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Leich
( von Norfolk zu unterstützen. Jndeß vcrricth er, da ihm die Jntriguc gefährlich wurde, seineMitschuldigen an Elisabeth und gesellte sich Denen bei, welche den Untergang Maria's be-trieben. Ernstlicher sah sich L. von dem Zorne Elisabeth's bedroht, als dieselbe durch denfranz. Hof erfuhr, daß er heimlich mit der Witwe des Grasen Devereux von Essex, den erüberdies vergiftet haben sollte, vermählt sei. Aber auch diesmal gelang ^es dem gewandten
! Hofmann, die Königin durch Schmeicheleien aller Art zu besänftigen. Sie ernannte ihn1585 zum Oberbefehlshaber der HülfSvölker, die sie den Niederlanden gegen Spanien zuHülfe schickte, und versah ihn überdies mit geheimen Instructionen, welche wol auf die Un-terwerfung der Gencralstaaten unter das Sccpter der Königin abzielen mochten. L. be-nahm sich in seiner schwierigen Stellung mit grenzenloser Anmaßung und Willkür. Erzwang die Niederländer, daß sie ihn im Fcbr. > 586 zum Generalstatthalter und Befehls-haber ihrer Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande erhoben, und zeigte sehr deutlich, daß ernach der unumschränkten Herrschaft strebte. Unfehlbar würde er seinen Zweck erreicht ha-ben, hätte ihn nicht der kluge Johann von Oldcnbarneveld, damals Groß-Pensionair vonHolland, cntgcgengcarbcitet. Da L. unfähig war, sowol im Felde wie durch Unterhandlun-gen für die Staaten irgend einen Vortheil zu gewinnen, so wuchsen das Mistrauen unddie Unzufriedenheit gegen ihn, zumal da er das gemeine Volk zum Aufruhr gegen die Be-hörden zu bringe» suchte. Die Königin misbilligte zwar die Mittel, die L. anwendete, kei-neswegs, fand aber am Ende, daß ihr Günstling zu der Rolle, die er spielen sollte, zu unge-schickt sei, und rief ihn im Dec. 1567 nach London zurück. Ungeachtet seines geringen Ta-lents vertraute sie ihm hierauf doch den Oberbefehl über das Heer, welches die Hauptstadtwährend der Gefahr der span. Invasion schützen sollte, und gewiß hätte England dieseWahl sehr verderblich werden müssen, wäre der Herzog von Parma im Stande gewesen,seine Streitkräftc von Holland aus überzusetzen. Die Königin wollte ihren Günstling im^ Augenblicke der Gefahr sogar zum Gencralstatthalter von England und Irland ernennen,was jedoch Burleigh und Hatton zum Glück noch verhinderten. L. starb während desFreudentaumels über den Untergang der span. Armada (s. d.) am 4. Sept. 1588. Ob-schon er bei seinen Lebzeiten die Königin unumschränkt beherrscht, ungestraft beleidigt, diehöchsten Würden an sich gerissen und den Staat geplündert hatte, schien er doch sogleichvergessen. Kaum hatte er die Augen geschlossen, als die Königin seine Güter öffentlich ver-steigern ließ, um die Summen zurückzuerhalten, die er ihr schuldete. Sein unmittelbarerNachfolger in der Gunst war sein 2ljährigcr Stiefsohn, Graf Robert von Esser (s- d.)Aus einem geheimen, wahrscheinlich unehelichen Verhältnisse mit der Witwe des Lord-Sheffield, aus dem Hause Douglas, hinterließ L. einen Sohn, Namens Rob. Dudley.Den Verdacht, als habe er seine erste Gemahlin vergiftet, hat Walter Scott zum Gegen-stände seines Romans „LeniUvortb" gemacht.
Leich ist ein altdeutsches Wort, das ursprünglich Gesang überhaupt bedeutete, dannaber im Gegensätze gegen das eigentliche Lied gebraucht wurde, ebenso wie im FranzösischenLais (s. d.) im Gegensatz gegen cimnson und im Latein des Mittelalters canticum odermotlus im Gegensatz gegen llzmnus oder carmen. Die Form des Leich in dieser Bedeutungwurde schon in die althochdeutsche Poesie nach dem Muster der Sequenzen des lat. Kirchen-» gesangs, d. h. der Texte, die man im i). Jahrh. den früher textlosen Modulationen der Ju-bilation des Alleluja unterzulcgcn anfing, eingeführt; sie wurde auch von den mittclhoch-deutschen Dichtern ausgenommen und ausgebildet und scheint im 15. Jahrh. außer Ge-brauch gekommen zu sein. Während das eigentliche Lied eine und dieselbe Strophenformdurchweg festhält, bestehen die der Melodie untergeordneten Leiche, die durchcomponirtwaren, aus verschiedenen in Zahl der Zeilen, Reimen und Silben voneinander unabhängi-gen Systemen oder Ncimreihen, in welchen ebensowol, wie in ihren Unterabtheilungen oder. Neimsätzen, die durch die Wiederholung der Melodiesähe bedingte Zweitheiligkeit vor-herrscht. Ursprünglich und vorzüglich waren die Leiche religiösen Inhalts; doch erscheintihre Form auch frühzeitig für Gedichte weltlichen Inhalts angewendet, namentlich fürLob-und Klaggesänge, dann auch für Liebesgedichte. Zu den letztem gehört einer der künstlich-sten Leiche, der des Ulrich von Lichten st ein (s- d.) im Frauendicnst. Auch die Reihenund Tänze, die im l 3. Jahrh. in der mittelhochdeutschen Poesie aufkamen, unterschieden