Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
450
Einzelbild herunterladen
 

450 Kurilen

tation nach Negensburg znsammcnberufen, und dieser am 21. Aug. ein von Frankreich undRußland entworfener Entschädigungsplan vorgclegt, nach welchem nunmehr nur noch eingeistlicher Kurfürst, nämlich der zu Mainz, mit dem Titel Kurfürst Neichserzkanzler, sein,dagegen drei neue weltliche Kurfürsten, nämlich von Baden, Würtemberg und Hessen-Kassel, geschaffen werden sollten. Da aber Ostreich bereits am 31. Aug. die dem Eroßher-zöge von Toscana durch Salzburg und Berchtesgaden zugestandene Entschädigung für un-zulänglich erklärt und darauf am 28. Dec. zu Paris wegen dessen völliger Entschädigungmit Frankreich eine Übereinkunft abgeschlossen hatte, so wurde außer mehren Besitzungenauch dem Großherzoge von Toscana die Kurwürde versprochen. Nach der von Seiten Ruß-lands, Frankreichs, des Kaisers und der deutschen Ncichsstände geschehenen Bestätigungdes Entschädigungsplans, worin man zugleich dem noch lebenden Kurfürsten von Trier,Clemens Wenceslaus, Herzoge von Sachsen, gewisse jährliche Einkünfte festsehte, wurdendie vier neuen Kurfürsten von Bad en, Würtemberg, Hessen-Kassel und Salz-b u rg, sowie der neue Kurfürst Erzkanzler, am 22. Aug. > 803, in das kurfürstliche Colle-gium eingeführt. So gab es nun zehn Kurfürsten und unter diesen sechs evangelische, sodaßletztere Kirche hierdurch, sowie durch 27 neue im Neichsfürstenrathe erhaltene Stimmen,ganz gegen die vorherige Verfassung, die Stimmenmehrheit für sich hatte. Schon durchden presburger Frieden von 1805 wurde die salzburg. Kurwürde wieder aufgehoben, in-dem Östreich Salzburg und Berchtesgaden erhielt, dagegen gab man dem Kurfürsten vonSalzburg Wür; burg unter dem Titel eines Kurfürstenthums; Baiern und Würtembergerhielten die Königswürde, ohne jedoch deshalb aus dem deutschen Reichsverbande zu tre-ten, bis am 12. Juli 1806 zu Paris der Abschluß der rhein. ConföderationSacte erfolgte,worauf Baiern, Würtemberg, der Erzkanzler und Baden der deutschen Reichsvcrbindungentsagten, und der franz. Minister Bacher auf dem Reichstage zu Negensburg erklärte,daß der Kaiser von Frankreich kein Deutsches Reich mehr anerkenne und den Titel einesProtcctors der Rheinconföderation angenommen habe. In Folge dessen legte am 6. Aug.der deutsche Kaiser Franz li. dir Kaiserwürde nieder. Noch führten die Kurfürsten vonWürzburg, Sachsen und Hessen den kurfürstlichen Titel; allein schon am 30. Sept. tratder erstere dem rhein. Bunde bei und nahm den Titel eines Großherzogs an; ihm folgte am1 l. Dec. Sachsen, das zugleich durch den mit Frankreich abgeschlossenen Frieden zu Posendie Königswürde annahm. Der Hess. Lande hatte sich nach der Schlacht bei Jena Napo-leon bemächtigt und den Kurfürsten derselben für verlustig erklärt. So gab es nur nochzwei Titularkurfürsten, den von Trier-und den von Hessen. Ersterer starb l 8 i2; Letzterer,der nach dem Sturze Napoleon's in sein Land zurückkehrte, hat, wie sein Nachfolger Wil-helm II., den Kurfürstentitel beibehalten; da aber ein deutscher Bund souverainer deutscherFürsten an die Stelle des Deutschen Reichs trat, so hat dadurch die Kurfürstenwürde ihremBegriff und Wesen nach ihr Ende erreicht.

Kurilen oder Kurilisch e Inseln ist der Name einer aus mehr als 30 nur mäßigbewohnten Eilanden bestehenden Inselgruppe, die von der Südspihe Kamtschatkas nach Ja-pan hinüberreicht und deren größere Hälfte, die nur die kleinern Eilande umfaßt, zu Ruß-land gerechnet wird, während die kleinere Hälfte, die aber die bedeutendern Inseln enthält,unter/apan. Hoheit steht. Paramuschir, mit einem rauchenden Vulkan, dem Cap Lopatkaunmittelbar vorliegend, ist die größte unter den russ. Kurilen, Jturup oder die Staateninsel,66 OM. groß, ebenfalls mit einem Vulkan, die größte der japan. Kurilen. Auf Urup oderder AlexanderSknsel, der südlichsten Kurile russ. Antheils, steht das Fort Kurilo-Nossi, woein Bureau der russ.-amerikan. Handelsgesellschaft sich befindet; Jturup und Kunaschirhaben japan. Postirungen. Alle diese Inseln sind, wie Japan und Kamtschatka selbst, alsderen Fortsetzung sie erscheinen, vulkanischer Natur; man zählt auf ihnen über zehn größ-tentheils noch thätige Vulkane und viele heiße und Schwefelquellen. Im Übrigen sind diesefast in steten Nebel gehüllten, von gefährlichen Strömungen umgebenen und steten Erd-beben ausgesetzten Inseln meist nur dürftig bewässert, felsig und unfruchtbar, nur einigewenige mit Lärchen, Cedern, Ellern und Weiden bewaldet, während die südlichem auch Bam-busrohr und Weinstöcke tragen. Unter denProducten des Thierreichs sind weiße, rothe undschwarze Füchse, Zobel, Bären, Biber, See- und Fischottern besonders wegen ihres Pelz-