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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
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472
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472 Lacedämon Lachaise

altern Nitterromans; doch nur die Namen sind alt, die Abenteuer selbst aber, die Situa-tionen und Charaktere ganz im Geiste der romantischen Ritterzcit gezeichnet. L. erwarb !sich durch sie großen Ruf. In der That mangelt es ihm auch nicht an dichterischer Einbil-dungskraft; seine Helden sind nicht ohne Erhabenheit und manche Charaktere gut gezeich- ,net, so namentlich der des Artaban, der zum Sprüchwort geworden ist, welches freilich zu-gleich das Lächerliche der Übertreibung anzeigt, ohne die es allerdings hier nicht abgeht.

Bei aller Flüchtigkeit, mit der L. arbeitete, sind dennoch die Begebenheiten oft mit vielerKunst ineinander verflochten, die Sprache ist nicht gemein, und das Ganze, so gedehnt esist, nicht ohne poetische Haltung. Seine Trauerspiele, so viel er deren auch schrieb, konntenneben denen eines Corneille keine Aufmerksamkeit erregen; nur7-e comte ck'Lssex" ;verdient erwähnt zu werden. Der an Abenteuerlichkeiten reichste seiner Romanel-es >nvuvslles vu Iss «livertissemen-j cie !» princesso Xlcicliane" (Par. 1661) wird von Eini-gen seiner Gemahlin beigelegt.

Lacedämon, s. Sparta.

Lacepöde (Bernard Eermain Etienne de Laville, Graf de), Naturforscher und ele-ganter Schriftsteller, geb. am 26. Dec. 1756 zu Agen, trat frühzeitig als Soldat in bair.Dienste, nahm aber dann seine Entlassung, um in Paris sich dem Studium der Naturge-schichte zu widmen. Auf Empfehlung Buffon's und Daubenton's wurde er Aufseher desNaturaliencabinets im königlichen Garten. Diesen Posten bekleidete er noch, als die Re-volution ausbrach, die ihn auf eine glänzende Bahn führte. Er wurde Professor der Na-turgeschichte, Mitglied des Verwaltungsraths von Paris, 17!>l Deputirter, I7S6 Mit-glied des Instituts, 1799 Senator, 1803 Großkanzler der Ehrenlegion, 1869 Staatsnn-nister und nach der Rückkehr der Bourbons 181t Pair von Frankreich, obgleich er, alseiner der begeistertsten Anhänger Napoleon's, denselben mit Fontanes um die Wette ge-lobt, weshalb man ihn auch anspielend auf eine seiner zoologischen Arbeiten über die Nepti- -lien Nr. Reptile nannte. Da er während der Hundert Tage vom Kaiser ein Amt ange-nommen hatte, so wurde er nach der zweiten Restauration von der Pairsliste gestrichen,jedoch später wieder neu eingetragen. Zn seiner politischen Laufbahn hat er sich, namentlichals Präsident der gesetzgebenden Nationalversammlung, gemäßigt und ehrenwerth bcwie- 'sen; unter Napoleon aber warf sein Schmeichlertalent einigen Schatten auf seinen Cha-rakter. Im Umgänge war er liebenswürdig und gefällig; die empfangenen Würden mach-ten ihn den Wissenschaften nicht ungetreu; er besuchte stets das Institut und hielt, so oft )

es ihm nur möglich war, Vorträge. Er starb auf seinem Landsitze Epinay bei St.-Denis l

am 6. Oct. 1825 an den Pocken. Von seinen Schriften, die von Desmarest (Par. 1826 ) !

gesammelt wurden, sind die meisten durch seitdem erschienene neuere Werke übertroffen, >obschon für den Mann von Fach noch immer nicht entbehrlich. Als die wichtigsten nennenwir dieüistoirs Oes <piitl>i-,ipecles, ovipares et <lss serpens" (2 Bde., Par. 1788

89, 4.), eine Fortsetzung Buffon's;Histoirs naturelle ckes reptiles" (Par. 1789, 4.); Illistnirs naturelle äes pvissons" (6 Bde., Par. 17981863, 4.), welche er am Kran-kenbette seiner Frau schrieb, und»istvire <les 6etac6es" (Par. 1804, 4.). Auch schrieber mehre Romane. Nach seinem Tode erschienen seineHistvire naturelle cie l'liomme" >

(Par. 1827) mit Cuvier'sLloßs" des Verfassers, und ,,7.es ages öle la nature" (2 Bde., ^

Par. 1830). Übrigens war er ein leidenschaftlicher Freund der Musik; er hat selbst Meh- 'res componirt und auch einekoetchue cie la musicpie" (2 Bde., Par. 1785) geschrieben.

Lachaise (Franc. d'Aix de), Jesuit und Beichtvater Ludwlg's XIV. von Frankreich,wurde am 25.Aug. 1624 auf dem Schlosse Aix im Departement der Loire geboren. SeineFamilie gehörte zu den angesehensten des Landes, und sein Großonkel, der Pater Cotton, warBeichtvater Heinrich's IV. gewesen. L. begann seine Studien imZesuitencollcge zu Nohan,setzte dieselben zu Lyon fort und warProvinzial seines Ordens, als ihnLudwigXIV. 1675,nach dem Tode des Paters Ferner, zum Beichtiger wählte. Diese Wahl erregte bc> denStreitigkeiten zwischen Zansenisten undMolinistcn Aufsehen, zumal seitCotton kein Jesuitdiese wichtige Stelle bekleidet hatte. Das Verhältniß,in welches L. trat, war ein höchst schwieri-ges. Zwischen die Montespan und die Maintenon, zwischen die Letztere und den schwankendenKönig gestellt, von der einen Seite von benZesuiten und Bossuct, von der andern von den Zan-