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Lafontaine (Aug. Heinr. Jul.) Lager
Lafontaine (Aug. Heinr. Jul-), einer der fruchtbarsten und eine Zeit lang beliebte-stcn deutschen Nomandichter, geb. am I». Oct. 1759 zu Braunschweig, wo sein Vater, eingeschickter Maler, lebte, besuchte die Schulen in Braunschweig und Schöningen und stu-dirle in Helmstedt Theologie. Er wurde >789 Hauslehrer in Halle, ging als Feldprediger>792 mit dem preuß. Heere nach der Champagne und kehrte nach dem baseler Frieden nachHalle zurück, wo er seitdem privatisirte, und am 29. Apr. 18« l starb. Bei Abfassung sei-ner bürgerlichen Familiengemälde war cs ihm weniger um deren künstlerischen Werth zuthun, als darum, angenehm und rührend zu unterhalten, und diesen Zweck erreichte er fastimmer. Eine lebhafte, obwol nicht reiche Phantasie, verständig entworfene Pläne, leichtgezeichnete und meist anziehende Charaktere, glücklich erfundene Situationen und eine wa-ckere Gesinnung, verbunden mit einer leichten und gewandten Darstellung, gewannen ihmfür seine früher» Werke ein zahlreiches Publicum. Nicht so glücklich war er mit seinen feit1898 gelieferten Romanen, in denen eine oft geschraubte Sentimentalität und die sieteWiederkehr gewisser Lieblingscharaktere und Lagen die Kritik gegen ihn aufriefen und dieLesewelt ihm allmälig entfremdeten. Schon in den früher» und bessern zeigte sich aller-dings eine überwiegende Neigung, den Menschen von Seiten seiner Schwäche zu schildern,worin er glücklicher war als im Darstcllcn der edeln Mcnschennatur. Seine Menschen sindein Mittelschlag. Eine Scene des peinigenden Kampfes der Pflicht mit der Leidenschaftfolgt auf die andere; die unglückliche, sich selbst verzehrende, unaufhörlich zwischen Ent-zücken und Verzweiflung schwebende Liebe wird mit übersättigender Ausführlichkeit undnicht selten mit entnervender Empfindsamkeit geschildert. Die Tugend bleibt zwar, trotz derewigen Kampfe und der nahen Gefahr des Unterliegens, meist am Ende Siegerin; aberihres Sieges kann man nicht recht froh werden, da die von vielem Gram und Schmerz zer-weichte Empfindung kein Gefühl von Erhebung und Freude zuläßt. In seinen später» Ro-manen herrscht eine so große Familienähnlichkeit, daß, wer einige derselben, besonders diealtern, z. B. den „Sonderling" (>792), „Quinctius Heymeran von Flamming" (1795)und „Die Familie von Halden" (>797), die an Frische der Empfindung und reiner Naivi-tät alle spätern weit übertreffen, gelesen hat, die übrigen entbehren kann. Seine Individua-lität stand mit seinen Schriften in einem seltsamen Contraste, indem man an dem launigenund fröhlich unterhaltenden Gesellschafter keine Spur von der in seinen Romanen Herr-schendcn Empfindsamkeit fand. Auch war seine Biederkeit von Allen, die ihm näher stan-den, anerkannt. Durch seine Bearbeitung der Trrzchdie des Äschylus mit Commentar(2 Bde., Halle 1822) suchte er eine nach cigenthümuchen Ansichten vorgcnommene Kritikdes Textes zu begründen, fiel aber mit seinen allzugewagten Conjecturen einer scharfenKritik in die Hände. Vgl. Eruber, „L.'s Leben und Wirken" (Halle 1833).
Lage oder Position nennt man beim Spiele der Streichinstrumente die Stellungder Hand. Auch gebraucht man diesen Ausdruck von denStellungen der Töne derAccorde.
Lager nennt man die Vereinigung mehrer Truppen auf freiem Felde, dem L a g e r -platze, zum Zweck eines länger« oder kürzer« Aufenthalts daselbst. Dem Lager steht dieCa »tonnirung (s. d.) gegenüber, welche nur in bewohnten Orten bezogen wird. DerZweck des Lagers ist, die Truppen vereint zu behalten und schneller schlagfertig austretcnzu können. Wird das Lager nur ans einen oder wenige Tage bezogen, so nennt man eSMarschlager; bleibt man längere Zeit daselbst, Standlager. Bei dem erster» fin-det gewöhnlich nur ein Bivouac (s. d.) statt, bei dem letztern aber muß der Soldat durchZelte, Baracken oder ähnliche Vorrichtungen gegen den Einfluß der Witterung geschütztwerden. Die Lagere rdnung bestimmt die Plätze, welche jeder Truppenkhcil einnehmensoll; die Richtung, in der die Zelte auszuschlagen sind; die Orte, wo die Wachen hinkom-men und wo Schildwachcn aufzustellcn find, wo Wasser zu holen ist u. s. w. In gewöhn-lichen Fällen findet folgende Anordnung statt. Die Zelre derJnfanterie bilden die vordersteLinie, auch wol mehre Linien hintereinander; hinter denselben in angemessener Entfernung,in der Mitte, befinden sich die Geschütze; dann folgen die Zeltgasse der Batterie und derStall derselben, und auf den Flügeln find analog die Zeltgassen und Ställe der Cavalerie.Die Umgebung des Lagei^ mit Wachen und Vorposten ist Gegenstand des Felddienstes.Der Lagcrdienst umfaßt zunächst alle Vorschriften, welche zur Aufrechthaltung der