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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Lafayette (Marquis de)

lichkeit und Ritterlichkeit die Freundschaft Washingtons (s. d.) gewonnen, der fortanauf die Gesinnung und Denkweise des Jünglings den mächtigsten Einfluß übte. Gleich indem ersten Gefecht, dem er am lI. Sept. zu Brandywine beiwohnte, verwundete eineKugel ihm den Schenkel. Kaum hergestellt, half er den Sieg bei Glocester erringen; dannführte er den Befehl über die Division von Virginien. Zu Anfänge des I. >778 wurde ermit dem Titel eines Generals der Nordarmee nach Kanada geschickt; allein diese Expedi-üon mislang aus Mangel an Mitteln. Diesen Unternehmungen folgten der berühmteRückzug von Barren-Hill, das Gefecht von Monmouth, wo L. die Avantgarde befehligte,und die Einschiffung des Corps von Sullivan, als der combinirte Angriff gegen Rhode-Jsland durch den Rückzug der franz. Escadre gescheitert war. Auf die Nachricht der Kriegs-erklärung zwischen Frankreich und England eilte L. in sein Vaterland zurück, um dem jun-gen Freistaate Hülfe an Geld, Kriegsbcdürfnissen und Streitern zu verschaffen. Er kamim Fcbr. 1779 zu Paris an und wurde vom Hofe mit Achtung, vom Volke mit Jubel em-pfangen. Schon zu Anfänge des I. 1789 erschien er wieder zu Boston und kündigte dieAnkunft eines franz. Hülfscorps von -1999 M. unter Nochambeau an. Der Congreß ver-traute ihm nun die Vertheidigung des von Arnold und Cornwallis (s. d.) bedrohtenVirginiens. Mit einem geringen Corps, das er erst bilde» mußte, gelang es ihm, Corn-wallis den Weg über Gloster und Williamsbourg abzuschneidcn, sodaß Washington mitdem vereinigten amerik.-franz. Corps herbeicilen und den zu Aorktown cingeschlossencnengl. General am 17. Oct. 1781 zur Capitulation zwingen konnte. L. ging nun nach Eu-ropa zurück und hatte schon den span. Hof zur Kriegserklärung gegen England vermocht,als die zu Paris cingelcitetcn Friedensuntcrhandlungen seine Bemühungen unnütz mach-ten. Ein Jahr später, 17 83, machte er eine dritte Reise nach Nordamerika, die einem völ-ligen Triumphzug glich. Nach seiner Rückkehr im folgenden Jahre besuchte er die Höfe zuBerlin und Wien und wurde von Friedrich dem Großen und Joseph II. auf ausgezeichneteWeise aufgenommen. Um so weniger gefielen seine republikanischen Grundsätze und seinEifer, mit dem er auf durchgreifende Reformen drang, am franz. Hofe, wo man bereits denSturm fürchtete, der sich zu erheben drohte.

Im 1. 1787 zur Versammlung der Notablen mit berufen, sprach er mit Begeiste-rung für Herstellung bürgerlicher und kirchlicher Freiheit und war einer der Ersten, die aufdie Nothwendigkeit einer Versammlung der Rcichsstände hinwiesen. Ebenso eifrig bethei-ligte er sich an den Ereignissen, die 17 89 die Verwandlung der Stände in eine National-versammlung zur Folge hatten. Auf seinen Antrag wurde am > >. Juli die Erklärung derMenschenrechte, sowie die Verantwortlichkeit der Minister beschlossen. In den stürmischenTagen vom 13. und 13. Juli präsidirte er der Versammlung und am 15. wurde er Prä-sident der Deputation, welche die Nationalversammlung nach Paris abschickte. Zum Ge-neralcommandanten der bewaffneten Bürger ernannt, gründete er als solcher die Nativ-nalgarde, die sich in Kurzem übet ganz Frankreich verbreitete, und gab derselben die, drei-farbige Cocarde, von welcher er sagte, daß sie die Reise um die Welt machen werde. Indiesen ersten Ereignissen der Revolution schien cs, als müßte L. das Schicksal Frankreichsauf seine Schultern nehmen. Allein Redlichkeit, Begeisterung und Tapferkeit reichtennicht hin, um eine unermeßliche Gährung der Geister zu bewältigen. L., indem er denAusschweifungen des Volks ebenso heftig entgcgentrat als. der Politik des Hofs, geriethbald in eine schiefe Stellung; er verscherzte sich das Vertrauen beider Parteien. Obschon eram 9. Oct. die königliche Familie zu Versailles gerettet, so haßte ihn doch die Hofpartciwegen seines Eifers für die neue Ordnung der Dinge. Zugleich brach auch der UnwilleDerer hervor, die sein republikanisches Königthum mit Jury, Aufhebung des Erbadelsund Volksvertretung nicht genügend fanden. Der Hof bot ihm zu jener Zeit die Würdeeines Connetable oder Generallieutenants des Königreichs an; allein er wies eine solcheGewalt von sich und Hintertrieb sogar seine Ernennung zum Oberbefehlshaber sämmtli-cher Nationalgarden. Nebst Bailly (s. d.) stiftete er den Club der Feuillans (s. d.)und mit eigener Lebensgefahr zerstreute er die Aufrührer, die das Königthum zu stürzenbeabsichtigten. Nach der Annahme der Constitution von 1799 zog er sich auf sein LandgutLagrange zurück, bis er den Befehl über die Ardennenarmee erhielt, mit welcher er die er-