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Schlosses von Antwerpen nachlässig und ohne Energie betrieb, wurde er von DumouriezI seines Kommandos enthoben. L. erschien nun zu Paris und klagte den Obergeneral an,jedoch ohne Erfolg, und erhielt eine Sendung zur Armee an den Pyrenäen. Eine alteWunde nöthigte ihn jedoch bald, sich nach Dax zurückzuzichen, wo er im Nov. 1793 starb.— Franc. Negis, Graf de L., franz. Minister während der Restauration, ein Ver-wandter des Vorigen, wurde am l 9. März 1787 zu Angers geboren. Beim Ausbrucheder Revolution war er in seiner Vaterstadt Municipalbeamter. Er wanderte 1792 aus,
, trat in die Armee Conde"s, wo er sich tapfer benahm, und vereinigte sich nach Auflösung1 dieses Corps erst mit den Chouans, dann mit den Vendeern. Unter dem Consulat söhntesich L. mit der neuen Ordnung aus und wurde Maire von Angers, mußte aber währendder Hundert Tage als eifriger Anhänger der Bourbons seine Stelle verlassen. Nach derzweiten Restauration trat er als Abgeordneter von Angers in die sogenannte Cdsmbreintrouv itble (s. d.) und zeigte sich hier, nicht durch Bercdtsamkeit, sondern durch kalteBeharrlichkeit, als einen der ausschweifendsten Ultraroyalisten. Allgemein gab man ihmden Namen des Weißen Jakobiners; ja der Minister Decazes nannte ihn sogar einmal im^ Zorn einen kalten Tiger. Ungeachtet des Widerstrebens der Regierung kam er auch 1816wieder in die Kammer, wo er sich diesmal zur wirksamen Bekämpfung der Minister alsHaupt der äußersten Rechten der Opposition anschloß. Seine beharrlichen, durch alle Ses-sionen fortgesetzten Angriffe brachten selbst die Gemäßigten seiner Partei in Verzweiflung.Bei der Auflösung der Kammer im I. 1827 wieder gewählt, trug er sehr viel zum Sturzdes Ministeriums Villele bei. Als 1829 der Fürst Polignac an die Spitze der Verwaltungtrat, erhielt L. das Portefeuille des Innern. Da er indeß weder die Majorität der Kammernoch die entschiedene Zustimmung seiner Kollegen besaß, zog er sich schon nach drei Mona-ten zurück. Seitdem lebte er ohne Theilnahme an der Politik auf seinem Schlosse zu Me-sangeau bei Beaupreau und starb daselbst am 28. Aug. 1839. — Der Marquis Arthurde L-, geb. am 29. Jan. 1785, welcher einem andern Zweige der Familie angehört, erhieltwährend der Restauration den Grad eines Mare'chal-de-Camp, kam als Abgeordneter indie Kammer und war bei dem Ausbruche der Julirevolution Kammerherr de- Königs.Nach der Sitzung von 183V mußte er ausscheiden, wurde jedoch später wieder gewählt.
Labrador, zu den brit. Besitzungen in Nordamerika gehörig, bildet den nordöst-lichen Theil der großen Halbinsel zwischen 50° 50^—63 20^ nördl. Br. und 298°—322°3«»/ östl. L. und wird südwestlich von Niedercanada und dem zu den Hudsonsbailänderngehörigen Districte Rupert-River, westlich von der Hudsonsbai, nordöstlich von der Hud-sonsstraße und dem Ocean, und südöstlich vom Lorenzbusen begrenzt. An den von zahlrei-chen Buchten durchschnittenen Küsten des Landes finden sich zahlrcicheJnseln. Das Klimaist äußerst rauh; der Sommer, der keine Beständigkeit hat, beginnt mit dem Juli, und imSeptember ist schon wieder Winter. Dazu durchziehen das Land überall öde mit Eis-feldern bedeckte hohe Gebirge, die mit den canadischen in Verbindung stehen. Quellen undFlüsse gibt es nur wenige, desto mehr Seen und Sümpfe. Im nördlichen L.unter60° nördl.Br. ist fast alle Vegetation auf den Bergen verschwunden. Je weiter gegen Süden, wirddie Vegetation etwas reicher, und tiefer im Lande und an den Fiorden das Klima milder.Von den Productcn des Landes sind zu erwähnen der Labradorstein (s. d.), Marien-glas, Asbest, Eisen, Kupfer, Schwefelkies und Bergkrystall; das Thierreich ist besondersin dem umgebenden Meere zahlreich. Die wenigen Einwohner bestehen aus einigen schwa-chen Stämmen Berg-Indianer und aus Eskimos (s. d.). Das Land wird von den Eng-ländern zum Gouvernement Neufundland (s-d.) gerechnet, obschon sie hier wedereinen Militairposten noch eine eigentliche Ansiedelung haben. Es ist ihnen blos des Pelz-handels und der Fischereien wegen wichtig. Jener wird von der Hudsonsbaigesellschaft be-trieben, die zu diesem Behuf hier ihre gewöhnlichen Stationen und Factoreien hat; diesevon Fischern aus Neufundland, Neubraunschweig und Neuschottland, die sich zu gewissenZeiten in großer Anzahl an den Küsten versammeln. L. wurde >196 von dem PortugiesenCortercal entdeckt, und 1576 unternahm der Engländer Mart. Forbisher die erste Reisedahin. Im 1.1771 gründeten die Herrnhuter die Station Nain, später Okkak und Gna-denthal daselbst und erwarben sich große Verdienste durch ihre Bemühungen zur Civili-