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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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455
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Kurzsichtigkeit Küstenfahrt 455

> halten; zu Marburg 1399 wegen Absetzung des Kaisers Wenzel; zu Lingen 1424 wegen, der hussitischen Unruhen; zu Frankfurt am Main 1438 wegen der Streitigkeiten zwischen! dem Papst und dcmConcil zu Basel, und mehre andere bis herab zu dem letzten zu Wormsim Z. 1558, wo man sich vereinigte, alles früher Festgesetzte fortwährend festzuhalten, wasman nachher von Zeit zu Zeit, zuletzt im I. N64, von neuem beschwor,i Kurzsichtigkeit (m)"j>i->) nennt man das Unvermögen, Dinge, welche in der ge«

! wohnlichen Sehweite (s. d.) oder noch nicht so weit wie diese vom Auge entfernt sind,genau mit dem Auge zu erkennen. Die Kurzsichtigkeit entsteht zunächst dadurch, baß dieLichtstrahlen, welche von einem Punkte her in das Auge fallen, so stark in den durchsichti-. gen Theilen desselben gebrochen werden, daß ihre Wiedervereinigung in einen Punkt nichtauf der Netzhaut, sondern auf einer Stelle vor derselben stattsindet. Da nun die Lichtstrah-len, indem ihnen hier kein Hinderniß entgegentritt, immer weiter dringen, so bilden sie, ein-zeln ihre einmal angenommene Richtung verfolgend, auf der Netzhaut angekommen, statteines Punktes einen je nach dem Grade der Kurzsichtigkeit großem oder kleinern Kreis.Diese Kreise verschwinden untereinander und machen das Bild dcS Gegenstandes undeut-lich. Nähert man nun dem Auge einen Gegenstand, den es vorher undeutlich sah, so trittder Punkt, in dem sich die Lichtstrahlen wiedcrvereinigen, weiter zurück, die Kreise werdenkleiner, das Bild deutlicher; trifft der Punkt endlich auf der Netzhaut ein, so ist das Bildvollkommen deutlich und man kann die Sehweite des Auges bestimmen. Die Ursache derzu starken Lichtbrechung liegt in den Organen des Auges vor der Netzhaut, besonders in zugroßer Wölbung der Hornhaut oder der Krystalllinse und zu starker Dichtigkeit derselbenl Organe und der Flüssigkeiten, welche das Auge enthält. Sie entstehen beide vereint beson-! ders durch zu großeAnstrengung dcsAuges, indem dieses theils durch dieGewalt derMus-kcln sich nach vorn zu mehr wölbt, theils durch den bei jeder Anstrengung vermehrten Blut-, zufluß in seiner Substanz verdichtet wird. Besonders trägt hierzu der Misbrauch der ver-

^ schiedcnen Augengläser viel bei. Oft ist die Kurzsichtigkeit aber auch nur Folge der Übeln

! Angewohnheit, Alles, was man scheu will, dem Auge näher zu bringen, als eigentlich nöthig

ist. Zn letztcrm Falle kann die Kurzsichtigkeit, wenn sie noch nicht lange besteht, durchAblegung dieser Gewohnheit gehoben werden, ist aber überhaupt das Übel veraltet, somuß das Auge, um Verschlimmerung zu vermeiden, sorgfältig behandelt und geschontwerden. Man vermeide dann namentlich das fortgesetzte Sehen auf kleine Gegenständebei zu vieler oder zu geringer Beleuchtung und sehe überhaupt mehr auf entferntere Gegen-stände, weshalb derAufcnkhalt auf dem Lande und NeisenKurzsichtigcn oft so guteDiensteleisten. Um das kurzsichtige Auge momentan zu schärfen, bedient man sich der hohlgeschlif-fenen Augengläser, da durch diese die Lichtstrahlen vor dem Auge so gebrochen werden, daß> sie mehr, als wen» sie nur durch die Luft gingen, sich voneinander entfernen und somit die

E Annäherung des Gegenstandes ersetzen. (S. Auge, Brechung der Lichtstrahlen und

Gesicht.) Vgl. Beer,Pflege gesunder und geschwächter Auge^" (Wim 1890).

Kust (osculum) ist das Zeichen der Freundschaft, Achtung und Liebe, zu welchem dieNatur des Menschen gleichsam instinctmäßig antreibt und dem zwischen Personen ver-schiedenen Geschlechts mit dem Eintritt der Mannbarkeit ein Trieb der Sinnlichkeit zuGrunde liegt, weshalb der Anstand ihnen das Küssen nur unter gewissen Bedingungenf erlaubt. Zu allen Zeiten und bei allen Völkern hat der Kuß als ein symbolisches Zeichengegolten, um die engere Verbindung zwischen zwei Wesen zu bezeugen. Abstufungen desKusses bilden die Körpcrtheile, welche man küßt, nämlich die Lippe, Wange, Stirn, Handund endlich der Fuß oder gar der Saum des Kleides, den die Unterwürfigkeit küßt.

Küßnacht, Bezirk und Flecken im schweiz. Canton Schwyz, am nordöstlichen Armedes Vierwaldstädtersees, der davon den Namen Küßnach tersee hat. Die hohle Gassebei K., wo nach der Sage der Landvogt Geßler (s. d.) durck Teil soll erschossen wordensein, ist durch die neue Straßcnanlage über den Hügel nach Jmmensee verschwunden; dochwird die ursprünglich den vierzehn Nothhelfern gewidmete, dannzumTell" genannte einfache Kapelle noch häufig besucht. In dem Dorfe Küßnacht am Zürichersee, im Canton Zürich, befindet sich ein Schullehrerseminar.

Küstenfahrt, franz. cabotage, nennt man die Schiffahrt an den Küsten hin, b«! der