Kupferstechkunst 443
Leipzig, Schwerdtgeburth in Dessau, K. E. C. Hcß (s. d.) und Lutz in München, Rahl,
I L. Agricola, Jos. Steinmüller, I. Bcnedetti, Jos. Stöber und Passim in Wien, Neindelund Ulmer in Nürnberg, Steinla, E. G. Krüger (s. d.), Stölzel und I. PH. Veith inDresden, Fclsing in Darmstadt, I. Kaspar, L. Buchhorn und Eichene in Berlin, Hal-dcnwang (s.d.) in Stuttgart, W. F. Gmelin in Nom, Schnell und K. Frommel inKarlsruhe, I. C. Clemens in Kopenhagen die ausgezeichnetsten deutschen Kupferstecheruer neuern und neuesten Zeit. Nuscheweyh in Neustrelitz, S. Äms ler (s. d.) in Münchenund K. Barth in Hildburghausen geben meist Darstellungen nach Bildern und Zeichnun-gen der neuern christlichen Schule der Malerei in Deutschland, vorzüglich nach Overbeck,auf die frühere einfache und glanzlose Weise, die sich für diese am meisten eignet. In Hol-land, wo früher Claesscns und I. de Frey gestochene und radirte Blätter besonders nachRcmbrandt lieferten, trat in neuerer Zeit I. de Mare als vorzüglicher Kupferstecher aufund gab nach Wille's Art die Genrebilder der großen Holland. Maler getreu wieder.
Die Radirkunst ist in der Behandlung der Kupferstechkunst mit dem Grab-stichel fast gleich, und die Ätzkunst bringt die zum Abdruck bestimmte Zeichnung mittelseiner das Kupfer auflösendcn Flüssigkeit, namentlich des Schcidewassers, auf die Kupfer-platte. Zuerst wird hierbei die glattpolirte Platte mit dem Ätzgrunde überzogen, welcheraus einem Firniß von Wachs, Mastixkörnern und Asphalt besteht, und zu diesem Behusedie Platte erhitzt, die man, nachdem der Ätzgrund darauf gebracht ist,„vom Rauch einigerWachslichter leicht anlaufcn läßt. Sodann wird die entweder auf Ölpapier entworfeneoder durchgezeichnete Zeichnung auf der Seite, welche die Gegenstände in natürlicher Lage> zeigt, mit Röthel überrieben und mit dieser Seite auf die Platte gelegt, die Umrisse derZeichnung aber werden mit der Nadirnadel behutsam übergangen. (S. Calque.) Hat! sich auf diese Weise die Zeichnung verkehrt auf dem Ätzgrunde abgedruckt, so fängt man' an, mit der Radirnadel die Zeichnung in Firniß einzureißcn oder zu radiren, sodaß durchdie Striche das Kupfer hindurchglänzt. Ist dieses geschehen, so umgibt man die Platte miteinem Rande von Wachs und übergicßt nun dieselbe mit dem Ätzmittel, welches dann indie vom Ätzgrunde entblößten Stellen eiirdringt und die.Radirung in das Kupfer eingräbt.Bei der mehrmals nothwendigen Wiederholung der Ätzung werden die Stellen, welchenicht weiter vom Ätzmittel angegriffen werden sollen, mit einem sogenannten Deckfirnißüberzogen. Die gehörige Vollendung der geätzten Platten in Rücksicht auf Reinheit undKraft gibt man denselben zuweilen mittels des Grabstichels. Da das Radiren auf Kupfervon jedem Künstler, der im Zeichnen erfahren ist, leicht ausgeübt werden kann, so habendie meisten Maler, denen es mehr um die Zeichnung ihrer Erfindungen als um die künst-liche Ausführung zu thun war, zur Verbreitung ihrer Werke und zum Vergnügen sich derÄtzkunst bedient, welche deshalb die geistvollsten Arbeiten aufzuweisen hat. Als Erfinderder Ätzkunst ist unstreitig Albr. Dürer anzusehen, obschon die Italiener dem Mazzola ge-nannt Parmeggiano die Ehre dieser Erfindung beilegen. Unter den Deutschen hat W. Hol-lar, unter den Holländern haben gleichzeitig H. Goodt und Jan van der Velde (s. d.)radirte Blätter von malerischer Wirkung geliefert. Als die vorzüglichsten Meister dieserKunst unter den Deutschen sind ferner zu nennen I.Umbach, Adrian von Ost ade (s.d.),l I. H. Noos (s. d.), I. F. Ermels, I. F. Beich, G. P. Nug endas (s. d.), I. E. Nie-
^ dinger (s. d.), W. E. Dietrich (s. d.), F. E. Weirotter, G. F. Schmidt, S. Geßner
(s. d.), Ferd. und Wilh. von K o b e l l (s. d.), C. B. R o d e (s. d.), C h o d o w i e c k i (s. d.),! einer der merkwürdigsten Künstler seines Jahrh., I. C. N e i n h a r t (s. d.), Dies und Me-
chau, I. C. Klengel (s. d.), I. A. Klein (s. d.), I. C. Erhard, Dom. Quaglio (s. d.),M. v. Molitor, F. Rechberger, I. Grimm und L. Richter. In neuester Zeit haben auchmehre der ausgezeichnetsten düsseldorfer Künstler sich mit Eifer der Radirung zugewen-det; außerordentlichen Ruf erlangten die schönen Nandzeichnungen zu Reinick's Liedernund die Sonderland'schen Blätter. Sehr groß ist auch die Zahl der hollän d. und flandr.Maler, welche vortreffliche Radirungen lieferten, und namentlich sind es Rembrandt's(s. d.) Blätter, die wegen des Ausdrucks der Wahrheit und des Helldunkels, sowie A. vanDyk's (s. d.) Portraits, welche die Bewunderung aller Zeiten verdienen. Nächstdem sindbesonders hervorzuheben A. Waterloo (s.d.), H.van Swanevclt (s.d.), A. van