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aber nach den Gütern, die sie durch den Neichsdeputationshauptschluß zur Entschädigungerhielten, L.-Billigheim und L.-Neuden au nennen. Auch sie, früher Mitglieder deswetterauischen Grafencollegiums, wurden durch die Rheinbundsacte als Standesherrender Oberhoheit Badens unterworfen. Der Standesherr von L.-Billigheim ist Graf Theo-dor, geb. 1794; der von L.-Neudbnau Graf August, geb. 189.7. Beider Linien Cvn-fcssion ist die katholische, während alle andere Linien sich zur evangelischen Kirche beken-nen. Das gräfliche Haus L.-Westcrburg theilte sich seit 1695 in die SpeciallinienAlt-L.-Westerburg und Neu - L.-W ester bürg. Jene besitzt die StandesherrschaftIlbenstadt unter großherzoglich Hess. Hoheit und die Hälfte der Grafschaft Westerburg undder Herrschaft Schadeck, dieses die andere Hälfte von Westerburg und Schadeck, unter ms-säuischer Hoheit. Standesherr in Alt-L.-Westerburg ist Graf Friedrich, geb. l 896, inNru-L.-Westerburg Graf August, geb. 1779 , östr. Feldmarschaülieutenant und Vice- !gouverneur von Mainz. ^
Leinpfade heißen die längs der Flüsse hinlaufendcn Wege, bestimmt für Menschenund Pferde, welche die Schiffe zu Berg, d. h. gegen den Strom, an Seilen ziehen. Siewerden entweder dicht am Flusse ganz besonders zu diesem Behufe angelegt, oder sind zu-gleich Kunst- und Vicinalstraßen. Die ausgezeichnetsten Leinpfade findet man in England;in Deutschland zeichnen sich seit >895 besonders die am Rhein aus, während im Allge-meinen hier noch sehr wenig gethan ist.
Leinwand nennt man alle aus Leinengarn (s. Flachs) gewebten Zeuge, unter denendie glatte Leinwand und der Lein endamast (s. Damast) die vorzüglichsten sind.Lcinwandartige Zeuge werden schon in den frühesten Zeiten bei de» Ägyptern und Grieche»erwähnt. Deutschland war von uralten Zeiten her der Hauptsih dieses Gewerbzweigs unddeutsche Linnen gingen theils mittel-, theils unmittelbar aus Westfalen, Schlesien, Sachsen,Böhmen, Mähren, Hessen und Hannover in großer Menge in die entferntesten Weltgegen- ^den, ja selbst die Engländer kamen zum Einkauf derselben nach Deutschland. DieContinen-talsperre unterbrach diesen Verkehr und veranlaßte die Engländer, sich dieser Industrie zuzu-wenden, doch geschah dadurch der deutschen Industrie wenig Eintrag, weshalb nach wieder-hergestelltem Frieden die alten Verbindungen sich bald wieder anknüpften. Der FranzoseGirard erfand die mechanische Flachsspinnerei, doch vergebens bot er seine Erfindungin Deutschland und Polen an während man in England, wohin seine Mitersinder sich ge-wendet, sofort die Wichtigkeit dieser Erfindung vollkommen begriff. Dennoch ging die Ent-wickelung der Maschinenspinnerei in England langsam von statten, sodaß man noch immerviel Handgespinnst aus Deutschland bezog. Man gewährte von >825—32 in England lAusfuhrprämien auf inländische Leinwand; dennoch war in Deutschland keine Abnahme !der Ausfuhr zu spüren. Ganz in der Stille nahm indeß in England die mechanische Flachs-spinnerei so zu, daß sie bereits 1836 als bedeutend entwickelt erschien, während man inDeutschland nur unvollkommene-Versnche gemacht hatte und darauf bestand, daß Lein-wand aus Handgespinnst besser sei, während doch der steigende Begehr nach Leinwand ausMaschinengarn das Gegentheil bewies. Noch in den I. 1837 und >838 befriedigte Eng-land nur zu einem Sechötheil und Deutschland zu fünf Sechstheilen den Bedarf Westin-diens und Südamerikas. In den darauf folgenden Jahren änderte sich aber dieses Ver-hältniß bedeutend. Dem glaubte man in Deutschland durch wohlfeile Preise am bestenbegegnen zu können, die man aber nur gewähren konnte, wenn man dem Leinen Baumwollebeimischtr und die Qualität der Stücke nach innen schlechter machte, als oben auf. Beson-ders aber blieb man hartnäckig beim Handgespinnst; ja in Bielefeld setzte man sogar eineConvcntionalstrafe von i960 Thlrn. auf den Gebrauch von Maschinengarn. Dazu kamnoch die Weigerung Preußens, die Negierung der Königin von Spanien, Jsabella, anzuer-kennen, wodurch es dem Zollverein unmöglich wurde, einen namentlich für Leinwand sovortheilhaften Handelsvertrag wie Belgien und England zu erlangen. .Unter solchen !Verhältnissen ist es kein Wunder, wenn eine so uralte Fabrikindustrie gegenwärtig vomAuslände sich überflügelt sieht; doch ist der Leinendamast von diesem Verfall ausgenom-men, der aber fast nur in der sächs. Oberl'ausitz und hauptsächlich in Eroßschönau in bisjetzt unerreichter Schönheit verfertigt wird.