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uns etwas lächerlich vorkommt. Dabei dürfen keine andern Überlegungen und Gefühle,z. B. Mitleid, Bcsorgniß, die Wirkung des Lächerlichen stören. Daraus erklärt sich nun,daß der Begriff des Lächerlichen ein relativer ist, und daß in der Art, wie, und in denGegenständen, worüber der Mensch lacht, sich die Individualität seiner eigenen geistigenBildung zu erkennen gibt. Der Dumme findet Vieles lächerlich, worüber der Kluge nichtlacht, und umgekehrt, und eine Intelligenz, für welche der Zusammenhang der Erscheinungengleichsam durchsichtig wäre und die luden Ereignissen und Handlungen nicht mehr Verstandund Zweckmäßigkeit voraussetztc, als in ihnen liegt, würde über gar nichts lachen. Auf derandern Seite steht der Blödsinn und die thierische Natur, die keinen Verstand haben, densic dem Aufgefaßtcn unterlegen könnten. Die Wirkung des Lächerlichen beruht daher zumgroßen Theil auf der Überraschung, die uns nicht Zeit läßt, zu überlegen und das Belachteauf sein eigenes Maß zurückzuführen. Die Veranlassungen, die den Menschen dahinbringen, seinen Verstand und seine Zwecke Dingen, Ereignissen und Handlungen unterzu-legcn, die damit nicht zusammenstimmen, können übrigens sehr verschiedenartig sein, dahergibt es neben dem harmlosen und frohen Lachen auch ein bitteres, boshaftes, schmerzlichesu. s. w. Insofern das Lächerliche einen ästhetischen Charakter bekommen kann, ist es eineArt des Komischen (s.d.); aber damit Das, worüber gelacht wird, denNamcn dcsKomi-schen verdiene, ist es nothwendig, in dem Lachenden einen Mittlern Bildungsgrad vorauszu-setzcn, der nicht seinen eigenen Unverstand für Verstand hält und in seinem Lachen sich nichtselbst als bclachenswerth darstellt. Daß das Lächerliche mit dem Komischen nicht schlechthinidentisch ist, zeigt die Federung, daß einer der wichtigsten Bestandtheile des Komischen dirWitz ist; nicht aller Witz aber ist lächerlich, und noch weniger alles Lächerliche witzig.
Lachksks, eine der drei Parzen (s. d.).
Lachmann (Karl), ordentlicher Professor an der Universität zu Berlin und Mitgliedder Akademie der Wissenschaften, geb. am -1. März 1793 zu Braunschweig, erhielt imKatharineum, wo namentlich Konr. Heusinger (s.d.) anregend auf ihn wirkte, seine erstewissenschaftliche Bildung. JmJ. >809 studirte er ein Semester in Leipzig, wo erHermannhörte. Jn Göttingcn, wo er dann seine Studien fortsetztc, stiftete er mit Dissen, Ernst SchulzeundBunsen l8l I diephilologischeSocietät; auch hörte crBenccke überaltdcutscheLitcratur.Den Winter von 1813 brachte er in Braunschweig zu. Hierauf habilitirte er sich 1815 inGöttingen und vollendete hier seine Ausgabe des Properz (Lpz. 1816; 2. Ausl., >82S).Nach Napoleon's Rückkehr von Elba trat er als freiwilliger Jäger in preuß. Dienste undkam in den letzten Tagen des I. 1815 nach Berlin zurück. Zu Ostern 1816 wurde erCollaboratvr am Wrrder'schen Gymnasium daselbst und habilitirte sich bei der Universität miteiner Probevorlesung „Über die ursprüngliche Gestalt des Gedichts von der NibelungenNoch" (Berl. >816). Auch arbeitete er hier den ersten Band seiner Übersetzung" von P- E.Müller's „Sagabibliothek" (Berlin 1816). Bereits zu Ostern 1816 wurde er Oberlehreram Collegium Fridericianum zu Königsberg und 1818 außerordentlicher Professor an derUniversität daselbst, worauf er seine Stelle am Gymnasium aufgab. Nach einer Reise nachWolsenbüttel, Kassel, München und St.-Eallen im Sommer 1824 kam er im Nov. nachBerlin, wo er zu Ostern >825 außerordentlicher und im Sommer >827 ordentlicher Pro-fessor wurde. Die Universität zu Göttingcn ertheilte ihm bei der Jubelfeier im I. >83>die theologische und juristische Doktorwürde. Hochverdient als akademischer Lehrer hat sichL. nicht minder durch seine von dem Geiste der reinsten und strengsten Wissenschaftlichkeitdurchdrungene rastlose literarische Thätigkeit um die Philologie, namentlich die klassischeund altdeutsche, verdient gemacht, unter deren Pflegern und Förderern er eine der erstenStellen einnimmt, und in seinen Leistungen die vollendetste Meisterschaft methodischerKritik bekundet, welche als seine hervorragendste Eigenthümlichkeit zu bezeichnen ist. SeineUntersuchungen über das Nibelungenlied („Zu den Nibelungen und zurKlage", Berl. > 8ZK)und über Homer („Betrachtungen über die Ilias", zwei in der berliner Akademie >838 und1841 gelesene Abhandlungen) sind Muster der höher» Kritik und insofern verwandteArbeiten, als beide hervorgegangen aus eindringender Kcnntniß und unbefangener An-schauung des Volksepos und seiner Geschichte. In seiner Ausgabe des Neuen Testaments(Berl. 1831; neue Ausl., 1837) und der großen Ausgabe des Neuen Testaments mit der