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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
476
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476 Lachter Lackiren

im Frühlinge in den Flüssen bis fast zu den Gebirgen hinauf, seht seinen Laich dort ab und ,kehrt im Herbste in das Meer zurück. Sein Drang nach Fortpflanzung und seine Schwimm-fertigkeit sind so groß, daß er alle Hindernisse überwindet, Wehre und Wasserfalle über-springt, wobei man ihn in den sogenannten Lachsfängen fangt. Sein Fleisch ist rothund zart; er kann bis sechs Fuß lang, bis 50 Pf. schwer werden, und kommt zumal häufigin Elbe und Rhein vor. Der Huch in der Donau, die Forelle (s. d.), Lachsforelle,der Stint, die Äsche (s. d.) u. v. a. gehören sämmtlich in die Gattung der Lachse.

Lachter, s. Maße und Gewichte.

Lack ((Keirsntlms), eine beliebte Zierpflanze, welche den größten Theil des Jahres undvorzugsweise vom April bis Maiblüht. Man unterscheidet zwei Hauptarten: I)denSom- 'merlack (6. Clleiri), der in Spanien, Frankreich, England und der Schweiz heimisch ist,in Süddeutschland wild wachsend getroffen vorkommt und von dem der große Stangen-lack und der englische Zwcrglack Varietäten sind, und 2)den Winterlack (O.incz-nus), der an dem Meeresufer Südeuropas heimisch ist und von dem man zwei Hauptformen, .den Strauchlack und den Baum- oder Stangenl-ack, unterscheidet. DerSvmmer-lack wird durch Absenker und Stecklinge, der Winterlack nur durch Samen fortgepflanzt.

Lacke nennt man, zum Unterschiede von den Firnissen (s. d.), mit welchen sieinHinsicht auf ihre chemischen und technischen Eigenschaften im Allgemeinen Übereinkommen,diejenigen Äuflösungen , harziger Stoffe, bei welchen eine Verbindung des Harzes Mei-nem trocknenden fetten Öle stattfindet, die in Terpentinöl aufgelöst ist, und die nicht dazubestimmt sind, die Grundfarbe des mit ihnen überzogenen Körpers durchscheinen zu lassen. ^Die Benennung Lack ist eine uneigentliche, da sie sich ursprünglich von dem G ummilack -hcrschreibt, einer Substanz, welche die Grundlage vieler Firnisse bildet, in den Verbindun- !gen, welche wir aber hier meinen, selten oder nie vorkommt, indem die Harze, welche dieBasis der eigentlichen Öllacksirnisse bilden, meist nur Bernstein und Kopal sind. DerGummilack entsteht durch den Stich der Lackschildlaus auf den Blättern verschiedener md.Pflanzen, ist anfangs nur ein milchartiger Schleim, nimmt aber später durch Vermischung,mit dem Insekt eine rothbraune Farbe und eine Festigkeit an, welche ihn, obgleich er dasWasser färbt, in letzter»! unauflöslich, in Weingeist und Ölen aber vollständig auflösbar ,macht. Durch spätere, mehr oder weniger zusammengesetzte Behandlung kommt dieser Lackals Stocklack, Körnerlack und Schalen lack oder Schellack in den Handel. In letz-terer Gestalt dient er vorzüglich zur Anwendung bei den Firnissen und Kitten und zu an-dern Arbeiten, während er in den ersten beiden mehr oder minder unrein ist. Zur Erzeu-gung der eigentlichen Lacke bedarf man zuerst eines trocknenden fetten Öles, und dies istder Leinölsirniß, welchen man bereitet, indem man gutes fettes Leinöl einige Zeit hindurchmit einem Zusätze von irgend einem Bleioxyd, wie Bleiglätte, Mennige, Bleizucker u. dgl., ssiedet, das seinen Sauerstoff an dasselbe abgibt, theilwcise reducirt wird und das Trocknendes Öles schneller herbeiführt.

Lackfarben werden alle trockene Farben genannt, welche sich mit Gummi- oderLeimwasser ebenso gut als mit Öl anreiben lassen und aus der Verbindung verschiedenerthierischer oder vegetabilischer Pigmente mit der reinen Thonerde, oder mit einigen andernErden, zunächst auch mit einem Beisätze von Zinnoxyd u. s. w. entstehen. Zu den rochenLackfarben gehören derKarmin (s. d.), der florentinerLack, das berliner Roth, derwiener Lack und der Kugellack, und zu den blauen das Ultramarin (s.d.), derIn digo lack, das Berlin erblau (s. d.) und das Kobaltblau.

Lackiren nennt man das überziehen der Oberfläche eines Körpers mit irgend einemÖllackfirniß, um ihn dadurch theils zu verschönern, theils den Elementareinwirkungen we-niger zugängig zu machen, und es unterscheidet sich das Lackiren von dem nahe damit ver-wandten Firnissen nur darin, daß durch letzteres dem Körper, unter Beibehaltung seiner ,eigenthümlichen Grundfarbe, eine glänzende Oberfläche gegeben wird, während bei,demLackiren demselben zuvor eine beliebige Farbe gegeben und diese mit dem glänzenden Über-züge versehen, oder daß die Farbe gleich mit dem Lack verbunden aufgetragen wird. DasLackiren scheint eine Erfindung der Chinesen oderJapanesen zu sein und wurde durch einen !Augustinermönch, Namens Eustachius, aus Indien nach Rom gebracht und von dort aus !