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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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452
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452 Kurland (Herzogin von)

gleich bei Anna's Tode, im J. 1710, von ihrem Nachfolger Iwan V. nach Sibirien ver-wiesen wurde. Nach mehren nun folgenden Herzogswahlen, die bald von russ., bald vonpoln. Einfluß geleitet wurden und die doch ohne rechten Erfolg blieben, wurde Biron, vonPeter III. aus Sibirien zurückberufcn und von Katharina II. >763 in seine Rechte wiedereingesetzt, zuletzt auch nach der Restauration von den Polen anerkannt, sodaß er 1769 dieRegierung ruhig seinem Sohne Peter überlassen konnte. Unter diesem brachen indeß dielang verhaltenen Gährungen aus. Der kurländ. Landtag, den aber blos der Adel verfas-sungsmäßig bildete, beschloß am >8. März >795, K. dem russ. Scepter zu unterwerfenund foderte den Herzog, der sich in Petersburg aufhielt, durch eine ständische Deputationzu seiner freiwilligen Entsagung auf. Wirklich ließ sich derselbe bewegen, am 28. März1795 die Abtretungsurkunde zu unterzeichnen, und er, wie die von seinem jüngern Bruderabstammende Linie Biron, welche letztere noch gegenwärtig im Besitze der Standesherr-schaft Wartenberg in Schlesien ist, wurde durch eine jährliche Rente für die Ansprüche aufdas Herzogthum entschädigt. K. aber wurde nun eine russ. Provinz, jedoch behielt es einigeReste seiner frühem Verfassung, besonders blieb der Adel begünstigt und der Bauernstandunterdrückt, trotz der von dem Kaiser Alexander >817 bestätigten Urkunde, die die Leibei-genschaft in K. wie in den übrigen Ostseeprovinzen aufhob und die Rechte der Bauern ge-gen die Anmaßung der Gutsherrschaften in Schutz zu nehmen verhieß. K. ist 180 OM.groß und zählt über 512000 E.; der griech.-russ. Kirche gehören, trotz der vielfältigen Be-kehrungsversuche der Russen, nur etwa 11709 E. an; von den übrigen bekannten sich436800 Individuen zur evangelischen, 15500 zur katholischen und 15300 zur mosaischenLehre. Die gesammte Geistlichkeit zählt über 1100 Personen, der Adel 1060, der Bürger-stand über 51000 Personen. K. ist ein ebenes, nur an wenigen Stellen von Hügeln durch-zogenes Land, welches wie die übrigen Ostsceprovinzen viel Waldungen, Sumpf, Seen undSanddünen hat, die mit dem fruchtbarsten Boden abwechseln. Die nördlichste Spitze desLandes endigt sich mit dem weit in die See hineinragenden Vorgebirge Domes-NäS, aufwelchem, wie auf der gegenüberliegenden Insel Ösel, zur Sicherung der Schiffer zweiLeuchtthürme unterhalten werden. Der höchste Punkt inmitten des Landes ist der kaum700 F. hohe Hüningsberg. Die Windau,^>ie kurische Aa und die Düna, letztere nur alsGrenzfluß gegen die Gouvernements Witebsk und Livland, bewässern das Land. Unter den300 Seen ist der Usmaitenschc, mit einer darin gelegenen Insel, der Libausche, Angerscheund der in der Nähe von Jakobstadt befindliche Sauckensche See, der wahrscheinlich durcheinen Erdfall entstanden ist, zu bemerken. Das Klima ist gemäßigter als in Livland, dochsind die Winter gewöhnlich sehr streng. Ackerbau, Fischfang, Jagd und Viehzucht sind dieHauptbeschäftigungen der Einwohner, auch die Bienenzucht wird fleißig betrieben. An denKüsten findet man auch häufig Bernstein, der im Lande verarbeitet wird. In der Industrieist man noch weit zurück, auch ist der Handel nicht sehr bedeutend, selbst die HauptstadtMit au (s. d.) kann kaum als eine Handelsstadt gelten. Ansehnlicher ist Libau, welchesdurch das neuerlich wieder ausgenommene Kanalproject bald ansehnlich gewinnen dürfte.Die Bevölkerung in den elf Städten des Gouvernements (etwa 15500 Seelen) besteht fastnur aus Deutschen, die auch die Gutsherrschaften auf dem Lande bilden; die Bauern sindtheils kurische Letten oder Kuren, theils esthnische Völkerschaften, als Liven, wie am Anger-schen Strande, und Krewinnen in der Gegend von Bauske; doch machen letztere nur einpaar tausend Seelen aus. Vgl. Schlippenbach,Malerische Wanderungen durch K."(Bd. I, Riga und Lpz. 1809) und Bienenstamm,Geographischer Abriß von Esthland,Livland und K." (Riga 1826).

Kurland (Anna Charlotte Dorothea, Herzogin von), eine in jeder Beziehung aus-gezeichnete Frau, geb. am 3. Febr. 1761 zu Mesothen, einer herzoglichen Domaine inKur-land^ war die jüngere Tochter des Neichsgrafen Joh. Friede, von Medem, aus dessen zwei-ter Ehe mit Charlotte von Nolde, geb. Manteufel, genannt Späge. Kaum drei Jahre alt,verlor sie ihre Mutter, und ihr Vater vermählte sich nun mit Elise von der Necke, geb. vonBrucken, genannt Fock, einer Frau von ausgezeichnetem Verstände, welche 1781 starb.In ihrem 19. Jahre wurde sie am 6. Nov. 1779 die dritte Gemahlin des Herzogs Petervon Kurland, Reichsgrafen von Biron. Da dieser Fürst, mit starrer Unbiegsamkeit sein