KurischkS Haff Kurland (Gouvernement) LSI
Werks gesucht, auch kommen Rehe, Wölfe und Bären, Scclöwcn und Seehunde vor. AnMineralien bergen sie Silber, Kupfer, Schwefel und Salmiak. Unter den Bewohnernzeichnen sich die Kurilen aus, kaum 1909 Seelen, die in Sprache und Sitte den Kam»tschadalen verwandt sind und wahrscheinlich bei der Eroberung Kamtschatkas durch die Rus-sen auf diese Inseln flüchteten. Sie gehören unstreitig mit den übrigen Bewohnern desnordöstlichen Asiens, den Korjaken, Jukagiren und Tschuktschen, zu einer und derselbenVolks - und Sprachenfamilie. Entdeckt wurden diese Inseln zwar schon im >7. Jahrh.durch die Holländer, doch sind sie in physikalischer Hinsicht erst seitKrusenstern'S Reise, undin ethnographischer Beziehung durch Wrangell's Nachrichten über die russ. Besitzungen ander Nordwestküste von Amerika, die den ersten Band der von Baer und Helmersen seit 1939herausgegebenen „Beiträge zur Kenntniß des russ. Reichs und der angrenzenden LänderAsiens" bilden, bekannt geworden. Den Bekehrungsversuchen der griech. Geistlichkeit hatdie gutmüthige Bevölkerung im Ganzen wenig Hindernisse in den Weg gelegt. Besonderswerden die AinoS, die auch in Japan selbst, auf Jesso und Sagalin angetroffen werdenund von den Japanern sehr unterdrückt sind, vonKrusenstern wegen ihrer Herzensgute sehrgerühmt. Sie stehen dabei freilich auf der niedrigste» Stufe der Cultur, kennen weder Acker-bau noch Hausthiere, Hunde ausgenommen, mit deren Fellen sie auch bekleidet sind, sindunreinlich, abschreckend häßlich und vermehren ihre Häßlichkeit noch durch die blaue Farbe,mit der sie, namentlich die Weiber, ihre Lippen zu färben pflegen, während sie zugleich dasHaar tief ins Gesicht hineinkämmen.
KurischeS Haff, s. Haff.
Kurkreis, sonst einer der sieben Kreise des Kurfürstenthums Sachsen, gehörte kei-neswegs zum alten Herzogthum Sachse», sondern war damals ein von Slawen besetztesLand, das Albrecht der Bär eroberte und aufseinen Sohn Bernhard von Askanien ver-erbte. Erst nachdem Letzterer die Würde eines Herzogs von Sachsen erhalten, ging der Namedes Herzogthums Sachsens aufdiese Gegend über, und weil auf ihr nun die Kurwürde ruhte,wurde sie später der Kurkreis genannt. Derselbe umfaßte auf 74 lüM. etwa >59999 E.und hatte Wittenberg zur Hauptstadt. Nach der Erhebung Sachsens zum Königreichwurde der Name Kurkreis in Wittenberger Kreis verwandelt. Ein Theil davon, das AmtGommern und die Grafschaft Darby, mußte 1898 zur Entschädigung für den im tilsiterFrieden Sachse» zugesprochenen kottbusser Kreis an das Königreich Westfalen abgetretenwerden. Durch die Theilung Sachsens im I. ISIS kam der ganze Kreis an Preußen undgehört gegenwärtig zu den Regierungsbezirken Merseburg, Magdeburg und Potsdam.
Kurland, gegenwärtig ein russ. Gouvernement und eine der sogenannten Ostsee.Provinzen (s. d.), bildete vormals ein selbständiges Herzogthum, welches eigentlich auszwei Herzogtümern, K. undSemgallen, welches letztere der östlicheTheil war, bestand undnebst Livland den Schwertrittern zugehörte. Als aber die Macht Rußlands immer dro-hender um sich griff und die Ordensritter sich in Livland gegen die Russen nicht mehr be-haupten konnten, nahm der letzte Groß - oder Heermeister Gotthard Kettler im I. 1581 K.und Semgallen unter Abtretung Livlands von den Polen zu Lehen, wodurch zugleich dieweltliche Macht des Ordens, die früher nur eine geistliche Aristokratie übte, gegründet wurde,^ indem Kettler sein Lehen bis ins 18. Jahrh. auf seine Nachkommen vererbte. In Folge derVermählung des Herzogs Friedrich Wilhelm von K. mit einer russ. Prinzessin Anna, derTochter des Zar Iwan, im I. 171 9, und besonders nach dem schon ein Jahr darauf er-folgten Ableben des Herzogs, wo nun Anna unter Peler's des Großen Schutz Pegentinblieb, gerieth K. in große Abhängigkeit von den Russen und dadurch zugleich in gewaltigeConflicte mit den Polen, als deren Vasallen die kurländ. Herzoge noch galten. Als nunl 7 39 die Herzogin Anna, nach Peter's II. Tode, den russ. Thron bestieg, nahm sie mit gro-ßer Energie und gutem Erfolge die Rechte ihres Oheims und Nachfolgers in K., des Her-^ zogs Ferdinand, wahr, den sie gegen die Jntriguen der poln.Parteistets zu beschützen wußte.Nach Ferdinand's Tode im I. 1737 setzte Anna es durch, daß ihr Günstling und Oberkam-merherr, der Graf Ernst Johann vonBiron (s. d.), zum Herzog erwählt wurde, der aberweder bei der russ. noch bei der kurländ. Partei sich in Gunst zu setzen wußte, und auch
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