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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Laffete Laffitte

sein mag. In allen ab« treten das Talent und der fein gebildete Geist der Verfasserin her-vor und machen sie zur anmuthigen Lecture. Als „Oeuvres cvmplctes" erschienen dieseRomane mehrmals, zuletzt und am besten von Etienne und Jay, zusammengcdruckt mitden Werken der Damen Tentin und Fontaines (5 Bde., Par. l 825).

Laffete, in frühern Zeiten Afsüte, heißt das Gerüst, mit welchem das Geschützrohrverbunden wird, um es laden und richten zu können; bei den Haubitzen und Kanonen istdie Laffete zugleich so eingerichtet, daß sie den Transport des Rohrs auf weitere Entfernun-gen erleichtert, und deshalb mit zwei Rädern versehen, welche die Mörscrlaffete theils ausMangel an Haltbarkeit, theils wegen der Art des Ladens nicht erhalten kann. Die Be-nennung derGcschützart bestimmt auch meist die der Laffete, zuweilen aber werden die Laste-ten auch nach dem Erfinder genannt oder nach ihrer besondern Bauart. Die Constructionder Lasteten ist noch weniger wissenschaftlich begründet, als die der Röhre; allgemeineGrundsätze sind, daß ihr Gewicht dem des Rohrs ziemlich gleich komme, leichte Beweglich-keit beim Laden und Richten und möglichste Dauer. Letzteres wird nicht durch übermäßigeHslzdicken und zu starke Beschläge erzielt, sondern muß in der zweckmäßigen Größe derTheile und ihrer festen Verbindung begründet sein; ebenso ist darauf zu achten, daß dieLaffete durch den Rückstoß des Pulvers nicht zu sehr leide, weshalb der Hintere Theil, derLaffetenschwanz, unten abgerundet sein muß. DieHaupttheile jeder Laffete sind die Wände(an den Block-Laffeten der Block), die Riegel, die Nichtmaschine, die Achse und zwei Rä-der; die Vorrichtung zum Auf - und Abprotzen, d. h. zur Verbindung der Laffete mit derProtze, oder zur Trennung beider, darf nicht fehlen. Eiserne Lasteten für Mörser sind schonseit langer Zeit im Gebrauch; bei der zunehmenden Schwierigkeit, gutes Holz zu erhalten,und bei dem leichten Verderben desselben, wenn die Laffete» längere Zeit aufbewahrt wer-den müssen, nimmt man jetzt sehr Bedacht, für alle Geschütze Lasteten von Guß- undSchmiedeeisen zu fertigen, worüber bereits sehr wichtige Versuche in Frankreich, Würtem-berg, Preußen und anderwärts angestellt worden sind.

Laffitte (Jacq.), franz. Staatsmann und Banquier, geb. am 24. Oct. 1767 zuBayonne in niederm Stande, trat im Alter von 2V Jahren als Commisin die Dienste de§ rei-chen Banquiers Perregaux, der sein Talent und seine Rechtschaffenheit schätzte und ihn I8V5zum Gcschäftsnachfolger ernannte. Durch Fleiß und Geschick brachte L. sein Haus zu eu<rop. Ruf und großem Wohlstände. Die Regierung ernannte ihn 1809 zum Regens derBank von Frankreich, darauf zum Mitglied des Handelsgerichts und Präsidenten der Han-delskammer. Im Apr. 1814, als der Credit des Landes erschüttert war, erhob ihn die pro-visorische Regierung zum Gouverneur der Bank, wobei er auf den bedeutenden Gehalt von100000 Francs verzichtete. Zu dieser Zeit schlug er zur Abhülfe der Staatsnoth eine Na-tionalsubscription vor und zeichnete zuerst eine große Summe, aber Niemand folgte seinemBeispiele. Als Napoleon von Elba zurückkchrte, legte Ludwig XVIII. 5 Mill. in L.'sHände nieder, und nach der Schlacht von Waterloo vertraute ihm Napoleon einige Mill.Francs an, die er auch dem Kaiser erhielt, obwol der Hof oft genug die Hand danach aus-streckte. Um beim Rückzug der Armee hinter die Loire einem Angriff auf die Bankkaffevorzubeugen, gab L. dem Finanzminister 2 Mill. aus eigenen Mitteln. Scho» während derHundert Tage war L. in die Deputirtenkammer getreten; nach der zweiten Restaurationwurde er wieder gewählt. Er gehörte zur Opposition, erhob sich gegen die politischen Fana-tiker und ergriff besonders bei Finanzverhandlungen oft aus dem Stegreif mit Erfolg undNachdruck das Wort. Die Regierung wählte ihn in die zur Berathschlagung über die He-bung der Finanzen niedergesetzte Commission. Hier hielt er nicht nur von Finanzstreichenzurück, sondern entwickelte auch die Mittel, wodurch der öffentliche Credit hergestellt werdenkonnte. Bei den Wahlen von 1817 wurde er von allen 20 Sectionen in Paris zugleichgewählt. Der Hof, über L.'s Widerstand in der Kammer erbittert, gab 1819 das Gouver-nement der Bank mit bedeutendem Gehalt an den Herzog von Gaeta, setzte aber 1822 L.zum Regens ein. Nachdem er sich gegen die Intervention in Spanien ausgesprochen, un-terstützte er das Ministerium Villele in der Herabsetzung der Renten von 5 auf 3 Procentund verlor dadurch seine Popularität. In den „Räüexions sur la röäuctioii de la renteet sur i'ätat du credit" (Par. 1824) suchte er die Maßregel für Staat und Volk als noch-