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Kunstwort Kuntz 437
weilen hineinmischt, mit dem schwierigen Werke, die Kunst von neuem mit dem Leben zuvermitteln, einen kühnen und erfolgreichen Anfang gemacht.
Kunstwort (ierinilnis leckllicus) heißt im Allgemeinen jedes Wort, womit ein Ge-genstand oder ein eigener Begriff in einer Kunst, Wissenschaft, in einem Gewerbe oder beieiner Beschäftigung auf eine kurze und den Kunstgenossen verständliche Art bezeichnet wird.Kunstwörter sind unentbehrlich, weil man sonst, um eine genaue Beschreibung eines Ge-genstandes oder Begriffes zu geben, eine Menge Worte verschwenden müßte, und es ist diePflicht eines Jeden, der eine Wissenschaft studirt, sich mit der Terminologie, worunter manden Inbegriff solcher Kunstwörter versteht, bekannt zu machen.
Kunth (Karl Sigism.), Professor der Botanik an der Universität zu Berlin, geb. inLeipzig am l 8. Juni 1788, besuchte l80v—4 die Rathsfreischule seiner Vaterstadt undäußerte frühzeitig Neigung zu den Naturwissenschaften, zumal zur Anatomie, wodurch ersich die Gunst des Anatomen Rosenmüller erwarb und Gelegenheit erhielt, sich im anato-mischen Zeichnen auszubilden. Durch den Tod seines Vaters der Unterstützung beraubt,mußte er die 1805 bezogene Thomasschulc in Leipzig verlassen, erhielt aber >806 durchVerwendung eines Oheims die Stelle eines Registraturassistenten bei der Seehandlung inBerlin. Solcher mechanischen Beschäftigung abgeneigt, suchte und fand er an Alex, vonHumboldt einen Gönner, der ihm die Mittel gab, die naturwissenschaftlichen Vorlesungender berliner Universität zu besuchen. Sein erstes Werk war die „lLIora berolinen8is" (Berl.>813; 2. Ausl-, 2Bde., 1838). Nach Willdenow's Tode übernahm er die Bearbeitungder von Humboldt und Bonpland gesammelten Herbarien, begab sich deshalb 1813 zuHumboldt nach Paris und lebte daselbst bis 1819. Diesen langen Aufenthalt benutzte erzur Herausgabe von mehren sehr umfangreichen Werken, die zu den bedeutendsten derneuern Botanik gehören und aus den Stand derselben einen ungemein großen Einflußgeübt haben; die „I<ova gensra et 8pecie8 plantarum" (7 Bde., Par. 1815—25, Fol.),die Monographien über.die Mimosen (Par. 1819, Fol.) und über die Gräser (2 Bde.,Par. 1829—33, Fol.) des tropischen Amerika, die Fortsetzungen der von Bonpland begon-nenen Monographie der Mclastomeen und der „LlsnteZ eyuinoxiales" enthalten zusam-men an Kvo» Pflanzenbeschreibungen und an > 909 Kupfcrtafeln, zu welchen K. die bo-tanischen Zergliederungen selbst gezeichnet hat. ImI. 1319 kehrte er nach Berlin zurück,wurde zum Professor der Botanik und Vicedirector des botanischen Gartens ernannt, 1829in die Akademie der Wissenschaften ausgenommen und 1839 vom Ministerium nach Lon-don gesendet, um bei der Pflanzenvertheilung der ostindischen Compagnie das königlicheHerbarium in Berlin zu vertreten. K. ist ein geschätzter akademischer Lehrer und fruchtba-rer Schriftsteller, zumal auf dem Gebiete der beschreibenden Botanik und seit mehren Jah-ren mit der Herausgabe eines sehr wichtigen Werks „Lnumsratio plantsrum vmniumllucusgue cogrütsruin" (Bd. 1—4, Berl. 1833—43) beschäftigt, welches zu einem gro-ßen Theile auf die botanische, über 39999 Arten enthaltende Privatsammlung begründetist, welche er, zumal in Paris, zusammenbrachte und seitdem fleißig vermehrt hat.
Kuntz (Karl), einer der ausgezeichnetsten Thier- und Landschaftmaler der neuernZeit, geb. zu Manheim am 28. Juli 1770, erhielt den ersten Unterricht im Zeichnen LeiJak. Rieger und studirte nachher die niederländ. Thier- und Landschaftmaler und die Na-tur. In seinem 20. Jahre ging er nach der Schweiz, dann nach Italien; auch besuchte erspäter die Galerien in Dresden, Kassel, München und Berlin. Im 1.1895 wurde er ba-discher Hofmaler, > 829 Galeriedirector zu Karlsruhe, wo er am 8. Sept. 1839 starb. Amberühmtesten sind von ihm eine radirte Landschaft, nach Adrian van der Velde, und die pis-sende Kuh, nach P. Potter, in Aquatinta. Mit der richtigsten Zeichnung verband er dieglücklichste Auffassungsgabe und allen Zauber des Pinsels. Seine Thiere leben, seineländlichen Scenerien sind der Natur getreu und in seinem Colorit ist eine Klarheit und Har-monie, die Auge und Gemüth zugleich sesthalten. — Sein Sohn, R u d. K., geb. zu Karls-ruhe 1797, hat sich als einen trefflichen Pscrdezeichner und als Lithograph durch seine „Ab-bildungen sämmtlichcrPferderacen" (Karlsr. 1827—32) und „Abbildungen der würtcm-berg. Gestütspferde" (Stuttg. 1823—26) rühmlichst bekannt gemacht. — Von seinemzweiten Sohne, Ludw. K., geb. >8l l, haben wir „Thierstudien" (2Hefte, Karlsr. 1837).