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Kunstsammlungen
Kunstvcreine
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neuesten Zeit haben wir eine allgemeineKunstgeschichte erhalten in Kugler's „Hand-buch der Kunstgeschichte" (Stuttg. >8-12 fg.), welches das ungeheure Material in einergroßen Übersichtlichkeit zusammenfaßt und den weltgeschichtlichen Epochen unterordnet.Eine Ergänzung desselben bildet Schnaase's „Geschichte der bildenden Künste bei den Al-ten" (Dd. >—3, Dnsseld. >843—44), welche weniger auf vollständige Aufzählung, alsauf tiefsinnige gcschichtS-philosophische Begründung der Stile und Übergänge gerichtet ist.Kunstsammlungen, s. Museen.
Kunstschulen nennt man die Lehranstalten, in welchen zunächst die technischen Fer-tigkeiten, deren der Künstler nicht entbehren kann, und alle die Übungen, die Auge undHand zunächst angehen, entwickelt werden sollen. Kunstschulen für Musik heißen Con-servatoricn (s. d.); Kunstschulen höherer Ordnung sind die Kunst akad cm ienss.d.).Kunststraßen, s. Chausseen.
Kunsttrieve nennt man die Triebe der Thiere, deren äußere Erzeugnisse in ein«auffallenden Grade zweckmäßig und wunderbar erscheinen. 'Sie sind Handlungsweisen d,SJnstincts der Thiere, d. h. ihres durch Natur bestimmten Begehrens. Abgesehen von derZweckmäßigkeit, welche in den Äußerungen dieser Art stattzufinden scheint, offenbart ßchdie mechanische Nothwendigkeit des Jnstincts, durch welche sie sich von den Kunstwerken derMenschen unterscheiden, in der Einförmigkeit dieser Werke, an welchen die Wahl und mit-hin die Willkür keinen Theil hat, und in dem genauen Anschließen an die Verhältnisse deräußern Umgebung. Vgl. Neimarus, „Über die Triebe der Thiere" (2 Bde-, Hamb. NS8).
Kunstvereine, Verbindungen von Kunstfreunden zur Beförderung eines lebendigemKimstinteresses, zugleich aber auch, um den Künstlern Gelegenheit zur Ausstellung ihrerWerke zu verschaffen und durch planmäßigen Ankauf solcher Werke das Talent zu unter-stützen, entstanden erst in der neuesten Zeit. Der erste Kunstverein war der > 823 durch dieMaler Dom. Quaglio, Stieler, Pet. Heß u. A. in München gegründete, welcher zugüich ^das Muster der meisten nachfolgenden wurde. Die Mitglieder erhalten für einen Jahres-beitrag von zehn Gulden eine Actie, welche als Nummer bei der alljährlichen Verlosungder Kunstwerke gilt, die aus der Summe der Beiträge angeschafft werden; nur ein Fünf-theil der letzter» wird zurückbehalten für die Anfertigung eines Kupferstichs für Diejenigen,welche Nieten erhalten haben. Zugleich besorgt der Verein eine Äusstellung von Kunst-werken, sei cs eine permanente, wie in München, oder eine nur in gewissen Zeiträumenwiederkehrende, wobei ihm eine Auswahl für die zur Verlosung bestimmten Ankäufe offensteht. Der Verein ist gegen 2000 Mitglieder stark und hat in den ersten >3 Jahren seine-Bestehens über >00000 Fl. für Kunstwerke verausgabt. Eine ganze Reihe von Stöd-ten Deutschlands und selbst des Auslandes, wie z. B. Stockholm, Kopenhagen, Londonu. s. w., ist dem gegebenen Beispiele gefolgt. Der wichtigste aller Kunstvcreine ist aber m-streitig der 1820 zu Düsseldorf gestiftete, für die Rhcinlande und Westfalen, der mit segens-reichem Erfolge den Kreis seiner Thätigkeit auch auf die Beförderung großartiger monu-mentaler Arbeiten ausdchnt und gegenwärtig über 3500 Actien zu 5 Thlrn. zählt. Erverwendet ein Vierthcil der Beiträge zu öffentlichen Kunstzwecken und zwar in der Art,daß die zunächst Bekhciligten zwei Drittheile der Kosten zu decken sich verpflichten, währendder Verein einen Dritthcil zuschicßt. Schon haben sehr viele Gemeinden für Ausschmückungihrer Kirchen diese Beihülfe des Vereins benutzt und besitzen nun z. B. Fresken u. dgl. vondüsseldorfer Künstlern. Leider sind jedoch bis jetzt nur wenige Kunstvereine diesem großar-tigen Vorbilds gefolgt. Oft hört man die Klage, daß nicht bloß die monumentale, sonderndie historische Kunst überhaupt durch die Kunstvereine in Nachthcil gerathen sei, indem st-,dem Geschmacke des Publicums allzuleicht nachgebend und theilweise durch Geringfügig-keit ihrer Mittel gezwungen, das Genrebild fast ausschließend bevorzugen. Die Klage istin dieser Ausdehnung ungerecht, indem gutgeleitete Vereine in neuester Zeit überall diebessern Historienbilder hervorziehen, wenn nur solche da sind; allein auf kleinen Ausstellun-gen ist die Bevorzugung des Genrebildes kaum zu vermeiden. Die Kunstvcreine sind ge-genwärtig unleugbar die wesentlichsten materiellen Träger der Malerei; sie zuerst habe»ihr wieder ein größeres Publicum gewonnen und somit bei aller Einseitigkeit, die sich i"'