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pisch, sehr trocken und häufig, da die regelmäßigen tropischen Regen fehlen, von Wasser-mangel begleitet. In Folge davon ist das Land nur soweit anbaufähig, als es bewässertwerden kann; wo dies aber geschieht, ist es auch sehr fruchtbar. Hinsichtlich der Producte'des Thier- wie des Pflanzenreichs kommt es ganz mit dem nördlichen außertropischen Ost-indien (s. d.) überein. Sonst ist es reich an Steinsalz, Steinkohlen und Eisen. Das Ko-histan oder Gebirgsland mit Kaschmir, aus dem südwestlichen Abfall des östlichsten Theilsdes Himalaja mit seinen Vorbergen bestehend, theilt ganz die natürliche Beschaffenheit die-ses Gebirges (s. H i m a l a j a), ebenso wie die jenseit des Indus liegende, den Afghanenabgenommene Provinz Pischauer mit Afghanistan (s. d.) übereinkommt. L. wird vonungefähr 3 Mill. Menschen bewohnt. Mit Ausnahme der in Pischauer wohnenden Afgha-neu gehören Alle zum Stamme der Hindu; doch sind sie durch die Einwanderungen undEroberungszüge fremder Nationen von Alexander dem Großen bis aufBaber den Türken,stark mit dem Blute mittel- und wcstasiat. Völker gemischt. Unter diesen verschiedenenHinduvölkern sind in L. das herrschende die Sikhs (s. d.), die im Grunde weniger eineneigenen Volksstamm, als eine Religionspartei bilden. Das ursprünglich völlig theokratisch-demokratische System hat sich im Laufe der Zeiten in ein aristokratisches verwandelt, undder Sikhstaat ist der Tummelplatz der religiös-politischen Corporation wie der Sirdars oderHäuptlinge geworden, deren Herrschaft nur eine Zeit lang von Rund schic-Singh (s.d.)niedergehalten wurde. Trotz des theokratischen Grundzugs derSikhsherrschaft leben Brah-madiener wie Mohammedaner ziemlich ruhig unter ihr. Der Hauptsitz derSikhs, die kaumein Sechstheil der Bevölkerung ausmachen, ist der Landstrich zwischen dem <Ätledsch unddem Nawi im Niederlande des Pendschab. Die im Gebiete ihres Staats gesprochenenSprachen und Mundarten sind sehr zahlreich; doch ist Neupersisch die allgemeine Geschästs-sprache. Die Sikhs beschäftigen sich nur mit Ackerbau, Viehzucht und dem Krieg, den dieSirdars, unter denen gegenseitige Befehdung an der Tagesordnung ist, als Gewerbe treiben.Dadurch sind die Sikhs zu einer entarteten Soldatesca geworden, die unter ihren verschie-denen Häuptlingen Dem dient, der am meisten ihnen zu gewähren fähig ist. Falschheit,Betrug und Meineid sind charakteristische Züge ihres entsittlichten Zustandes, und das Sy-stem der Sirdars, die sehr unwissend sind, meist weder lesen noch schreiben können und sichzur Führung ihrer Geschäfte brahmin. oder mohammedan. Secretaire bedienen müssen,besteht in der Bedrückung ihrer Unterthanen, die nach ihrem ursprünglich religiös-polici-schen Princip gleiche Rechte mit ihnen haben sollten. In den Händen dieses demoralisirtenAdels ruht auch die Rechtspflege, die durch ihn durchaus käuflich geworden ist. DadurchI ist das ganze Reich, besonders das früher so blühende Kaschmir, außerordentlich herabge-kommen. Handel und Gewerbe liegen gänzlich darnieder, theils durch die Lasten, die auf^ ihnen ruhen, theils durch die Unsicherheit alles Besitzes und die Räubereien und Plackereien,welche sich die Sirdars gegen die Handelszüge und Gewerbtreibenden aller Art erlauben.Drei Punkte des Reichs sind durch ihre Manufacturthätigkeit berühmt, nämlich der Land-strich zwischen dem Setledsch und Beas durch seine Baumwollenfabrikation, welche diekünstlichsten Gewebe liefert; Kaschmir durch die Verfertigung der berühmten Shawls(s. d.) und Multan wegen seiner ebenso berühmten Seidenzeuche. Auch in den StädtenLahore und Amrilsir sind Shawl- unh Seidenwebereien im Gange. Doch alle diese Ge-werbe bewahren kaum nur noch einen Schatten ihrer frühern Blüte. Dagegen blüht inFolge des kriegerischen Geistes der Sikhs die Verfertigung von Waffen aller Art. DerHandelsverkehr wird trotz der zahlreichen Flüsse meist nur zu Lande betrieben; sein Haupt-sitz ist die Stadt Amritsir. Die Staatsverfassung besteht seit Rundschit-Singh äußerlichin einer Militairdespotie, im Grunde aber fortwährend in der frühern zügellosen Häupt-lingsaristokratie, denn die Erhaltung der Alleinherrschaft des Despoten, der den Titel Ma-, haradscha, d. h. Großkönig, führt, hängt einzig von der Fähigkeit des Regierenden ab, dieihm zu Gebote stehende Militairkraft beständig an seine Person zu knüpfen. Diese Mili-tairmacht bestand noch vor nicht langer Zeit aus mehr als 80 «»N«> M., von denen ein großerTheil durch franz. Offiziere europäisch organisirt ist. Die Einnahmen des Maharadscha be-liefen sich auf l s Mill. Thaler. Von den Städten ist zuerst zu erwähnen Lahoream Rawi ^Lonv.-Lex. Neunte Aufl. VHI. 32