I KychreuS KynägiruS 461
! waldigen Tößthals, mit einem Schlosse/ dem ehemalige» Sitze der schon 760 erwähntenGrafenvon K., war früher ein Städtchen und Hauptort der Landvogtei K. Nach demAussterben der Grafen von K. im J. >264 fielen die bedeutend erweiterten Besitzungenderselben an die Grafen von Habßburg und durch diese an Ostreich, das noch gegenwärtigden Titel Grafen von K. führt. Ostreich verpfändete K. 1384 an die Grafen von Toggen-burg, dann an die von Bregenz und 1424 an die Stadt Zürich, die zwar 1442 die Graf-schaft Kaiser Friedrich III. zum Geschenke machte, aber schon 1452 sie für schuldigen Soldzum Unterpfande wiedererhielt.
Kychrens, der Sohn des Poseidon und der Salamis, der Tochter des Asopus,7 wurde König von Salamis, nachdem er einen großen die Insel verheerenden Drachen er-legt hatte. Da er kinderlos war, so hintcrließ er sein Reich dem Telamon.
Kysshäuser wird der in seinen höchsten Gipfeln bis zu 1458F. aufsteigende Berg-rücken im Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt genannt, der die Goldene Aue auf derSüdseite begrenzt und dessen Abdachung nach Frankenhausen zu den Namen Schlacht-berg führt. Die höchste Spitze krönt die majestätische Ruine der alten Burg Kysf»Hausen, welche, zur Zeit der sächs. Kaiser zum Schutze der in dem DorfeTilleda amFuße des Bergs gelegenen Pfalz erbaut, der oftmalige Wohnsitz der Hohenstaufen war.Die älteste Nachricht, die sich davon findet, ist die Eroberung der Burg im 1.1070. DurchKaiser Rudolf I. wurde der Graf Friedrich IV. von Beichlingen-Rotenburg zum Burg-grafen daselbst bestellt, aber schon 1378 waren die Grafen von Schwarzburg im Besitzeder Burg. Eine Volkssage läßt den Kaiser Friedrich!, in die Burg verzaubert sein. Schla-fend soll er hier sitzen, das Haupt auf den Tisch gestützt, durch welchen sein rother Barthindurchgewachsen ist. Erst wenn die Naben nicht mehr um den Berg fliegen, wird er auf-wachen und Deutschland wunderbar goldene Zeiten bringen. Westlich von K. liegen die) herrlichen Ruinen der Rotenburg, von denen man eine nicht minder schöne Aussicht in^ einen großen Theil der Goldenen Aue hat.
KyÜlene, das höchste Gebirge im Peloponnes, im Nordosten Arkadiens, nahe an derGrenze von Achaja, hatte aufseinem Gipfel einen berühmten Tempel des Hermes oder Mer-cur, welcher der Sage nach hier geboren und deshalb der Kyll e nische genannt wurde.
Kylon, ein Athenienser, Schwiegersohn des Theagenes, Tyrannen von Megara, be-mächtigte sich, durch seinen Schwiegervater und durch einen Orakelspruch unterstützt, um 612v. Ehr. bei dem damals anarchischen Zustande seiner Vaterstadt der Burg, um durch Unter-drückung und Vernichtung der Adelspartei eine Tyrannenherrschaft zu begründen. DurchHunger wieder zur Übergabe gezwungen, flüchtete er sich mit seinem Anhänge, umsichernSchuh zu finden, zu den Altären der Götter; doch die Sieger befleckten die Heiligthümer mitdem Blute der Hülfeflehenden. Ganz Athen gerieth über diesen ruchlosen Frevel, der von denAlten nur mit Abscheu genannt wird ((üxlooinm scelus), in Bestürzung, und der weise E Pi-nie n i d e s (s. d.) mußte aus Kreta herbeigeholt werden, um die Stadt wieder zu sühnen.
Kyme, die älteste und bedeutendste Stadt der Landschaft Äolis in Kleinasien, derenEinwohner bei den Alten im Rufe gutmülhiger Einfalt standen, jetztSandali, lag naheam Ägeischen Meere und hatte einen trefflichen Hafen, wurde aber durch ein furchtbaresErdbeben unter Tiberius im I. 17 n. Ehr. großentheils zerstört. Daselbst wurde der Ge-' schichtschreiber Ephorus (s. d.) geboren, nach Einigen auch Homer (s. d.) und Hesiod(s. d.). Nicht zu verwechseln damit ist Cu mä (s. d.).
Kymmkne ist der Name eines ansehnlichen Flusses in Finnland, der eigentlich auseiner fortlaufenden Kette von Seen besteht und in drei sehr tiefen und wasserreichen, mehrekleine Inseln einschließenden Armen zwischen Friedrichsham und Lotvisa in den FinnischenGolf einmündet. Auf zweien jener Mündungsinseln liegen die starken Festungen Rotschen-salm und Kymmenegard. In dem hier gleichfalls liegenden Svensksund, einem Busen desKymmenefiroms, fand am 9. und 10. Juli 1790 jene berühmte Seeschlacht statt, in wel-cher der König Gustav!!!. von Schweden über die Russen den Sieg davontrug.
Kynägrrus, ein durch seine bis ins Unglaubliche gesteigerte Tapferkeit berühmterAthener, ein Bruder des Dichters ÄschyluS, stürzte sich in der Schlacht bei Mara-thon (s. d.), während die Perser ihren Schiffen Milten, in die Fluten, ergriff mit der