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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Labradorstein

Labyrinth

strunz der Eingeborenen und ihre Bekehrung zum Christcnthum. Bereits 1830 belief sichdie Anzahl der in den Niederlassungen ansässigen getauften Eskimos auf mehr als 80».

Labradorstein ist ein dem Feldspath in chemischer Zusammensetzung sehr nahe ver.wandtes, selten in schiefen rhomboidischen Säulen krystallisircndes, meist blättriges, graues,in bestimmten Richtungen lebhafte Farbenwandlung zeigendes Mineral, welches, best»ders als Gemengtheil mancher Syenite und Dolerite , statt des Feldspaths, auf Skye, inSchottland, Schlesien, Finnland, auch in Laven am Ätna, besonders aber in Geschiebenan der Küste von Labrador und auf der St.-Paulsinscl verkommt.

Labruyere (Jean de), der feinste Charakterzeichner und einer der vorzüglichsten ^franz. Prosaisten, geb. bei Dourdan in der Normandie >630, nach Andern >643, war !Schatzmeister zu Cacn, als er durch Bossuet's Empfehlung an den Hof kam, wo er Uuier-gouverneur des Herzogs von Bourgogne wurde, dessen Erzieher Fe'nclon war. Er lebte ^nun sein ganzes Leben am Hofe, der ihm eine Pension von 1000 Thalcrn aueseßte, wurdeim Juni >003 Mitglied der Akademie und starb zu Versailles am >0. Mai 1890. L. war ,ein wahrer Lebensphilosoph, der keinen andern Wunsch hatte, als ruhig mit seinen Büchern >und Freunden leben zu können. Er suchte die Vergnügungen nicht, floh sie aber auch nicht, !und wenn seine Talente und sein Vcrhältniß zum Hofe ihn in Verbindung mit den feinsten >Gesellschaften und den vorzüglichsten Köpfen seiner Zeit brachten, so war er doch stets zu ^klug und überhaupt zu sehr Beobachter, als daß er nach irgend einer Auszeichnung gestrebt ihatte, ja seine Zurückhaltung ging so weit, daß er vermied, Geist und Witz in seine Ge- jspräche zu legen, obgleich ihm von beiden ein volles Maß zu Gebote stand. Solches beweistnamentlich sein vortreffliches WerkI-es caracteres de Diieo^brnsle, traduits du grcc,avec les caracteres nu les moeurs de ce siecle" (Par. l 687), das später von Coste miteinem Schlüssel zumVcrständniß der Anspielungen, welche man darin gesucht hat(3Bde.,Amst. >720 und oft.), Schwcighäuser (3 Bde., Par. >803; neue Ausl., >816), Suard(2 Bde., Par. >8 >3) und Depping (Par. >818) herausgegcben wurde. Während Lheo-phrast die allgemeinen Formen menschlicher Denkart und Sitte schildert, liefert L. Zeich-nungen des Individuellen, welche von dem hellsten Verstände durchdacht und mit einersolchen Bestimmtheit ansgeführt sind, daß man die Wahrheit der Darstellung in jedemWorte empfindet. Dazu kommt eine vortreffliche Sprache, deren hohe Eleganz den Schil-derungen das Siegel der rhetorischen Vollkommenheit aufdrückt. EinLloge" auf ihnvon Victorin Fabre wurde von der Akademie gekrönt.

Labyrinth nannten die Alten ein großes und kunstvolles Gebäude, welches einesolche Menge verschlungener Gänge und Zimmer enthielt, daß man sich leicht darin verir-ren konnte, daher sie auch im bildlichen Sinne, wie noch jetzt geschieht, thcils alles Verfäng-liche und Dunkle in Reden und Untersuchungen, theils die verwickelten Umstände und dirbedrängte Lage des Lebens damit bezcichneten. Am berühmtesten war das LabyrinthinMittelägypten, oberhalb des Sees Möris, in der Gegend von Krokodilopolis, wel-ches von den Dodekarchen oder den Zwölffürstcn um 650 v. Chr., nach Andern von einemderselben, dem Pj ammetich (s. d.), erbaut worden sein soll, vielleicht aber noch älter ist.Dasselbe war seiner ganzen Anlage nach eine umfassende Grabstätte, die mit ememPalastrin Verbindung stand; das Gebäude selbst, halb über, halb unter der Erde, galt für einesder prachtvollsten der alten Welt und hatte der gewöhnlichen Angabe nach 3000 Säle oderZimmer, deren Einrichtung eine architektonisch-symbolische Darstellung des Thierkreisesund des Sonnensystems gewesen zu sein scheint. Alle diese Säle waren von einer gemein-schaftlichen Mauer eingeschlosscn und rings mit Säulen umgeben, die Wege aber, welchezu den einzelnen Palästen führten, so verwickelt angelegt, daß kein Fremder ohne Führerpch herauszusindcn vermochte. In den untern Zimmern sollen die Särge der Erbauer desLabyrinths und der heiligen Krokodile aufbewahrt worden sein, die obern Zimmer aber anKunst und Schmuck alle andere menschliche Werke übertroffen haben. Nur noch ungefähr>50 Zimmer sind jetzt zugänglich, Schutt und Finsterniß verhindern den Zugang zuden übrigen, und mit Erwartung sieht man einer genauen Beschreibung und Abbildungder noch vorhandenen Trümmer entgegen, welche die Mitglieder der wissenschaftlichen Ex-pedition versprochen haben, die in neuester Zeit von der preuß. Negierung unter Leitung