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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Lafarge

Lafayette (Marquis de)

Ninon de l'Enclos, die gegen das Ende der Regierung Ludwig's XIV. in ihrem Hause einenausgewählten Kreis eleganter Libertins versammelte, geb. > 9 >4 im Schlosse Valgorge imVivarais, diente als Capitain in der Garde des Herzogs von Orleans, nachmaligen Re-genten, und starb l 712. Er soll nach Voltaire erst in seinem 99. Jahre angefangen haben,Verse zu machen. Seine Gedichte bestehen aus kleine» Liedern und Epigrammen, die inihrer kunstlosen Natürlichkeit einen gefälligen Eindruck auf heitere Leser machen. Auchübersetzte er, und zwar mit Geschmack und Kcnntniß, mehre Gedichte röm. Klassiker insFranzösische. Seine Gedichte sind gewöhnlich den Werken seines Freundes Chaulieu(s. d.) beigedruckt; einzeln wurden sie von St.-Marc (Par. >755) herausgegeben. Alsprosaischer Schriftsteller machte er sich durch seine sehr freimüthigenlllemoires et reSe-xions sur les principaux evenements cl» regne «Io l^ouis XIV" (Rotterd. 1715 und Amsl.

1734) vortheilhaft bekannt.

Lafarge (Marie), Giftmörderin, geb. zu Paris >816, aus einer ansehnlichen, ra-chen Familie, wurde nach dem Tode ihres Vaters, des Obersten Capelle, und ihrer Mutterin dem Hause ihres Oheims, des Barons Garat, erzogen. Begabt mit einem feurigenTemperament, welches in schlecht gewählter Lecture gefährliche Nahrung fand, und nichtsorgsam genug bewacht, verstrickte sie sich noch sehr jung schon in allerlei Liebeshändel. Em-pört über die Untreue eines Liebhabers verheirathete sie sich 1839 ohne Neigung mit dunEisenwerksbesitzer Charl. Pouch Lafarge zu Leglandier im Departement Lozere, der, wennauch von ihren Reizen entzündet, im Grunde eigentlich nur durch ihr Vermögen sein herab-gekommeneS, verschuldetes Geschäft wieder hebenwollte. Bald indeß fand die junge Fraudas Leben in einer tobten Gegend der Provinz unerträglich, zumal da sich auch die Ver-hältnisse ihres Mannes nicht besser gestalteten und bereits Misverständnisse zwischen de»Eheleuten eingetreten waren. Als ihr Mann >849 in Gcschäftsangelegenheiten in Parissich aufhielt, sendete sie ihm mit dem zärtlichsten Briefe einen Kuchen, den sie selbst gebacken iund den er zu einer bestimmten Stunde essen sollte, wo sie gleichzeitig auch Kuchen essen ^und seiner gedenken werde. Bald nach dem Genuß des Kuchens erkrankt, ließ sich ihrMann >nach Leglandier bringen, wo er starb. Im Juni >840 erhoben hierauf die Verwandten desVerstorbenen gegen dessen Witwe die Anklage wegen Vergiftung. Die Verhandlungenwurden vor den Assiscn zu Tülle geführt, und unter den Aussagen der Zeugen waren na- !mentlich von Wichtigkeit die der Mutter und einer Nichte des Verstorbenen, die denselben ^auf seinem Todtenbette gcpflegthatte. Während der Untersuchung wurde dieMarieL. noch iwegen eines bedeutenden Diamantendiebstahls angeklagt, den sie auch eingestand, währendsie die Vergiftung beharrlich leugnete. Sowol wegen des Diebstahls, wie wegen des M°r- !des erklärten die Eeschwornen sie für schuldig, letzteres jedoch unter mildernden Umständen, sund das Gericht verurtheilte sie im Sept. 1349 wegen des erstern Verbrechens zu zwei Jahr !Gefängnißstrafe, wegen des letzter» aber zu lebenslänglicher Zwangsarbeit, welches Urtheiiauch der Cassationshof bestätigte.

Lafayette (Marie Jean Paul Noch Aves Gilbert Mortier, Marquis de) stamm«aus einem alten Geschlecht der Auvergne und wurde am 9. Sept. 1757 im Schlosse Cha-vagnac im Departement der obern Loire geboren. Er verlor seinen Vater, der in derSchlacht bei Minden siel, vor seiner Geburt und seine Mutter starb, als er sich zu Paris imCollege Duplessis befand. Schon durch letztere Erbe eines großen Vermögens, verheira-thete er sich im Alter von >6 Jahren mit der Tochter des Herzogs von Noailles d'Ayenund erhielt damit alle Eigenschaften, um bei Hofe eine glänzende Rolle zu übernehmen.So sehr man indeß auch in ihn drang, so wenig mochte er seine Unabhängigkeit aufgeben.Aus Neigung verfolgte er die militairische Laufbahn. Er lag zu Metz in Garnison, als derFreiheitskampf der nordamerik. Kolonien den jungen, schwärmerischen und ritterlichenMann zum höchsten Enthusiasmus hinriß. Nach einer Reise nach England rüstete er ausseine Kosten ein Schiff und ging mit demselben ungeachtet des ausdrücklichen Verbots desHofs, der Klagen seiner jungen Frau und des Zorns ihrer Familie nach Amerika, wo er imFrühjahr >777 z» Eeorgestown in Carolina landete. Er erbot sich, im Heere der vereinig-ten Colonicn als Freiwilliger zu dienen, und obschon ihn der Congreß sogleich zum Gene-ralmajor ernannte, blieb er doch seinem Vorsätze getreu. Bald hatte er durch seine Person-