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lichen Cirkeln von Paris eine Hauptrolle spielen wollte, so erreichte er in der Literatur nichtden hohen Stand, zu welchem ihn seine Talente sonst wol berechtigt hätten. Seine vorzüglichste Unternehmung ist eine Reise mit Bouguer und Eodin im I. 1736 nach Peru zurMeridianvcrmessung, über welche er in dem „äournsl clu va^sge Isit pur arckre 6u roi üI'egusteiir, ssrvsnt U introUiiction s Irr mesure cles trois Premiers ckegres riu merülien"(Par. 1751,4.) berichtete. Sie war mit außerordentlichen Mühseligkeiten und Gefahrenverbunden, denn um correspondirende Messungen anzustcllen, war L. gezwungen, Wochenlang auf den höchsten Bergspitzen von Quito zu verweilen, wo zu dem Unwetter und derKälte der Schneeregion nicht selten Nahrungsmangel sich gesellte, wenn die gemicthetenZndier entflohen oder die feindlich gesinnten Behörden die Fremden ihrem Schicksal über-ließen. Rach zehnjähriger Abwesenheit kehrte L. nach Paris zurück, wurde l76N Akadenü-kcr und betrieb unter Andern mit vielem Eifer die Verbreitung der Blatternimpfung. Vonseiner Wißbegierde, welche nicht selten an gewöhnliche Neugierde streifte, werden viele Anek-doten erzählt. Sie kostete ihm das Leben, denn um eine neue sehr kühne Opcrationsmethodeder Leistenbrüche kennen zu lernen, unterwarf er sich derselben persönlich und starb in Folgedavon am 4. Febr. 1774. Unter seinen sehr verschiedenartigen Schriften sind nur die aufdie Gradmessung bezüglichen von bleibender Wichtigkeit.
Lacretelle (Pierre Louis), L-'aine genannt, ein vielseitiger, geistreicher franz. Schrift,steiler, geb. 1751 zu Meh, wo sein Vater Advvcat war, begann seine praktische Laufbahnals Advocat zu Nancy. Im 1.1778 ging er nach Paris, wo er Parlamentsadvocat wurdeund zunächst als Mitredacteur des „6rsnck repertvirs ckejurispruckence" sich vorlheilhaftbekannt machte. Zn diese Periode seines Lebens fallen auch sein „Lsssi s»r I'elognenceei» barresu" (Par. 1779), die , Melange» eie jurispruelence" (Par. 1779); ferner das„LInge eie Oiisrles eie 8sint-l>I-mre, eine eleAlontuusier" (1781); der treffliche „I)isc»ms»nr le prejnge eies peines iuismsntes" (Par. 1784), dem 1786 die franz. Akademie denMonrhyon'schen Preis zucrkannte; die, Memoire« sur le comts <1e 8-nmois", sowie mehreAbhandlungen, welche sich theils in den „Oeuvres eüverses, mälsnges eie pliilasopkie et<Ie iitterature" (5 Bde., Par. 1892 — 7), theils in den „krsginens politigues et ütterai-res" (2 Bde., Par. 1817) wiederfinden. Seit 1787 hatte L. als Freund und Vertrauterdes Ministers Malesherbes an manchen Verbesserungen im Justizwesen Antheil, und mitLaharpe u. A. gab er den ,Mercnre" heraus. In der Revolution, die ihn nicht unvorberei-tet traf, erklärte er sich sofort für die ihr zu Grunde liegenden Verbesserungs - und Fork-schrittsideen, die für ihn nichts Fremdes und Neues waren, mit allem Feuer seines hochsin-nigen Charakters; nie aber hat er an irgend einem ihrer Verbrechen Theil genommen. Alsstellvertretender Deputirter in der Nationalversammlung, als Deputirter in der gesetzgeben-den Versammlung, als Mitglied der Nationaljury nach der Constitution vom Jahre III,sowie als Mitglied des gesetzgebenden Körpers sah man ihn stets auf der Seite des Rechtsund der vernünftigen Freiheit. In das Institut kam er 1891 an Laharpe's Stelle. AlsNapoleon sich die Kaiserkrone aufsetzte, zog sich L. zurück. Nach der Restauration trat erauf die Seite der Opposition. Mit Saint-Aignan, Segur, Bcnj. Constant, Etienne, Jouyund andern gleichgesinnten Freunden gab er den ,Mercure cle k'rsnce" heraus, und alsdieses Blatt wegen Censurdruck eingehen mußte, die ,Mmerve trauMse", die spater eben-falls unterdrückt wurde. Er starb am 3. Sept. 1824. Noch nennen wir seine „kartruiiset tsbleaux", in denen sich meisterhafte Schilderungen Mirabeau's, Bonapartc's und La-fayette's finden ; ferner die „Ltuckes sur Is revolution irsoy."; die „8o!rees svec Ouill.I^smoigaon cke Llsleskerkes" und den dramatischen Roman ,MsIkerbe, ou le 61s nsta-rel", unter dem er d'Alembert versteht. Eine Ausgabe seiner sämmtlichen Werke (6 Bde.,Par. >823—24) hatte er kurz vor seinem Tode begonnen. — Sein Bruder, Charl. Jos-de L-Mojeuue genannt, der sich durch eine Reihe Werke den Ruf eines ausgezeichnetenHistorikers erworben hat, wurde zu Metz am 27. Aug. 1763 geboren. Beim Ausbrucheder Revolution kam er nach Paris, wo er mit Ducos die Nedaction des neugestiftctcnMaurus! ckes ckebsts" übernahm. Im I. 1795 stand er an der Spitze der gegen den Con-vent avfgestandenen pariser Sectionen, in deren Namen er mehre bittere Adressen abfaßte.Als Bonaparte am 13. Vende'miaire (1795) diesen Bewegungen ein Ziel setzte, trat?.