Asche erstehen. Vieles Ungemach brachten unter der Negierung des Kurfürsten