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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
657
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Leine Leiningen 657

Landleuten sehr geschätzt ist und nicht nur zum Brennen und Schmalzen der Speisen, son-dern auch von den Webern zum Schlichten der baumwollenen Zeuge gebraucht wird. Dieseletztere Eigenschaft des Dotteröls ist auch die Ursache, daß der Dotter seit mehren Jahrenein gesuchter Einfuhrartikel nach England geworden. Die Ölkuchen von unvermischtemDotter haben keinen Futterwerth; dagegen sind Hülsen und Stroh des DotterS ein gutesFutter für Schafe und Rindvieh. Außerdem ist das Dotterstroh von besonderm Werthzur Anfertigung von Besen.

Leine ist die Benennung eines dünnen Taues, welches zu mannichfachem Gebraucheauf Schiffen dient und aus feinem Garnen als gewöhnlich gearbeitet wird. Man hat 6-,9-, 12- und I Sgarnige Leinen; mit l 8 Garnen beginnt die Trosse, doch gibt es auch schont 2garnige Trosse, wenn nämlich die dazu verwendeten Garne gröber sind. Nach dem Ge-brauche haben die Leinen verschiedene Namen, als Schlagleine, Stückleine, Marl-leine, Fi sch er lei ne, Walfischleine u. s. w.

Leiningen, eines der begütertsten unter den mediatisirten deutschen Grafenhäusern,ist zugleich eines der ältesten. Bereits im I. > 220 erlosch es im Mannsstamme. Die Erb-tochter Lukardis vermählte sich mit dem Grafen Simon von Saarbrück. Ihr SohnFriedrich von Hardenburg, wie er sich nach einer seiner Burgen nannte, nahm, nachdemdie leiningischen Besitzungen auf ihn übergegangen, wieder den Namen eines Grafen vanL. an. Friedrich'sSohn, Simon, erhielt 1228 die Grafschaft Dachsburg in den Vogesenin Lehen. Die Grafen FriedrichV. und Ioffried von L. theilten >317 ihre Besitzun-gen und begründeten die beiden Hauptlinien des Hauses, die Fricdrich'sche und die Jof-fried'sche. Friedrich V. vermählte sich mit Marie von Blois, der Witwe des Herzogs Ru-dolf von Lothringen und Enkelin desKönigs Philipp von Frankreich. Unter seinem Urenkelwurde die Landgrafschaft Leiningen zur gefürsteten Grafschaft erhoben. Die Friedrich'scheLinie erlosch im Mannsstamme mit dem Grafen H c sso im I. >367, worauf dessen Schwe-ster, die Witwe des Grafen Reinhard von Westerburg, sich des größten Theils der brüderli-chen Besitzungen bemächtigte und, indem sie für sich und ihre Nachkommen den Namen derGrafen von L. annahm, die Gründerin des Hauses L.-Westerburg wurde. Die Jof-fried'sche Linie erlangte aus der Hinterlassenschaft Hesso's die Grafschaft Dachsburg undnannte sich nun L.-Dachsburg. Graf Emich' s IX. Söhne theilten die väterlichen Be-sitzungen und gründeten die Linien L.-Hardenburg-Dachsburg und L.° Dachsburg-Hcidesheim-Falkenburgi Die erstere wurde >779 in den Neichsfürstenstand erhoben,verlor aber im luneviller Frieden ihre Besitzungen in der alten Grafschaft L. im Worms- undSpeiergau, die Grafschaft Dachsburg und die Besitzungen auf dem linken User, zusammenetwa >2 ülM-mit 38000 E., und wurdedafürdurchdenReichsdeputationsschlußimJ >803durch Besitzungen im Mainzischen, Würzburgischen und in der Rheinpfalz entschädigt, wäh-rend gleichzeitig der Fürst, der eine Stimme auf der wetterauischen Grafenbank gehabt hatte,eine Virilstimme im Neichsfürstenrathe zugesichert erhielt. Die neuen Besitzungen, zusam-men gegen 23 lüM. mit II0000E-, wurden in ein neues Fürstcnthum Leiningen vereinigt,durch die Nheinbundsactc von >806 aber sämmtlich als Standesherrschaft der OberhoheitBadens unterworfen, bis >8>0 in Folge der Territorialveränderungen ein Theil davon(5 IHM.) unter bair. und ein kleiner Theil, jedoch ohne Standeshoheitsrechte, unter großher-zvglich Hess. Oberhoheit kam. Der gegenwärtige Standesherr, Fürst Karl, welcher zu Amor-bach residirt, geb. am l 2. Sept. >803, folgte seinem Vater Emich Karl am 3. Sept. 18 > 3 un-ter Vormundschaft seiner Mutter Victoria, geb. Prinzessin von Sachsen-Koburg, die sichnachmals mit den: Herzoge von Kent verheirathete, durch den sie Mutter der Königin Vic-toria wurde. Die besondern standesherrlichen Verhältnisse des Fürsten wurden in Badendurch die Verordnung vom 22. Mai >823 bestimmt und seine jährlichen Einkünfte betra-gen 568000 Fl. Die Linie L.-Dachsburg-Heidesheim-Falkenburg zerfiel >658in die Unterlinien Heid es he im, Dachsburg und GunterSblum; die erste erloschim Mannsstamme >766, die andere >709, die letzte, welche >773 ebenfalls im Manns-stamme erlosch, blüht noch in der Nebenlinie fort, welche das jetzige gräfliche Haus L. bil-det, dds in die Nebenzweige L.-Guneersblum und L.-Heidesheim zerfällt, die sichConv.-Lez. Neunte Aufl. VI!>. ,42