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daß seine Gemahlin die Kutsche gebraucht habe. Der Marschall Baffompicrre brachte1509 aus Italien die erste Kutsche mit Glasfcnstcrn nach Frankreich. In England fluch,kete >36» die Mutter König Nichard's II. in einem Fuhrwerke, aber erst 1530 unter derKönigin Elisabeth kamen aus Deutschland die eigentlichen Kutschen nach England. NachSchweden soll die erste Kutsche in der letzten Halste des > 6. Jahrh. gekommen sein. In derSchweiz waren die Kutschen noch >650 eine Seltenheit. Seit ihrer allgemeinen Einführungvielfach verbessert und bequemer eingerichtet, waren die Kutschen stets ein Hauptgegenstanddes Luxus. Gefertigt werden sie gewöhnlich von Sattlern; doch wird der Kutschenbau inmanchen Ländern auch als freie Kunst getrieben. Die schönsten und elegantesten Wagenliefern Paris, Wien, Berlin und Warschau.
Kutter nennt man ein einmastiges, einer I a ch t (s. d.) ähnlich getakeltes Fahrzeug, iDie Größe seiner Segel, sein Tiefgang und sein scharfer Zuschnitt machen den Kutter zuschnellem Segeln geschickt und gestatten mit ihm auch gegen contrairen Wind gut zu manoeu-vrircn. Deshalb benutzt England dergleichen armirte Fahrzeuge zur Küstenwache und eSdürfen die zum Handel bestimmten keine so großen Segel führen wie jene, um im Falle desVerdachtes einer Schmuggelei sie bequem cinholen zu können. Gewöhnlich bedienen sichihrer die Lovtscn; im Kriege benutzt man sie als Kaper und Advisjachten.
Küttisbrennen nennt man das in Livland gebräuchliche Verfahren, Holzbodenund kahle Drecschländereien durch Ab- und Zerhauen des darauf stehenden Holz- undStrauchwerkes und durch Aufpflügen des Bodens zum Getreidebau vorzubcreiten. DurchAnzünden des gefällten Holzes und der abgepflügten und ausgetrockneten Rasenstückeerhält man eine Menge Asche (Küttis), welche dann über das Land gestreut wird. Aufkahle Ländereien wird dasHol; zum Verbrennen von anderwärts herbeigeschafft.
Klltüsow (Michael Laurionowitsch Golenitschew), Fürst Smolcnskoi, ruff. Fcld-marschall, geb. >745, erhielt seine Erziehung in Strasburg und trat >6 Jahre alt in ruff.Kriegsdienste, woraufer >764—69 den Feldzug in Polen mitmachte und dann 1770 unterNumjanzow gegen die Türken focht. Er half die Festung Schumla erstürmen, trug späterviel zur Bezwingung des Rebellen Pugatschew bei, wurde >784 Generalmajor und >78?Gcneralgouverncur in der Krim. In Folge einer Verwundung bei der Belagerung vonOczakow verlor er das rechte Auge. Mit dem Prinzen von Koburg vereint, half er denSieg von Fockschani erfechten, und rühmlichst zeichnete er sich auch aus in dem Kampfe vonRimnik, am 3I.Dec. 1789, sowie bei der Erstürmung von Ismail unter Suwarow.Hierauf zum Gencrallieutenant ernannt, fand er bei den bald nachher erfolgenden Unter-handlungen mit der Pforte Gelegenheit, sich den Ruf eines gewandten Diplomaten zuerwerben. Im Z. >793 ging er als Gesandter nach Konstantinopol, doch sehr bald war erwieder bei dem ruff. Heere, unter Suwarow, in Polen, wo er >794 dem Sturme vonPraga (s. d.) beiwohnte. Nachdem Polen besiegt war, erhielt er zunächst das General-kommando von Finnland; dann wurde er Chef des Petersburger Cadettencorps. Bei derThronbesteigung Kaiser Paul's I. übernahm er eine Sendung nach Berlin, und nachdemer von dieser nach Finnland zurückgekehrt, nach Holland, um den General Hermann imCommando über das dortige ruff. Corps zu ersehen, wohin er jedoch in Folge des inzwischengeschlossenen Friedens nicht abging. Nach Paul's Ermordung wurde er 1801 General-gouverneur von Petersburg. Im 1.1805 erhielt er, schon 60 Jahre alt, vom Kaiser Alex-ander den Oberbefehl des ersten ruff. Armeecorps gegen die Franzosen. Er führte dasselbegegen den Inn, traf daselbst aber erst nach der Capitulation von Ulm ein, worauf er daSkleine östr. Corps des Generals Kienmayer an sich zog und den ganzen Andrang des franz.Heers aufhielt. Auf dem rechten Donauufer, auf welches er überging, wurde er von den Fran-zosen lebhaft verfolgt, doch trug er am >8. und 19. Nov. bei Dürenstein einen Sieg überdenMarschall Mortier davon. Nachdem er sich hierauf mit den andern ruff. Corps vereinigthatte, befehligte er unter dem Kaiser Alexander das verbündete Heer am 2. Dec. >805 inder Schlacht von Austerlitz (s. d.), wo er verwundet wurde. Von 1806—11 war erGeneralgouverneur von Lithauen und Kiew. Während seines damaligen Aufenthaltes inWilna beschäftigte er sich eiftig mit Studien,.um Das nachzuholen, was er in seiner Jugendversäumt hatte. An des verstorbenen Grafen Kamensky'sll. Stelle übernahm er 1811 den