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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
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454
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454 Kürrecht Kurvereine

Kürrecht hieß die im altern deutschen Rechte begründete Sitte, daß bei der Theilungeiner Erbschaft der Ältere unter mehren Miterben die Theile bestimmte und der Jüngere >

unter diesen wählen oder küren konnte, was in einigen Ländern noch jetzt Rechtens ist. !

Kurrer (Wilh. Heinr. von), ein ausgezeichneter Techniker, geb. am 8. Jun. 1782in einem Dorfe des Schwarzwaldes, der Sohn eines Landgeistlichen, kam in seinem IK.Jahre auf das Comptoir der Bodemer'schcn Kattunfabrik zu Großenhain in Sachsen.Durch eifriges Selbststudium gelang es ihm, sich eine solcheEinsicht in die chemischen Prin- Iripicn seiner Beschäftigung zu verschaffen, daß er bereits in seinem 21. Lebensjahre dentechnischen Theil des Bodemer'schen Fabrikgeschäfts allein zu leiten vermochte. Auf einevon ihm in Zwickau für eigene Rechnung errichtete Kattunfabrik äußerten dieKriegszeiteneine so unglückliche Rückwirkung, daß sie aufgelöst werden mußte, worauf K. 1815 als jDirigent der Schöpplcr'schen Kattunfabrik nach Augsburg ging, wo die zwischen ihm und §I. G. Dingler entstandenen Beziehungen ihn zu einer vermehrten literarischen Thätigkeit Iveranlaßten. Namentlich lieferte er viele Beiträge in das >816 begründeteMagazin fürDruck- und Färbekunst", das später in mehr allgemeiner Richtung alsPolytechnischerJournal" fortgesetzt wurde. Gemeinschaftlich mit Dingler übersetzte er Baneroft'sFär-bcbuch" (2 Bde., Nürnb. 1818 ) und Vitalis'Grundriß der Färbekunst" (Stuttg. 1824).Seit >832 leitete er die Kattunfabrik der Brüder Porges in Prag, doch entschloß er sich1844, seine Stellung aufzugcben und seine Zeit einem in Prag von ihm zu errichtendentechnisch-chemischen Lehrinstitut zu widmen. Von seinen Schriften haben wir noch zu er-wähnendie Kunst, vegetabilische, vegetabilisch-animalische und rein animalische Stoffezu bleichen" (Nürnb. >831);die neuesten Erfahrungen in der Bleichkunst" (Nürnb.1838) undGeschichte der Zeugdruckcrei" (Nürnb. 184«; 2. Aust., 1844).

Kursk heißt eines der fruchtbarsten und gesegnetstcnGouvernementsdescurop.Ruß-landS, nördlich von Orel, östlich von Wor-oncsch, südlich von Charkow und westlich vonTschernigow umgeben, zählt auf 678 IHM. eine Bevölkerung von 1,814600 E., und ist so-nach eines der allerbevölkertsten Gouvernements von ganz Rußland. Es hat eine wellen-förmig ebene, nur von geringen, meist unbewaldeten Hügeln unterbrochene Oberfläche,die trefflich mit Getreide, Gemüse und Obst bebaut ist und die bei dem fetten Boden, derunter ihr liegt, keiner Düngung bedarf. Auch ist das Klima so mild, daß Arbusen undMelonen auf freiem Felde gedeihen und selbst der Weinbau mit dem glücklichsten Erfolggekrönt wird. Die Fischerei ist unbedeutend, da das Land nur wenige und im Sommermeist wasserlose Flüsse hat, die zum Don und Dnjcpr gehören. Dagegen ist die Viehzucht,besonders die Rinder- und Schafzucht, sehr bedeutend, und treffliche Pferde für den Cava-leriedienst werden in den wohleingerichtcten Stutereien gezogen. Auch die Bienenzuchtist bedeutend, und Wachs und Honig bilden ebenfalls Ausfuhrartikel. Unter dem Wilderwähnen wir besonders der Trappen und Wachteln, die nach allenProvinzen hin verschicktwerden; auch Hasen gibt es viel, aber wenig größeres Wild. Sumpfeiscn, Kalk und Kreidesind die vorzüglichsten Mineralien. Die Einwohner, meist aus Groß - und Kleinrussen,welche letztere sich gern Kosacken oder Tscherkessen nennen, bestehend, zu denen nur wenigeZigeuner und einige Ausländer hinzukommen, sind sehr gewerbthätig und fabriciren vielSeife, Lichter, Juften und Tuch, auch Branntwein. Die Gouvernementsstadt Kursk mit2430« E-, am Einfluß der Kura in die Tuskara gelegen, und auf und an einem Hügel er-baut, nimmt sich mit seinem Gouvernementspalast, seinen 20 Kirchen, zwei Klöstern undseinem in Gärten und Promenaden verwandelten Stadtwall recht freundlich aus. DieEinwohner unterhalten einen lebhaften Handel mit Moskau und nach den angrenzendenProvinzen. K. und Bjelgorod sind die Haupthandelsplätze; Korennaja Pustina aber hatdie Hauptmcsse, die zweite des ganzen Reichs. Während man 1822 nur 15« Fabriken imganzen Gouvernement zählte, besaß K, 1838 bereits 98 derselben. Auch hat die Stadtein Gymnasium, Priesterseminar und Jnvalidenhaus.

Kurvereine nennt man die IM Deutschen Reiche von den Kurfürsten in außerordent-lichen Versammlungen zur Wahrung gemeinsamer Rechte oder in Rücksicht auf bestimmteZeitereignisse geschlossenen Vereinigungen. Solche Kurvercine waren der zu Rensc im I.1338, wo man sich verband, die deutsche Kaiserwahl ganz unabhängig vom Papste zu er-