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Frankreich und heirathete hier in eine den Bourbons ergebene Familie. Auf Betrieb der-selben trat er nach der ersten Abdankung Napoleon's in die Armee zurück und befand sichmit seinem Negimente in der Nähe von Vizelle, als der Kaiser von Elba zurückkehrte. L.stieß sogleich zu demselben, wohnte dem Einzuge von Grenoble bei und erhielt einige Tagedarauf den Grad eines Marechal-de-Camp. Bald darauf wurde er zum Generallieutenantund Pair von Frankreich erhoben. Nach der Schlacht von Waterloo, wo er mit großerTapferkeit focht, eilte er nach Paris und äußerte sich in der stürmischen Sitzung der Pairs-kammer vom 22. Juni mit besonderer Heftigkeit gegen die Bourbons. Nach der Capitula-tion von Paris folgte er der Armee hinter die Loire. Er faßte den Entschluß, nach Amerikaauszuwandern, erschien aber am 3. Juli nochmals zu Paris, um von seiner Familie Ab-schied zu nehmen. Eine halbe Stunde nach seiner Ankunft wurde er indessen verhaftet undvor ein Kriegsgericht gestellt. Er vertheidigte sich vor demselben einfach, edel und patriotisch.Dessenungeachtet sprach man ihm am l5. Aug. einmüthig den Tod zu und am 19. wurdedas Urtheil vom Revisionsrathe bestätigt. Alle Schritte, die seine Familie für seine Be-gnadigung that, waren vergebens. Noch an demselben Tage, wo er das Urtheil vernom-men, wurde er erschossen; er starb mit großer Ruhe. L. besaß ein schönes Äußere, einenritterlichen Charakter und eine schwärmerische Anhänglichkeit für den Kaiser.
Laberdan, s. Kabeljau.
Laberrus (Decimus), ein röm. Ritter und berühmter Mimendichter, geb. 107 v.Chr., wurde, als er bereits in seinem 60. Lebensjahre stand, von Cäsar gezwungen, bei denscenischen Spielen, die dieser zur Verherrlichung des Siegs über Pompejus zu Rom an-siellte, in einigen seiner Mimen (s.d.) persönlich und in einem Wettstreite mit dem belieb-ten Publius S yru s (s. d.) aufzutreten, wodurch er nach röm. Grundsätzen die Ehre seinesStandes und selbst das Bürgerrecht verlor, in die ihn aber der Wille des gewaltigen Dicta-tvrs wieder einsetzte. Unter den noch vorhandenen Bruchstücken, welche von Ziegler inder Schrift „De mimis Lomanorum" (Gött. 1788) und Bothe in den „krsAments j,oe-Nirum lut. «ceriicorum" (Bd. 2, Halberst. 1821) am besten gesammelt worden sind, zeich-net sich besonders ein von Macrobius mitgetheilter „?r»IoAus^ aus, der von Becher (Lpz.1787) besonders herausgegeben und von Wieland in seiner Übersetzung von „HorazensSatiren" (Bd. I, Lpz. 1819) trefflich ins Deutsche übersetzt worden ist.
Labiau, eine Stadt in Ostpreußen, in dem Regierungsbezirk Königsberg, unweitdes Kurischen Haffs an der Deina, mit einem von den Kreuzrittern 1258 gegründetenSchlosse und 3000 E-, die insbesondere Lohgerberei und Bierbrauerei treiben, ist durch denLab iaucr Vertrag denkwürdig geworden, welcher hier am 30.Oct. 1656 zwischen demGroßen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und dem Könige von Schweden Karl Gustav ge-schloffen wurde und durch welchen dieser, als damaliger Herr von fast ganz Polen, demKurfürsten und seinen männlichen Nachkommen die ostpreuß. Zölle und die Souverainetätüber Ostpreußen und Ermeland abtrat. Durch den Vertrag von Wehlau wurde dieserVertrag auch poln. Seits zum Theil genehmigt.
Labienus (Titus Atius) belangte als Volkstribun im I. 63 v. Chr., von Cäsarveranlaßt, den C. Nabirius, welchen Cicero vertheidigte, als Mörder des S aturninus(s. d.). Im gallischen Kriege erwarb er sich als Cäsar's Legat den höchsten kriegerischenRuhm und große Reichthümer, verließ jedoch, als der Bürgerkrieg ausbrach, seinen altenFeldherrn und schloß sich auf das engste an Pompejus an, den er nach Griechenland be-gleitete, wo er ebenso an den glücklichen Gefechten bei Dyrrhachium als an der Schlacht beiPharsalus Theil nahm. Von der Niederlage in der letzter» brachte er fliehend die Nachrichtzu Cato nach Dyrrhachium. Später traf er mit den flüchtigen Pompejanern in Afrika zu-sammen und focht im Afrikanischen Kriege (s.d.) namentlich bei Ruspina am l.Jan.16 v. Chr., doch ohne Erfolg, gegen Cäsar. Mit Scxtus Pompejus und Andern entkamer nach Cäsar's Siege bei Thapsus, am 6. Apr. 16, nach Spanien zu Cnejus Pompejusund fand in der Schlacht bei Munda, am 17. März 15, die die Reste der psmpejan. Par-tei vernichtete, seinen Tod. — Sein gleichnamiger Sohn wurde von Brutus und CassiuSan den Partherkönig Orodes I. gesendet, dessen Hülfe zu erbitten. Mit Pacorus, demConv.-Lcx. Neunte Aust. VIII. ^0