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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Lahn Lahors

Lähmung verschieden. Es kann in einem Organe das Gefühl unterdrückt sein, ohne daßdie Bewegung verloren gegangen ist, und umgekehrt; Beides wird jedoch fehlen, sobald dirErnährung darin aufhört, also die Nerven, welche dem Gangliensystem (s. d.) angehö-ren, gelähmt sind. Eine andere Verschiedenheit der Lähmung wird durch den Grad bedingt,in welchem sie stattfindet, und man unterscheidet darnach vollkommene undunvvll-kommene Lähmung. Sind die Nerven, welche der Ernährung eines Organs vorste-hen, zum Theil gelähmt, so entsteht Schwäche in demselben, in höherm Grade Atrophie(s. d.); ist ihr Einfluß gänzlich vernichtet, so erfolgt kalter Brand, d. h. Auflösung des Or-gans nach chemischen Gesetzen. Eine andere Eintheilung betrachtet die Lähmungen nachdem Orte oder dem Organe, wo sie auftreten, und diese bietet die mannichfaltigsten Verschie- -denheiten dar, da Lähmung im kleinsten Muskel ebenso gut stattfinden kann, wie im gan-zen Körper und der Tod nichts Anderes ist, als eine vollkommene Lähmung der Nerventhä- .tigkeiten in allen Organen. Aus dieser Zahl der verschiedensten Lähmungen sind vorzüglichoft beobachtet worden die halbseitige Lähmung oder der H albschlag (liemiplegis),wobei die Bewegung und das Gefühl in den Muskeln der einen Seite genau bis an dieMittellinie des Körpers mehr oder weniger aufgehoben sind, und die Querlähmung(psrsplegia), wobei entweder der obere oder der untere Theil des Körpers gefühl- und be-wegungslos ist. Auch kommen Fälle vor, wo der Arm der einen Seite und das Bein derandern gelähmt ist (paral/sis crueist»), während in andern Fällen die eine Körperseite desGefühls, die andere der Bewegungsfähigkeit entbehrt. Die Lähmung beruht auf den ver-schiedensten Gründen und ist keine selbständige Krankheit, sondern nur das Symptom eineskrankhaften Zustandes ; sie entsteht häufig, ehe eine eigentliche Krankheit sich zeigt, oder inFolge anderer Krankheiten. Sie ist stets ein schlimmes Zeichen und oft bleibend, wenn sie isich auch nicht selten auf einen niedriger« Grad wieder herabstimmt; auch hat sie bedeu-dende Neigung zu Rückfällen. Die Behandlung muß sich vor Allem nach der Grundur-sache jrichten und die Lähmung selbst, wenn jene beseitigt ist, durch Anwendung stärken-der und reizender Mittel zu heben suchen. Vgl. Marx, „Zur Lehre von der Lähmung deruntern Gliedmaßen" (Karlsr. und Baden 1838)'.

Lahn nennt man einen dimn geplätteten Metalldraht, der aus echtem Golde oder !Silber gearbeitet ist, und theils blank, theils mit Seide übersponnen zur Verfertigung vonvielerlei Stoffen, Zeuchen, Stickereien, Borden, Spitzen u. s. w. gebraucht wird.

Lahn, ein Nebenfluß des Rhein auf dessen rechter Seite, entspringt auf dem Sauer-ländischen Gebirge, im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg unweit Siegen, l 700 F. überdem Meere. Sie durchströmt preuß-, hessen-darmstädt., kurhess. und nassauische Gebiets-theile, wobei sie die Städte Marburg, Gießen, Wetzlar, Weilburg und Nassau berührt, undmündet bei Niedcrlahnstein, von wo aus sie 13 Stunden aufwärts bis Weilburg für kleine >Fahrzeuge schiffbar ist, in den Rhein. Nach ihr wurde die jetzige Provinz Oberhessen ehe-mals das F ü r st e n t h u m an der Lahn genannt, auch führt von ihr ein letzter Ausläu-fer des Fichtelgebirges in Kurhessen den Namen Lah ngebirge. An der Lahn fielen I 7 SKmehre Gefechte zwischen dem Erzherzog Karl und dem General Jourdan vor, in Folge de-ren Letzterer sich auf das linke Rhcinufer zurückziehcn mußte.

Lahöre, ein Reich im nordwestlichen Winkel Vorderindiens, wird im Norden, woder Himalaja und der Hindukusch die Grenzscheide bilden, von Tibet und den kleinen un-abhängigen Staaten im Westen des letzter«, im Osten von Afghanistan und im Südwestenvon den engl.-ostind. Besitzungen begrenzt, und enthält einen Flächenraum von ungefähr5000 mM. Es besteht aus drei Hauptbestandtheilen, dem Pendschab, Kohistan oder demGebirgskunde mit Kaschmir (s. d.), und der afghan. Provinz Pischaucr. Das Pcnd-schab, der Kern und größte Theil des Reichs, zwischen Indus und Setledsch, welche beideFlüsse die West - und Südostgrenze desselben bilden, ist meist ein flaches, mit vielen Sand-wüsten durchzogenes Land, das von den fünf Hauptzuflüssen des Indus, die es durchströ-men, seinen Namen hat, der Fünfflnßland bedeutet, weshalb es auch bei den Alten Penta-potamia hieß. Jene fünf historisch-berühmten Zuflüsse sind der Behat oder Dschilum, derDschivab, der Rawi, der Beas und der Setledsch (der Hydaspes, Accsincs, Hydraotes,Hyphasis und Hesudrus der Alten). Das Klima Ist in demselben sehr heiß, doch nicht tro-