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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Lafontaine (Jean de)

fen und, ohne ihn gehört zu haben, so unvorsichtig, sich mit ihm in einen Wettkampf einzu.lassen. In der Probe hatte der schlaue Italiener fein Spiel maskirt; beim öffentlichen lSpiel mußte L. zu spät erkennen, mit wem er es zu thun habe. Allein der gewandte Frau-zose wußte wenigstens zu retten, was zu retten war. Sein Spiel abbrechcnd, sein Instru-ment Paganini zu Füßen legend, war er der Erste, der dem Sieger unter demBeifallsturmdes Publicums huldigte. Auf einer Kunstrcise hatte er im Aug. I83S das Unglück, mitdem Postwagen umgcworfen und so verletzt zu werden, daß er wenige Minuten daraufstarb. Seine Compositionen, bestehend in Concerten und Salonstücken, die er zum Theil ,mit Kalkbrenner und Her; in Gemeinschaft schrieb, sind geschmackvoll und dankbar für das IInstrument; einen höhern Rang nehmen sie in der Literatur desselben nicht ein. Noch tdarf nicht unerwähnt bleiben, daß L. einige Zeit im Theater Feydeau als Sänger und zwarnicht ohne Beifall, wie es scheint, thätig gewesen war.

Lafontaine (Jean de), Frankreichs größter Fabeldichter, wegen seiner Herzensguteund Einfachheit io Kon Komme genannt, geb. zu Chäteau-Thierry in Champagne am N Juli>621, lernte in scinerJugend außer der lat. Sprache sehr wenig und trat in seinem l 9. Jahrein die Congregation des Oratoriums, die er aber nach > 8 Monaten wieder verließ. Erst inseinem 22. Jahre wurde er durch das Anhären der Ode Malherbe's auf den Tod Heiu-rich's lV. zum Studium der klassischen Dichter und zu eigenen poetischen Versuchen äuge-trieben. Sein erstes Auftreten mit einer Bearbeitung des „Eunuchus" von Teren; (l sät)war nicht glücklich. Sein Vater freute sich über die poetischen Beschäftigungen seines Soh-nes, dachte aber doch darauf, ihm eine feste bürgerliche Stellung zu geben, übertrug ihmdaher seinen Posten als muitre des euux et korsts und verheirathete ihn mit einer Demoi-selle Hericart. Nach einiger Zeit aber ließ L. Amt und Frau im Stich, ging, aufAnregungder Herzogin von Bouillon, die, vom Hofe verbannt, eine Zeit lang in Chäteau-Thierrylebte und L. schätzen gelernt hatte, nach Paris und kam nur jährlich einmal nach der Hei-mat, um eines seiner Grundstücke nach dem andern zu verkaufen. In Paris fand er Gön-ner, die ihn wie ein unmündiges Kind sein ganzes Leben hindurch leiteten und pflegten. ,Namentlich interessirte sich der Intendant Fouquet für ihn und gab ihm eine Pension. Alsdieser bei Ludwig XlV. in Ungnade fiel, zeigte sich L.'s Charakter im schönsten Lichte, indemer seine Verehrung und Liebe für den wackern Mann laut an den Tag legte. Nach Fon-quet's Entfernung von Paris waren es Henriette von England, der große Conde, Conti,Vendöme u. A., welche sich eine Ehre daraus machten, L. nützlich zu sein; doch alle ihreFreigebigkeiten schützten den sorglosen Dichter nicht vor täglichen Verlegenheiten, bis ihn iFrau von Sabliöre kennen lernte, in ihrHaus aufnahm und für alle seine Bedürfnisse sorgte.Nach ihrem Tode trat Hervart an ihre Stelle. Erst 1683 wurde er in die Akademie aus-genommen. Im I. 1692 erkrankt, machte ihn der Abbe Poujet zuerst auf sein Seelenheil ,aufmerksam, an dem er nun mit vielem Eifer zu arbeiten anfing. Er starb am l 3. Apr.1695. Seine Hauptwerke sind seine „Oontss" (zuerst 1665) und seine „k'ables". Die ei-genlhümlichen Vorzüge L.'s bestehen weder im Besitze einer dichterischen Weltanschauung,noch in der Erfindung, sondern in der Darstellung. Seine Fabeln sind dem Stoffe nachden Alten, die Erzählungen den ital. Novellisten und den altfranz. Fabliaux entlehnt; da-gegen ist die Darstellung meisterhaft. Er hatte sich den Ton plastischer Natürlichkeit ange-eignet, dessen hinreißende Lebendigkeit und Wahrheit nur der anspruchslosen Kindlichkeit sder seinerJndividualität eigenthümlichen sinnlichen Naivctät gelingen konnte. Durch Fein- ^heit ausgezeichnet, gehen seine Erzählungen doch über das erlaubte Maß von Schalkhaftig-keit und Muthwillen hinaus. Seine übrigen Gedichte sind von untergeordneterm Belange.Von seinen „ksdles" erschienen die ersten sechs Bücher 1668, die folgenden fünfl678u»ddas zwölfte Buch >69-1. Zu den besten unter den zahllosen spätcrn Ausgaben gehört diemit einem Commentar von CH. Nodier versehene (2 Bde., -1. Ausl., Par. 1839) und diebeste Ausgabe seiner „Oeuvres" besorgte Valckenaer (18 Bde., Par. 1819—26; neueAusl., 6 Bde., 1822—23). Außerdem bemerken wir noch die Sammlung seiner Werkevon Des Renaudes (2 Bde., Par. 1832). Reich an vielen wichtigen Nachweisungen sinddie von Robert herausgegebenen „k'ukles iuedites des XII, Xlll et XIV siede« et tskles<le k>., r»ns»roedeer öle celle» de tous les »uteurs" (2 Bde., Par. > 825).