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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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661
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Leipzig 661

' waren. Der Jubilate- oder Ostermcsse und der Michaclismesse fügte Friedrich der Sanft-müthige I4 58dieNcujahrs!uesse hinzu. Letztere wurde zuerst 14 60 von Kaiser Friedrich IH.bestätigt; alle drei Messen bestätigte sodann > 497 Kaiser Maximilian I., der auch 1507 be-stimmte, daß 15 Meilen rings um die Stadt keine Messe gehalten werden dürfe, und zu-gleich der Stadt das Stapel- und Niederlagsrecht verlieh. Alle Anfechtungen, die L. des-halb erfahren mußte, trugen nur dazu bei, durch wiederholte kaiserliche Bestätigungen seinePrivilegien zu befestigen, während gleichzeitig die Entwickelung des gesammten deutschenHandels die Hebung des Verkehrs wesentlich förderte. Auch das Kipper- und Wipper-wesen und die Drangsale des Dreißigjährigen Kriegs vermochten nur momentan den Auf-schwung des Handels niederzuhalten. Zwar verlor die Stadt im ersten Viertel des >8. Jahrh.ihr Stapelrecht; dagegen überflügelte sie in dem letzten Viertel dieses Jahrhunderts Frank-furt an der Oder, das mit seinen Messen eine gefährliche Concurrenz bildere. Wie seitdemruss. und poln. Juden in großer Anzahl, so besuchten seit dem Ende des vorigen Jahrhun-derts auch Engländer und Franzosen viel häufiger, als früher, insbesondere die Ostermesse.Die Kontinentalsperre wirkte auf die inländischen Fabriken und Manufakturen gar nichtunvortheilhaft. Dagegen äußerten die Ereignisse des I. l 813, die Theilung Sachsens, dieProhibitivmaßregeln des Auslands, das Absperrungssystem Preußens, in Folge dessen dieStadt zum Theil ziemlich nahe auf drei Seiten sich mit Zvlllinien umschlossen sah, und dieI Elbschiffahrt höchst nachtheiligen Einfluß insbesondere auf den leipziger Handel. Noch mehr! thaten dies die eingeführten Accisefixationen, sodaß die Klagen des Handelsstandes immerlauter wurden. Allein seit dem Anschlüsse Sachsens an den deutschen Zollverein im I.1833 und der Eröffnung der Leipzig-dresdner Eisenbahn, durch deren Bau der ersteAnstoß zurÄnlegung größerer Eisenbahnen in Deutschland gegeben wurde, und der sich > 6-10die Magdeburg-leipziger und 1842 die Sächs.-bair. Eisenbahn anschlossen, hat sich der' Meßverkehr in L. nicht nur zu seiner frühem Höhe wiedergehoben, sondern fast vervierfacht,

. sodaß, wenn man früher den Umsatz einer Ostermesse zu 20 Mill. Thlr. anschlug, derselbe

1 gegenwärtig auf 70 Mill. angenommen werden kann. Der Handel selbst theilt sich in den

^ Vertrieb der Landesproducte und inländischer Manufacturen und in den Zwischenhandel.Die erstem anlangend, so sind namentlich Zinn, Blech, Smalte, Alaun und andere Pro-ducts des Mineralreichs, Porzellan, Leinwand, Kattun, Spitzen u. s. w., ganz vorzüglichLeder und Tuch, sowie Wolle und Pferde diejenigen Artikel, in denen die bedeutendstenGeschäfte gemacht werden. Den Zwischenhandel beschäftigen hauptsächlich Colonial-, Sei-den- und Pelzwaaren, sowie Weine. Hierzu kommen noch nicht unbedeutende Speditions-und sehr ansehnliche Commissions- und Wechselgeschäfte. Den Geschäftsverkehr erleichternverpflichtete Wechsel- und Waarensensale, die auch zur Anfertigung des Courszcttels ver-pflichtet sind, ein rasches abgekürztes Verfahren vor dem seit 1082 bestehenden Handelsge-richt, eine strenge Wechselordnung und die I838,begründete, an die Stelle der frühemDiscontokasse getretene Bank. (S. Banken.) Übrigens theilt sich jder Handelsstand indie Kaufmannschaft, die nur Grossohandel treibt und neun Handlungsdeputirte zu ihrenVorstehern hat, und die im Anfänge des 17. Jahrh- entstandene Kramerinnung, die alleinzum Detailhandel berechtigt ist und durch neun Kramermeister vertreten wird. WichtigereHandelsangelegenheiten verhandeln beide gemeinschaftlich; auch ist ihnen die Börse gemein-schaftlich. Unter der Kramerinnung steht die von ihr 183 l gestiftete Handelsschule, an derj A. Schiebe als Director angestellt ist.

Einen wesentlichen Theil des leipziger Handels macht der Buchhandel aus, der, nach-dem er sich von der eigentlichen Buchdruckerei gesondert, im Anfänge des 16 . Jahrh. sich, von Frankfurt am Main in Folge von Censurbedrückungen hierher übersiedelte, sodaß nunl L. der Hauptstapelplatz der in- und ausländischen Literatur wurde. Die Buchhändler bil-> den einen eigenen Stand und theilen sich in Verlags-, Sortiments- und Commissionshänd-ler, welche letztere die Geschäfte der auswärtigen Buchhändler besorgen, die in der Regelzur Ostermesse nach L. kommen, um die Geschäfte des verflossenen Jahrs zu ordnen undihre Bezahlungen abzumachen. Einen neuen Haltpunkt gewann der Buchhandel in L.durch den 1825 zu Stande gebrachten Allgemeinen Börsenverein der deutschen Buchhänd-ler, dem auch die.Musikalienhandlungen sich angeschlosscn haben, und das 1836 erbaute