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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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492 Lago maggiore Lagrange

Disciplin nöthig sind, z. B. daß beim Retraiteschuß jeder Mann in seinem Zelte sein muß,und außerdem die Bestimmungen, welche sich nach den jedesmaligen Verhältnissen der Lo-kalität, der Nähe des Feindes u. s. w. richten. Verschanzte Lager nennt man solche,die den Lagerplatz durch besondere, ihn umgebende Hindernißmittel gegen den Andrangdes Feindes schützen. Sie kommen bereits in den ältesten Zeiten vor, wurden noch imSiebenjährigen Kriege, z. B. bei Kolberg u. s. w., angewendet, sind aber in den neuernKriegen fast ganz außer Anwendung gekommen, weil die Operationen sich gegenwärtigmit ungleich größerer Schnelligkeit folgen. Die Einrichtung eines verschanzten Lagers ge-hört in die Feldfortification (s. Feldschanzen), und es muß ein gut verschanztes Lagernicht nur eine kräftige Vertheidigung, sondern auch das Übergehen zum eignen Angriff er-lauben. — Auch bezeichnet man mit Lag er die Aushöhlung der Schildzapfenpfannen derLasteten, sowie den Punkt in der Seele, auf welchem das Geschoß aufliegt, insbesondere,wenn sich schon ein Eindruck gebildet hat.

Lago maggiore, der berühmteste See Italiens, bei den Römern I-iiOl, Vordem»?genannt, gehört thcils zu Piemont und der Lombardei, theils zum schweizer. CantonTessin.Er ist in seiner größten Ausdehnung von Tencro bis Scsto 8 M. lang, zwischen Lavcnound Fariolo über 2 M. breit, der Stadt Locarno gegenüber bei der Kapelle Labardia 335F. tief, wird vom Ticino durchströmt und nimmt mehr als 20 Bäche auf. Seine Ufer ge-währen den Anblick der höchsten romantischen Wildheit, gepaart mit der sanften Schönheitdes südlichen Himmels. Im Norden und Westen desselben erheben sich hohe Granitgcbirgc,die sich nach Süden und Osten zu sanften Rcbenhügcln in das fruchtbare Thalgelände derlombardischen Ebene abstufen. Durch den Kanal Naviglio mit Mailand und durch dieTresa mit dem Lugancrsee verbunden, ist er zu jeder Zeit schiffbar, nur muß man die Zeitder ihn beherrschenden zwei Winde, des Tevano und des Breva, genau wahrnehmen. Er-stercr weht von Norden nach Süden, fängt um 2 Uhr des Nachts an und endigt um I»Uhr des Morgens, der andere dauert in entgegengesetzter Richtung von Mittag bis gegenMitternacht. Hinter Canobbio und Canera breitet sich der See nach Südwesten in einenovalen Busen aus, auf dessen Spiegel die Borromeischen Inseln (s. d.), Jsola bellaund Jsola madre, sicherheben, und an dessen Ufern die freundlichen Städte Intra undPalanza liegen. Vgl. Bernucca, „Viuggio pittorosco si Iro lugiü Alaggsinre, <li Imgrnw«t Ui <7omo" (Mail. 1819, mit Kupf.).

Lagomarsilli (Hieronymus), einer der vorzüglichsten Latinisten des lb.Jahrh., ausGenua gebürtig, gest. l 77 3 zu Florenz als Jesuit, machte sich durchseine „Orationes"(Mail. 1746; Augsb. 1752, 4.), durch Herausgabe des Werkes von Gratianus „Descriptis invita Ninervu" (2 Bde., Flor. 1745, 4.) und der „Lpistvlas et orationes" desJul. Pogianus (4 Bde., Rom 1762, 4.), die er mit sprachlichen und geschichtlichen An-merkungen begleitete, namentlich aber dadurch bekannt, daß er aus ziemlich 366 Hand-schriften eine große Sammlung von Varianten zu Cicero anlegte, die 23 sauber geschrie-bene Folianten umfassen soll.

Lagrange (Jos. Louis), einer der größten Mathematiker aller Zeiten, geb. am 25.Jan. 1736 zu Turin, widmete sich anfangs der Philosophie, wendete sich aber sehr baldaus besonderer Neigung der Mathematik zu und studirte sie mit solchem Eifer, daß erschon in seinem 18. I. in einem Briefe an Fagnano eine Menge neuer, von ihm gemachterEntdeckungen aufstellen konnte. Auch löste er bereits in dieser Zeit die von Euler aufge-stellte isoperimetrische Aufgabe und beantwortete die Aufgabe über das Princip der ge-längsten Bewegung. Kaum 19 Jahre alt, erhielt er die Stelle eines Professors der Mathe-matik an der Artillerieschule in Turin, worauf er eine Reise nach Paris unternahm. Nachseinep Rückkehr erhielt er den von der Akademie der Wissenschaften in Paris aucgcsetztcnPreis ««Betreff derTrabanten des Jupiter; gleichzeitig veröffentlichte er die ersten Grund-züge seiner Lehre vom Planetensystem. Bald nachher folgte er dem Rufe Friedrich's desGroßen als Director der Akademie an Euler's Stelle nach Berlin. Nach Friedrich's Todeging er, von Mirabeau dazu veranlaßt, 1787 nach Paris. Doch eine tiefe Schwermukhbemächtigte sich seiner und lähmte seinen Geist. Nur nach und nach arbeitete er sich wiederin seine Wissenschaft hinein und gewann ib- neuem Geschmack ab. Die Nationalver-