Kupferdruck 439
erz, vor, und zwar hauptsächlich in England, im Mansfcldischcn in Deutschland und imUral, während dieAusbeute bei Chezy in Frankreich immermchr abnimmt. Da die Haupt-massen des Kupferkieses sehr fein eingcsprcngt im sogenannten Kupferschiefer vorzukom-men pflegen, sodaß man sic mechanisch nicht von der Gangart trennen kann, wird derKupferhüttenproceß ziemlich umständlich. Im Allgemeinen pflegt man die Kiese zurösten, dann durch n-iederholtes Schmelzen mit Kohle und Zuschlägen und dazwischen fal-lendes neues Rösten der Producte (Kupscrsteine) von Schwefel zu befreien, wobei mansogenanntes Schwarzkupfer erhält, welches von leichter oxydirten Metallen, besondersEisen auf den Garherden, von andern in den sogenannten Seigerhütten durch Sei-gerung gereinigt und zu Garkupfer oder Nosettenkupfer umgewandelt wird, dasman sogleich unter dem Kupferhammer zu starken Blechen oder Schalen auszutreibenpflegt. Enthalten die Kupfersteine Silber, so wird ihnen dieses durch Amalgamation(s. d.) entzogen. Vorzüglich rein ist das aus kupferhaltigen Grubenwässern durch hinein-gelegtes altes Eisen niedergeschlagene Cementkupfer, sowie das bei galvanoplastischenProcessen durch galvanische Zersetzung des Kupfervitriols gewonnene Kupfer. Als bestesKupfer ist das russische sogenannte Demidoffsche bekannt. Das Kupfer kommt theils als Blech,theils als Draht in den Handel, seltener wird cs gegossen (Rothguß). Es ist fähig, sich biszu einem hohen Grade strecken und auSzlehen zu lassen. Häufig überzieht man Kupferblecheund Drähte vor wcitererVerfeincrung mit Gold und Silber, sodaß bei weiterm Auswalzendes Blechs und Ausziehen des Drahts der Überzug sich ebenfalls mit verdünnt (plattirteBleche und Drähte). Das Kupferblech wird zu den Artikeln der Kupferschmiede und zuplattirten Waaren, der Draht zum großen Thcil zur unechten Tressenfabrikation benutzt.Ein großer Theil des Kupfers wird verbraucht, um mit Zink zu Messing, mit Zinn undZink zu Bronze vereinigt, oder auch, um mit den edeln Metallen, Gold und Silber, behufsder Verarbeitung und Vermärzung legirt zu werden. Das Kupfer ist in Mineralsäureziemlich leicht auflöslich und gibt damit grüne oder blaue Lösungen. In Pflanzensäurelöst sich blankes Kupfer fast gar nicht auf, und man kann sich der kupfernen Geräthe ohneGefahr zu allen häuslichen Zwecken bedienen, wenn man die Geräthe nur stets ganzblank erhält und nichts Saures lange darin stehen läßt. Dagegen wird bei Desiillations-apparaten das Kupfer durch die Fuselöle stark angegriffen und diese müssen daher gut ver-zinnt sein. Beim Glühen an der Luft bedeckt sich das Kupfer mit einer schwarzen Oxyd-schicht (Glühspan oder Kupferhammerschlag). Dasselbe bildet zwei Oxyde, das rotheKupferoxydul, welches die Ursache der rothen Färbung des gewöhnlichen Rubinglasesist, und das schwarze Oxyd. Letzteres bildet mit allen Säuren Salze, unter denen derKupfervitriol oder das schwefelsaure Kupferoxyd das wichtigste ist, da es als Basisfür Darstellung aller andern Kupferverbindungen dient und sehr häufig zu galvanoplasti-schen Processen Anwendung findet. Man stellt dieses Salz dar, indem man entwederKupferkiese röstet, durch Wasser auslaugt und dann Eisenvitriol und Kupfervitriol durchKrystallisation trennt, wobei auch Gemenge beider Vitriole, die sogenannten Adlervi-triole , erhalten werden, die um so blauer sind, je mehr sie Kupfer enthalten, oder indemman Kupfer geradezu in Schwefelsäure auflöst und krystallisirt. Der Kupfervitriol bil-det schönblaue Krystalle von sehr herbem, metallischem Geschmack.
Kupferdruck nennt man das Verfahren, eine nach den verschiedenen Manieren derKupferstechkunst (s. d.) bearbeitete Platte, um derselben eine größere Verbreitung zugeben, auf Papier oder irgend einen andern biegsamen Stoff abzudrucken. Dieses geschiehtauf einer Kupferdruckpresse, welche aus zwei hölzernen oder einer eisernen und einerhölzernen oder zwei eisernen Walzen besteht, die in einem Gestelle in der Art übereinanderbefestigt sind, daß die obere, die Laufwalze, von der untern, der Grundwalze, mittels einesSchraubenapparats sehr genau parallel entfernt und festgestellt werden kann. Zwischenbeiden Walzen liegt ein starkes Bret, der Drucktisch, auf welches die Unterlage, dann dieKupferplatte, auf diese das Papier, welches den Abdruck aufnehmen soll, fernereineUberlage und ein wollenes Tuch, das Drucktuch, zu liegen kommen, worauf beide Walzenso voneinander gestellt werden, daß sie auf diese Gegenstände einen sehr bedeutenden Druckausüben. Wird nun mittels des Sterns der einen Walze eine drehende Bewegung mit-